Winterkräuter im Februar
Wildkräuter im Februar – erste Bewegung und gezieltes Sammeln
Der Februar ist ein Übergangsmonat. Die Natur wird langsam aktiver, auch wenn der Winter sichtbar bleibt. An milden Tagen erscheinen die ersten neuen Rosetten und Jungtriebe – manchmal nur punktuell, aber deutlich erkennbar.
Jetzt beginnt die Phase, in der sich Sammeln wieder lohnt – langsam, aber deutlich mehr als im Januar.
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Im Wildkräuter-Kalender findest du alle Monate gebündelt – inklusive schneller Orientierung.
Februar auf einen Blick
| Verfügbarkeit | mäßig – deutlich mehr als Januar |
| Fokus | junge Rosetten, erste Triebe |
| Küche | frische Bitterstoffe & milde Winterkräuter |
| Hausapotheke | noch gut für Wurzeln, Nadeln und Auszüge |
| Sammelprinzip | achtsam, noch keine Mengenentnahme |
Februar ist der Monat, in dem Wildkräuter sichtbar zurückkehren.
Was wächst da draußen?
Tipp: Sammeln nach Regen oder Tauwetter – dann stehen frische Triebe oft sichtbar über dem Boden.
Wächst weiter zuverlässig – mild und frisch.
→ Zum PflanzenprofilStabil, vitaminreich – Blätter und Blüten nutzbar.
→ Mehr zur PflanzeDie ersten kräftigen Jungblätter – milder als später im Jahr.
→ Pflanzenlexikon ansehenWinzig, aber nährstoffreich – an Mauern & sonnigen Stellen.
→ Zur PflanzenbeschreibungNoch klein, aber würzig.
→ Erkennungsmerkmale ansehenNoch flach am Boden, mild im Geschmack.
→ Zur PflanzeAuch jetzt aromatisch und nutzbar.
→ Nutzung ansehenOrientierungssatz:
Februar zeigt, welche Pflanzen bald Taktgeber des Frühlings werden.
Welche Pflanzen wirken jetzt besonders?
Der Februar ist noch ein guter Monat für Heilpflanzenverarbeitung, weil einige Pflanzen weiterhin Wirkstoffe gespeichert halten.
Bei mildem Wetter erster Austrieb – später wichtiges Frühjahrskraut.
Merksatz:
➡ Der Februar verbindet Winterapotheke mit Frühlingsbeginn.
Was lohnt jetzt in der Küche?
Jetzt beginnt die Zeit, in der Wildkräuter wieder Aroma und Funktion in Gerichten haben. Noch keine großen Mengen – aber geschmacklich spürbare Akzente.
Bitterimpuls für Salat oder Brot.
Erste grüne Suppen oder Pesto (sehr kleine Mengen).
Kräftige Würze — vorsichtig dosieren.
Kleine Ergänzung für Brote oder Rohkost.
Bitterstoffe und aromatische Kräuter fördern Stoffwechsel und Verdauung — gerade jetzt ein sinnvoller Übergang zwischen Winterküche und Frühlingsbeginn.
Mini-Rezept: milder Löwenzahn-Bittertee
Für einen sanften Bitterimpuls:
1)
3–4 junge Löwenzahnblätter
2)
mit heißem Wasser übergießen
3)
5 Minuten ziehen lassen — nicht kochen, sonst wird es zu bitter.
Wirkt leicht verdauungsanregend und bereitet den Körper auf den nahenden Frühling vor.
Vorrat & Hausapotheke
Der Februar schließt die Wintervorratsphase ab. Jetzt ist der letzte Zeitpunkt, um Wurzeln zu verarbeiten, bevor Pflanzen zur Kraft in den Austrieb übergehen. Gleichzeitig beginnt die Vorbereitung auf die Frühjahrszeit.
Wildkräutervorrat
- • Brennnessel- und Löwenzahnwurzel → letzte Chance vor neuem Austrieb
- • Vogelmiere → weiterhin gut zum Einfrieren
Hausapotheke
- • Bittertinkturen ansetzen
- • Nadelhonig nachfüllen
- • kleine Ölauszüge für Frühjahrsrezepte vorbereiten
Februar schließt die Wintervorratsphase ab – jetzt wird vorbereitet statt gesammelt.
Vorfrühling & erste Vitaminquellen – Vorrat & Rezepte im Februar
Frische Sprossen & Microgreens für den Winterausklang
Wenn draußen noch Frost herrscht, wachsen auf der Fensterbank die ersten Vitamine. Sprossen aus Alfalfa, Brokkoli oder Radieschen liefern Chlorophyll, Enzyme und Mineralstoffe – ein idealer Start in den Vorfrühling.
Anleitung:
- 1–2 EL Saatgut in einem Glas mit Wasser einweichen (8–12 Std.)
- Abspülen, abtropfen lassen und 2× täglich mit frischem Wasser spülen
- Nach 3–5 Tagen sind die Sprossen erntereif
Tipp: Besonders vitalstoffreich sind Brokkoli- und Rotklee-Sprossen – sie stärken Leber und Abwehrkräfte.
Erste Wildkräuterbutter mit Gänseblümchen & Vogelmiere
Schon im Februar zeigen sich die ersten zarten Blätter von Vogelmiere und Gänseblümchen. In Butter eingerührt entsteht ein frischer Aufstrich – perfekt zu Kartoffeln oder frischem Brot.
Zutaten:
- 100 g weiche Butter (oder pflanzliche Alternative)
- 1 Handvoll frische Gänseblümchen & Vogelmiere
- etwas Zitronensaft, Salz, Pfeffer
- optional: fein gehackter Schnittlauch
Zubereitung: Kräuter fein hacken, mit Butter und Gewürzen verrühren. Kühl lagern. Hält sich 1 Woche und bringt Frische auf den Tisch.
Leberfreundlicher Frühjahrs-Tee & sanftes Oxymel
Die Leber arbeitet nach dem Winter auf Hochtouren. Ein Tee aus Löwenzahn, Schafgarbe und Brennnessel wirkt unterstützend – kombiniert mit einem milden Oxymel als täglicher Begleiter.
Zutaten (Tee):
- 1 TL Brennnessel
- 1 TL Löwenzahnwurzel
- ½ TL Schafgarbe
- 250 ml heißes Wasser, 10 Min. ziehen lassen
Variation: Mit 1 TL Apfelessig & Honig als Oxymel mischen – ein belebendes Frühjahrs-Tonikum.

Checkliste zum Mitnehmen
Nicht alles muss gefunden werden – nimm nur mit, was du sicher erkennst und wirklich benötigst.
- ☐ Vogelmiere
- ☐ Gänseblümchen
- ☐ Löwenzahn-Rosetten
- ☐ Brennnesseltriebe
- ☐ Knoblauchsrauke (wenn sichtbar)
- ☐ Spitzwegerich
- ☐ Brennnesselwurzel
- ☐ Löwenzahnwurzel
- ☐ Fichten- / Tannennadeln
Februar bietet erste frische Kräuter – aber Wurzeln werden jetzt bald nicht mehr gesammelt.
⚠ Sammelhinweise im Februar
Im Februar wächst vieles erst heran – deshalb gilt: wählen statt sammeln. Ziel ist nicht Menge, sondern bewusster Beginn.
- • nur sicher bestimmte Pflanzen sammeln
- • frostfreie Tage abwarten (keine matschigen Blätter)
- • Pflanzen stehen lassen, die noch zu klein sind
- • sensible Standorte, Bodenschutz & Wildtiere respektieren
Wenn du sehen musst, wenn es wächst , statt ob es schon reif ist , bist du noch zu früh – lieber beobachten als ernten.
Was verändert sich im März?
Im März beginnt die sichtbare Saison: Mit mehr Licht und steigenden Temperaturen nehmen Wachstum und Vielfalt schnell zu. Jetzt treten Kräuter auf, die den Frühling prägen.
- • Brennnessel – kräftige junge Triebe
- • Giersch – eines der wichtigsten Frühjahrskräuter
- • Knoblauchsrauke – aromatisch und würzig
- • Sauerampfer – jetzt besonders frisch und mild
Der Februar ist der Startpunkt — der März wird der Durchbruch. Ab hier beginnt das Sammeln nicht mehr punktuellregelmäßig.
Fragen und wie geht es weiter?
Häufige Fragen
Nein – Februar bleibt vorsichtig. Es wird nur in kleinen Mengen gesammelt.
Viele schmecken jetzt milder als später im Frühjahr, z. B. Brennnessel oder Löwenzahn.
Für viele ist es der Löwenzahn (Bitterstoffe) oder die Vogelmiere (Vitaminquelle).

