Wildkräuter im Oktober – Wurzeln, letzte Früchte und Herbstmedizin
Im Oktober wird die Vegetation ruhiger. Nächte werden kalt, Pflanzen ziehen ihre Energie tief in Wurzeln und Rhizome zurück, und viele Blätter verlieren an Saftigkeit oder sterben ab.
Jetzt beginnt die klassische Zeit für Wurzeln, Rinden und haltbare Vorräte – ergänzt durch wenige robuste Herbstkräuter und einige späte Früchte.
Oktober ist kein Monat der Fülle, sondern ein Monat der gezielten Sammlung und Vorbereitung.
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Im Wildkräuter-Kalender findest du alle Monate gebündelt – inklusive schneller Orientierung.
Oktober auf einen Blick
| Verfügbarkeit | selektiv |
| Fokus | Wurzeln, späte Früchte, wenige frische Kräuter |
| Küche | erdig, kräftig, nussig |
| Hausapotheke | Wurzeln, Tinkturen, Immununterstützung |
| Sammelprinzip | langsam, bewusst, mit Blick auf den Winter |
Oktober fühlt sich oft nach Abschluss und Vorbereitung an.
Was wächst jetzt draußen?
Tipp: Im Oktober lohnt sich der Blick in Bodennähe – und zu Sträuchern mit späten Früchten.
Jetzt besonders bitterstoffreich – klassischer Sammelzeitpunkt.
👉 PflanzenprofilErdige, kräftige Herbstwurzel – traditionell geschätzt.
👉 ErkennungsmerkmaleAromatisch-würzig – nur von erfahrenen Sammlerinnen und Sammlern sammeln.
👉 HinweisVitaminreich – ideal für Mus, Tee und Sirup.
👉 PflanzenprofilStandortabhängig – vereinzelt noch nutzbare Teile.
👉 HeilpflanzeVereinzelt frische Blätter – selten, aber vorkommend.
👉 PflanzenbeschreibungWurzeln jetzt stabil – manche Samenstände noch vorhanden.
👉 Anwendung➡ Im Oktober verschiebt sich das Sammeln von überirdischen Pflanzenteilen zu Wurzeln und Früchten.
Welche Pflanzen wirken jetzt besonders?
Herbstpflanzen gelten traditionell als stabilisierend, stärkend und vorbereitend für die dunklere Jahreszeit.
Verdauung, Bitterstoffe, klassische Wurzelanwendung im Herbst.
👉 WirkungTraditionell für Haut, Stoffwechsel und allgemein „klärend“.
👉 HeilpflanzenprofilMild, schleimhautschützend, vielseitig einsetzbar.
👉 AnwendungVitaminreich, immununterstützend, traditionell für Gelenke und Mus.
👉 Heilpflanzenprofil➡ Oktober sammelt, was speichert und stützt – nicht das, was „frisch erfrischt“.
Was lohnt jetzt in der Küche?
Der Geschmack im Oktober ist erdig, nussig, kräftig – manchmal leicht süßlich durch späte Früchte.
2. im Ofen oder in der Pfanne leicht rösten
3. mahlen oder direkt verwenden
Geschmack: erdig, leicht bitter, angenehm warm.
Vorrat & Hausapotheke
Oktober ist die wichtigste Zeit für Wurzelvorräte und stabile Hausapothekenansätze.
🍂 Herbstliche Vorratsideen & Rezepte im Oktober
Wildkräuter-Salz & Gewürzpulver aus dem Trockner
Wenn die letzten Blätter fallen, lohnt sich das Trocknen von Brennnessel, Beifuß, Liebstöckel und Selleriegrün. Daraus entsteht ein aromatisches Würzsalz oder feines Suppenpulver – ganz ohne Geschmacksverstärker.
Zutaten:
- 1 Handvoll getrocknete Wildkräuter (z. B. Brennnessel, Selleriegrün, Liebstöckel)
- 2 EL grobes Meersalz
- optional getrocknete Karotten, Lauch oder Pilze
Zubereitung: Alles fein mahlen, luftdicht verschließen. Ideal für Suppen, Eintöpfe oder Ofengemüse.
Fermentiertes Herbstgemüse mit Wildkräutern
Fermentieren ist die älteste Form des Vorrats: Karotten, Pastinaken, Rote Bete und Weißkohl werden mit Dill, Thymian oder Schafgarbe zu probiotischen Vitaminbomben – perfekt für den Winter.
Zutaten (1 Glas):
- 500 g gemischtes Wurzelgemüse
- 10 g Salz
- 1 TL Schafgarbe oder Thymian
- 1 Knoblauchzehe, optional Lorbeerblatt
Zubereitung: Gemüse fein hobeln, mit Salz verkneten, in ein Glas pressen, bis Flüssigkeit austritt. Mit Gewicht beschweren, 7 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen, danach kühl lagern.
Hausgemachter Kräuteressig & Wurzellikör
Im Oktober zeigen sich Wurzeln von Engelwurz, Löwenzahn oder Beinwell von ihrer besten Seite. In Essig oder Alkohol angesetzt, entsteht ein aromatischer Vorrat für Salate oder als Verdauungshilfe.
Beispiel: Löwenzahnwurzel-Essig
- 1 Handvoll frisch gereinigte Löwenzahnwurzeln
- 500 ml Apfelessig
- 1 kleines Stück Ingwer oder Kurkuma
Zubereitung: Alles in ein Glas geben, 2 Wochen dunkel ziehen lassen, abseihen. Ideal als aromatische Basis für herbstliche Dressings oder als Tinktur im Winter.
Auf den ersten Blick
wirkt der Oktober still – als wäre das Kräuterjahr bereits abgeschlossen.
Doch genau jetzt beginnt die Phase der Konzentration, des Rückzugs und der inneren Stärke.
Viele Pflanzen verlagern ihre Energie in
Wurzeln, Rinden und Früchte.
Wurzeln werden wirkstoffreich, Hagebutten süßer, Samen fester, und wenige robuste Kräuter stehen noch aromatisch zur Verfügung.
Ihre Stabilität zeigt sich oft am
frühen Morgen, wenn Kälte und Feuchtigkeit die Inhaltsstoffe bewahren.
Diese Orientierung hilft dir, den frühen Herbst gezielt zu nutzen – für Küche, Hausapotheke und das Wintervorratsjahr.
Foto: Dirk Schwartz
🧾 Checkliste zum Mitnehmen
⚠ Sammelhinweise
Was verändert sich im November?
Im November wird die Natur sehr still. Nur noch wenige frische Pflanzen stehen zur Verfügung — dafür beginnt die Zeit stabiler Wurzeln, Nadeln, Harze und winterrobuster Kräuter. Es ist der Übergang von der aktiven Sammelphase hin zum bewussten Vorrat und zur winterlichen Hausapotheke.




