Kräutermonat August

Entdecken. Erkennen. Anwenden.

Kräuterleben · Kräuterjahr

Wildkräuter im August – Samen, Früchte und spätsommerliche Heilpflanzen

Der August ist ein Monat des Übergangs: Die Hitze nimmt Einfluss, viele Pflanzen stehen in Samen, Früchte reifen und manche Blätter werden jetzt kräftiger oder bitterer.

Dieser Monat verlangt gezieltes Sammeln – vieles ist jetzt nicht mehr mild, dafür entstehen neue Einsatzmöglichkeiten: Samen, Früchte, Harze und Spätblüten.

August ist kein „Anfänger-Sammelmonat“ – aber ein sehr wertvoller, wenn man weiß, worauf man achtet.

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Im Wildkräuter-Kalender findest du alle Monate gebündelt – inklusive schneller Orientierung.

August auf einen Blick

Verfügbarkeit gut, aber anders als Frühling
Fokus Samen, Früchte, Spätblüten
Küche kräftig, nussig, intensiver Geschmack
Hausapotheke Samen & Blüten mit klarer Wirkung
Sammelprinzip selektiv – nicht alles ist noch geeignet

August ist der Monat der Samen und Spätsommerblüten.

Was wächst jetzt draußen?

Tipp: Pflanzen jetzt nicht mehr als Ganzes betrachten, sondern in Teilen: Blatt? Samen? Wurzel? Blüte?

Legende:
🟢 ideal 🟡 nur Teile oder Geschmack prüfen 🔴 nicht geeignet
🟢 Wegerich-Samen (Spitz- und Breitwegerich)

Protein- und ballaststoffreich, nussiger Geschmack.

👉 Pflanzenprofil
🟢 Brennnesselsamen

Sehr nährstoffreich – kleine Mengen reichen.

👉 Anwendung ansehen
🟢 Schafgarbe (Blüte weiterhin nutzbar)

Aromatisch und wirkstoffreich.

👉 Pflanzenbeschreibung
🟢 Beifuß (Sommerstand)

Kräftig und aromatisch, für Küche & Verdauung.

👉 Heilpflanzeninfo
🟢 Wildes Oregano / Dost

Auf dem Höhepunkt – intensives Aroma.

👉 Pflanzenprofil
🟡 Löwenzahn (Blätter oft zu kräftig)

Nur frische junge Blätter oder Samenansätze.

👉 Info
🟡 Labkraut

Noch nutzbar, aber geschmacklich schwankend.

👉 Erkennungsmerkmal
🟡 Minze

Gut nutzbar, jedoch Geschmack prüfen – manche Sorten intensiv.

👉 Pflanzenprofil

➡ Im August werden Pflanzen konzentrierter, kräftiger und spezieller.

Welche Pflanzen wirken jetzt besonders?

Jetzt stehen Samen und aromatische Kräuter im Vordergrund – viele davon sind traditionell „Aufbaupflanzen“.

✔ Brennnesselsamen

Früher „Kraftnahrung“, reich an Mineralstoffen, traditionell aufbauend.

👉 Wirkung ansehen
✔ Beifuß

Wärmend, Verdauung unterstützend – sparsam.

👉 Heilpflanzenprofil
✔ Wegerichsamen

Schleimstoffe → Verdauungsbalance und Darmunterstützung.

👉 Anwendung
✔ Oregano / Dost (Blüte)

Antibakterielle und aromatische Wirkung – gut für Tee und Küche.

👉 Pflanzenbeschreibung

➡ August bringt Samenkraft und aromatische Verdauungskräuter.

Was lohnt jetzt in der Küche?

Geschmäcker jetzt: nussig – würzig – kräuterstark.

• Brennnesselsamen → über Brot, Müsli, Salat
• Wegerichsamen → rösten oder als nussige Ergänzung
• Beifuß → zu schweren Speisen
• Dost/Oregano → für mediterrane Küche
• Minze → weniger mild, aber für Getränke weiterhin möglich
Mini-Anleitung: Brennnesselsamen als „Topping“
1. Samenstände ausschütteln oder abreiben
2. kurz trocknen
3. sparsam verwenden (intensiv)

Geschmack: nussig und leicht mineralisch.

Vorrat & Hausapotheke

August ist einer der wichtigsten Monate für Vorräte.

Wildkräutervorrat:
• Oregano/Dost → trocknen
• Brennnesselsamen → sammeln/trocknen
• Wegerichsamen
• Schafgarbenblüten (letzte Runde)
Hausapotheke:
• Gewürz-Tinkturen (Beifuß, Dost)
• Ölansätze oder Würzöle
• Wintertees vorbereiten

Erntedank & Spätsommerkräuter – Vorrat & Rezepte im August

Traditionelle Kräutersträuße & Räucherbund

Rund um Mariä Himmelfahrt (15. August) werden Kräutersträuße gebunden – ein uralter Brauch des Erntedanks. Die getrockneten Bündel eignen sich später auch zum Räuchern oder für Tee.

Empfohlene Pflanzen:

  • Beifuß, Johanniskraut, Schafgarbe, Dost, Rainfarn
  • Wermut, Thymian, Ringelblume, Minze
  • Ähren von Hafer, Gerste oder Roggen als Schmuck

Tipp: Bündel kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort trocknen. Später zum Räuchern oder für Tee aufbewahren.

Spätsommerlicher Kräuteressig & Würzöl

Jetzt sind die Kräuter besonders aromatisch. Rosmarin, Oregano und Chili lassen sich wunderbar in Essig oder Öl ansetzen – für würzige Herbstgerichte oder als Geschenkidee.

Zutaten (Kräuteröl):

  • 1 Zweig Rosmarin, 1 Zweig Oregano
  • 1 kleine Chilischote
  • 500 ml hochwertiges Olivenöl
  • optional: 1 Streifen Zitronenschale

Zubereitung: Kräuter in Flaschen geben, mit Öl übergießen, 2 Wochen ziehen lassen. Kühl lagern. Aromatisch und lange haltbar.

Kräutertinktur & Spätsommer-Tee für den Herbstvorrat

Der August ist ideal, um Tinkturen und Teemischungen für den Herbst herzustellen. Viele Pflanzen stehen noch in voller Blüte und enthalten die maximale Wirkstoffkraft.

Beispiel (Tinktur):

  • 1 Handvoll frischer Dost (wilder Oregano)
  • 200 ml Doppelkorn (40 %)
  • Glas mit Schraubdeckel, dunkler Lagerort

Zubereitung: Kräuter klein schneiden, mit Alkohol übergießen. 3 Wochen ziehen lassen, abseihen, dunkel lagern. Für Teemischungen: Blüten & Blätter luftig trocknen und in Gläser füllen.

Auf den ersten Blick wirkt der August ruhig – als wäre alles bereits entschieden.
Doch jetzt beginnt die Phase der Reife und Konzentration.

Viele Pflanzen tragen jetzt ihren Höhepunkt:
Samen, Früchte, kräftige Aromen
und spät blühende Heilpflanzen — oft am stärksten am frühen Morgen, bevor Hitze und Trockenheit sie beeinflussen.

Diese kleine Orientierung hilft dir, den Spätsommer bewusst zu nutzen.

Foto: Dirk Schwartz

🧾 Checkliste zum Mitnehmen

⚠ Sammelhinweise

• Samen nicht komplett entnehmen → wichtig für Tiere & Pflanzenbestand
• Geschmack prüfen – viele Kräuter sind kräftig
• Vorsicht bei Beifuß und intensiven Arten → sparsam nutzen
• Trocknen gelingt jetzt gut durch warme Luft

Was verändert sich im September?

September bringt Herbstenergie, kühlere Nächte und erste Rückzüge.

Es wird erntereifer: Wurzeln, Früchte, letzte Blüten und erste Wildfrüchte kommen in den Fokus.

Häufige Fragen

Kann man im August noch „frische grüne Kräuter“ sammeln? Einige ja – aber Geschmack ist kräftiger und nicht mehr mild wie im Frühling.
Was ist die wichtigste Pflanze im August? Für viele: Brennnesselsamen – wegen Nährwert und Wirkung.
Warum schmecken Kräuter im August intensiver? Wärme und Sonne verstärken Bitterstoffe, ätherische Öle und Aromakomponenten.