Kräutermonat Juni

Entdecken. Erkennen. Anwenden.

Kräuterleben · Kräuterjahr

Wildkräuter im Juni – kräftige Aromen und frühe Sommerenergie

Im Juni wechselt die Natur sichtbar in die Sommerphase. Viele Kräuter sind nun aromatischer, kräftiger oder beginnen zu blühen.

Geschmack und Wirkung verändern sich: manche Pflanzen werden jetzt intensiver oder bitterer, andere stehen auf ihrem Höhepunkt und können gut geerntet werden.

Juni ist ein Monat, in dem man bewusster auswählt, statt „alles mitzunehmen“.

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Im Wildkräuter-Kalender findest du alle Monate gebündelt – inklusive schneller Orientierung.

Juni auf einen Blick

Verfügbarkeit sehr gut
Fokus Blätter, Blüten, einige Samenansätze
Küche aromatisch, kräftiger Geschmack
Hausapotheke Blüten, Aromapflanzen, Teevorrat
Sammelprinzip gezielt statt breit sammeln

Juni ist ein Monat der Aroma- und Wirkstoffspitzen.

Was wächst jetzt draußen?

Juni bringt Fülle – aber auch kräftigere Aromen und erste Reifephasen.

Legende:
🟢 ideal 🟡 möglich, Geschmack prüfen 🔴 nicht geeignet

Tipp: Im Juni hilft kosten: erst ein Blatt – nicht eine Handvoll.

🟢 Breit- & Spitzwegerich (kräftig)

Gut für Küche und Tee, jetzt voller Aroma.

→ Pflanzenprofil ansehen
🟢 Wiesenlabkraut / Klettenlabkraut

Mild, frisch, jetzt in Fülle.

→ Erkennungsmerkmale
🟢 Frauenmantel

Blätter und Blüten nutzbar – zart, aber wirkstoffreich.

→ Pflanzenbeschreibung
🟢 Schafgarbe (Blätter & Blütenbeginn)

Aromatisch, würzig – sparsam sammeln.

→ Pflanzenprofil
🟡 Löwenzahn

Blätter werden kräftiger. Blüten & Knospen noch möglich.

→ Mehr zur Pflanze
🟢 Holunderblüten (je nach Region letzte Phase)

Jetzt letzter Sammelzeitpunkt.

→ Anwendung
🟢 Wilde Minzen (regional)

Aromen intensivieren sich jetzt deutlich.

→ Pflanzenbeschreibung
🟡 Brennnessel

Nur noch neue Triebe nutzen – große Pflanzen meiden.

→ Brennnesselprofil

➡ Juni zeigt Charakterpflanzen: kräftiger Geschmack, deutliche Aromen, klare Einsatzbereiche.

Welche Pflanzen wirken jetzt besonders?

Im Juni stehen viele Pflanzen auf ihrem aromatischen Höhepunkt – oft mit hoher ätherischer Ölbildung.

✔ Schafgarbe (Blüte)

Traditionell bei Verdauung, Krämpfen und Frauenheilkunde.

→ Wirkung ansehen
✔ Frauenmantel

Blätter jetzt optimal für Tee und Hausapotheke.

→ Anwendung
✔ Wegerich

Blätter jetzt für Teevorrat sammeln – Schleimstoffe + Mineralstoffe.

→ Heilpflanzenprofil
✔ Holunderblüten (Ende der Saison)

Gut für Wintertee und Sirup.

→ Heilpflanzenanwendung

➡ Juni ist der Monat für Blütenmedizin und aromatische Vorräte.

Was lohnt jetzt in der Küche?

Jetzt geht es um Aroma statt Menge.

Schafgarbe → als Würzkraut (sparsam)
Labkraut → frisch in Salaten und Getränken
Minze → Getränke, Tee, Süßspeisen
Löwenzahnknospen → „Kapernersatz“
Wegerich → gebraten oder als Gemüse
Mini-Anleitung: Wegerich-Chips
  1. Junge bis mittelgroße Blätter kurz waschen
  2. Öl + Salz
  3. Kurz in Pfanne oder Backofen erwärmen
  4. Nur leicht bräunen

Ergebnis: kräftig, nussig, mild bitter.

Vorrat & Hausapotheke

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um Vorrat für Herbst und Winter anzulegen.

Wildkräutervorrat:
  • Schafgarbe → Blätter + Blüten trocknen
  • Frauenmantel
  • Wegerichblätter
  • Minze → Tee, Öl, Sirup
Hausapotheke:
  • Tinkturen(Schafgarbe, Minze, Frauenmantel)
  • Oxymel(sommerlich – Blüten & Aromapflanzen)
  • Sirupe(Minze, Holunder – letzter Termin)

Sonnige Blüten & duftende Vorräte – Rezepte im Juni

Johanniskrautöl – Sonnenkraft im Glas

Rund um die Sommersonnenwende zeigt das Johanniskraut seine ganze Kraft. Das leuchtend rote Öl gilt als wohltuend für Muskeln, Haut und Nerven – und bringt Sonne in den Wintervorrat.

Zutaten:

  • Frische Blüten des Johanniskrauts (Hypericum perforatum)
  • Helles Olivenöl oder Johanniskraut-Mazerat-Öl
  • Sauberes Schraubglas, Sonnenplatz

Zubereitung: Blüten ins Glas geben, mit Öl bedecken, 3–4 Wochen sonnig ziehen lassen, abseihen. Das Öl färbt sich tiefrot – kühl lagern.

Holunderblütensirup – Klassiker aus der Juni-Sonne

Die Holunderblüte ist der Duft des Frühsommers. Ihr Sirup ist vielseitig – ob pur, mit Mineralwasser, als Eistee-Basis oder zum Verfeinern von Desserts.

Zutaten:

  • 20 frische Holunderblütendolden
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 2 Zitronen in Scheiben

Zubereitung: Blüten mit Zitronen und Wasser 24 Std. ziehen lassen, abseihen, mit Zucker aufkochen. Heiß in Flaschen füllen. Kühl gelagert 1 Jahr haltbar.

Erfrischende Kräuterlimonade & Eistee

Bei Sommerhitze helfen Zitronenmelisse, Minze und Zitronenverbene, Körper und Geist zu kühlen. Sie ergeben eine spritzige Limonade oder einen aromatischen Kräuter-Eistee.

Zutaten:

  • 1 Handvoll Zitronenmelisse oder Minze
  • 1 Liter Wasser
  • Saft einer Zitrone
  • Honig oder Sirup nach Geschmack

Zubereitung: Kräuter mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abkühlen. Mit Zitrone und Honig abschmecken – eisgekühlt genießen.

Auf den ersten Blick wirkt der Juni satt und ruhig – doch jetzt beginnt die Phase der Aromen.
Viele Pflanzen entfalten ihre stärksten Duft- und Wirkstoffe in den frühen Stunden vor der Tageswärme.

Diese Checkliste hilft dir, das nicht zu übersehen.

Foto: Dirk Schwartz

🧾 Checkliste zum Mitnehmen

⚠ Sammelhinweise

• Bei aromatischen Kräutern zählt: weniger ist mehr
Blüten nur bei trockenem Wetter sammeln
Minzen vorsichtig ernten – Bestände regenerieren langsam
• Brennnessel nur noch jung oder Spitzen

Was verändert sich im Juli?

Im Juli wird vieles kräftiger, aromatischer und teilweise zäh.

Neue Pflanzen treten in den Vordergrund — besonders Sommerkräuter, Blüten, Samen und Harze.

Häufige Fragen

Kann ich jetzt noch Brennnessel sammeln? Nur neue Triebspitzen – große Pflanzen nicht mehr.
Welche Pflanze ist „die wichtigste“ im Juni? Viele nennen Minze oder Schafgarbe – wegen Wirkung und Vorratswert.
Sind Wildkräuter im Juni noch mild? Einige ja – aber viele entwickeln jetzt Charakter.