Winterruhe, Vorräte und stille Kraft
Wildkräuter im Dezember
Wähle einen Schwerpunkt oder scrolle weiter – hier beginnt dein Dezember-Kräuterwissen.
Auch im Dezember lassen sich Wildkräuter sammeln – nur anders als im Sommer. Jetzt geht es um gezieltes Finden statt Fülle.
Viele Pflanzen ziehen ihre Kraft in die Wurzeln zurück. Andere bleiben wintergrün und liefern frische Vitamine.
Im Mittelpunkt stehen jetzt:
- Bitterstoffe für Verdauung & Stoffwechsel
- Vitamine für Immunsystem & Energie
- Harze & ätherische Öle als natürlicher Schutz
Ob als Tee, in der Küche oder aus Vorräten: Dezemberpflanzen sind kleine Helfer mit großer Wirkung.
Direkt zur Jahresübersicht
Im Wildkräuter-Kalender findest du alle Monate gebündelt – inklusive schneller Orientierung.
Was im Winter verborgen bleibt, trägt oft die meiste Kraft in sich.
Darum lohnt ein Blick auf die Wurzeln.
Für alle, die Wärme, innere Stärke oder gute Nährstoffe suchen – diese Wurzeln haben es in sich.
Kraft aus der Erde – Wurzeln im Mittelpunkt
Im Dezember ziehen sich viele Pflanzen zurück – doch unter der Erde passiert viel. Einige Arten speichern jetzt ihre Kraft in den Wurzeln:
| Pflanze | Standort | Erkennungsmerkmal | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Löwenzahnwurzel | Wiesen, Wegränder, Gärten | Lange Pfahlwurzel, milchiger Saft | Geröstet als Kaffeeersatz, Tinktur, Bitterstoffquelle |
| Wegwarte | Straßenränder, trockene Böden | Holzige Wurzel, blau blühend im Sommer | Wurzel als Kaffeeersatz, verdauungsfördernd |
| Klettenwurzel | Ruderalflächen, Waldränder | Lange, helle Wurzel mit erdigem Duft | Suppen, Gemüsepfannen, Tinktur, Haarpflege |
Getrocknet, geröstet oder als Tinktur entfalten sie ein intensives, erdiges Aroma und stärken die Verdauung.
Was du hier lernst
- Wie du die Klette sicher erkennst
- Wie du sie ausgräbst und vorbereitest
- Ein einfaches Rezept zum Nachkochen
Klettenwurzel – natürlich entgiften & Entzündungen lindern
Die Wurzel der Klette gilt als blutreinigend und entzündungshemmend. Sie unterstützt Leber, Niere und Lymphsystem und hilft dem Körper, Stoffwechselprodukte abzubauen. Sie wirkt verdauungsfördernd, enthält Inulin und wird traditionell bei Rheuma und Gicht eingesetzt.
So erkennst du die Klette im Winter
Als Kind haben wir uns die Kletten an die Jacke geworfen – diese kleinen, stacheligen Kugeln, die überall kleben blieben.
Heute zeigen sie dir, wo die Klettenwurzel steckt: an Wegrändern, Waldrändern und auf Brachen.
Klette sicher erkennen – bevor du gräbst
Beinwell wächst ähnlich und bildet ebenfalls kräftige Wurzeln – aber seine Blätter sind behaart und spitz zulaufend. Die Klette erkennst du sicher an den alten Klettenbällen, die oft noch am Stängel hängen – selbst im Winter.
Wenn du alles abhaken kannst, stehen die Chancen gut, dass du die richtige Pflanze vor dir hast.
Verarbeitung & Anwendung der Klettenwurzel
Schritt 1: Vorbereiten & Graben
Geeigneten Standort auswählen, Erde lockern und die Wurzel vorsichtig freilegen. Dünnere Seitenwurzeln können entfernt werden – die Hauptwurzel bleibt intakt.
Schritt 2: Erste Verarbeitung
Die Wurzel waschen, in Scheiben schneiden und je nach Anwendung frisch verwenden, trocknen oder zu Auszügen verarbeiten.
Anwendungsmöglichkeiten (kurz)
• Tee:
10 Minuten köcheln – ideal zur inneren Anwendung.
• Tinktur/Extrakt:
Für längerfristige Nutzung haltbar gemacht.
• Küche:
Mild bitter, leicht süßlich – ähnlich wie Wurzelgemüse.
Klettenwurzel-Pfanne mit Kokos & Sesam
Zutaten (für 2 Personen)
Zubereitung
Tipp: Wer den Geschmack milder mag, mischt Klettenwurzel anfangs 1:1 mit Sellerie.
Wintergrün – Leben trotz Frost
Manche Wildkräuter bleiben selbst unter Schnee erkennbar und frisch nutzbar:
| Pflanze | Standort | Erkennungsmerkmal | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Vogelmiere | Gärten, Wegränder, nährstoffreiche Böden | Zarte Triebe, sternförmige Blüten, weiche Blätter | Salate, Smoothies, frisches Wintergrün |
| Gänseblümchen | Wiesen, Parks, Rasenflächen | Weiße Zungenblüten mit gelber Mitte, ganzjährig grün | Tee, Salate, essbare Deko, Vitaminquelle |
| Breitwegerich | Wege, Wiesen, verdichtete Böden | Breite Blätter, deutliche Blattadern (fädenartig) | Tee, Salbenbasis, frische Blätter gegen kleine Verletzungen |
Diese winterharten Kräuter liefern Vitamine und setzen frische, grüne Akzente in Smoothies, Salaten oder Kräuterbutter.
Vorräte nutzen – Wärme aus der Sammelzeit
Jetzt rücken die Vorräte aus den warmen Monaten in den Mittelpunkt:
- Hagebutten für Tee oder Punsch
- Schlehen für Likör
- Sanddorn als Vitaminquelle
- Thymian & Gundermann zur Erkältungszeit
| Pflanze | Verarbeitung | Geschmack / Besonderheit | Nutzung im Winter |
|---|---|---|---|
| Hagebutten | Getrocknet oder frisch | Fruchtig, leicht säuerlich, reich an Vitamin C | Tee, Punsch, Mus, Immunbooster |
| Schlehen | Nach Frost pflücken, einlegefähig | Herb, adstringierend, intensiv | Likör, Mus, winterlicher Sirup |
| Sanddorn | Frischsaft oder getrocknet | Sehr sauer, extrem vitaminreich | Sirup, Saft, Vitaminquelle, Immunstärkung |
| Thymian & Gundermann | Getrocknete Kräuter, Tinktur oder Auszug | Aromatisch, würzig, wärmend | Tee, Erkältungshelfer, Würzkraut |
Ein Hagebutten-Punsch kombiniert mit Melisse oder Johanniskraut wirkt wärmend und unterstützt das Wohlbefinden in der dunklen Jahreszeit.
Wintervorrat & Kräuter-Genüsse im Dezember
Wärmender Kräuter-Chai & Wintertee
Wenn es draußen friert, wärmt dieser selbstgemachte Kräuter-Chai Körper und Seele. Ideal als Sirup für Milch, Tee oder als Geschenk aus der Küche.
Zutaten (Chai-Sirup):
- 1 Zimtstange, 3 Nelken, 2 Sternanis
- 1 Stück Ingwer (ca. 5 cm), 1 Vanilleschote
- 1 TL getrocknete Brennnessel oder Gänseblümchenblüten
- 500 ml Wasser, 200 g Rohrohrzucker oder Honig
Zubereitung: Gewürze in Wasser 10 Minuten köcheln, abseihen, mit Zucker/Honig eindicken. In Flaschen füllen. Perfekt als wärmender Wintertrunk.
Winterliches Kräutersalz & Geschenkideen
Im Dezember lassen sich getrocknete Kräuter wunderbar zu duftenden Salzen und Würzmischungen verarbeiten – mit Orangenschale, Pfeffer und Rosmarin ein ideales Mitbringsel.
Zutaten (Aromasalz):
- 3 EL grobes Meersalz
- 1 EL getrockneter Rosmarin, Thymian & Majoran
- etwas fein geriebene Orangenschale
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
Zubereitung: Alles fein mörsern, in kleine Gläser füllen. Trocken lagern. Passt zu Bratkartoffeln, Wintergemüse oder Ofenkürbis.
Tannenlikör & Harzsalbe für die Winterapotheke
Aus jungen Fichtenspitzen oder Tannenharz lässt sich ein wohltuender Winterlikör oder eine wärmende Harzsalbe herstellen – beide traditionell als Schutz vor Erkältungszeit genutzt.
Zutaten (Likör):
- 1 Handvoll Fichtenspitzen oder Harz (getrocknet)
- 500 ml Korn oder Wodka
- 2 EL Honig, 1 Stück Zimt
Zubereitung: Alles in ein Glas geben, 3 Wochen ziehen lassen, abseihen. Für die Salbe Harz in Öl ausziehen und mit Bienenwachs mischen.
Dezember-Highlight: Winterkräuter, Wurzeln & Vitaminquellen im Fokus
Im Dezember liegt die Natur im Winterschlaf – doch für aufmerksame Sammler gibt es immer noch kleine Schätze zu entdecken. Zwischen kahlen Feldern finden sich wintergrüne Kräuter, und unter der Erde lagern Wurzeln voller Kraft. Auch Früchte wie Sanddorn oder Schlehen hängen häufig noch an den Sträuchern und liefern wertvolle Vitamine für dunkle Wintertage.
Vogelmiere – Frisches Grün im Dezember
Selbst im tiefen Winter bleibt die Vogelmiere sichtbar. Sie wächst sogar unter Schnee und liefert wertvolles Vitamin C – ein stiller Vorrat an Frische in der kargen Jahreszeit.
Geerntet wird an frostfreien Tagen. Die zarten Triebe passen in Salate, Frischkäse oder Smoothies – mild, nährstoffreich und wohltuend für das Immunsystem.
Räuchern in den Rauhnächten
Zwischen Weihnachten und dem 6. Januar liegen die traditionellen Rauhnächte – eine Zeit des Rückblicks, der Reinigung und des Neubeginns. Seit Jahrhunderten werden dazu getrocknete Kräuter und Harze verräuchert.
Typische Pflanzen dafür sind Wacholder zur Klärung, Beifuß zum Schutz sowie Harze wie Fichten- oder Kiefernharz. Auch Salbei oder Thymian finden in Räuchermischungen Verwendung.
Wichtig ist bewusstes Räuchern: mit feuerfestem Gefäß, offenem Fenster und Ruhe. So verbinden sich Pflanzenwissen und ein kleines Winterritual.
Eibischwurzel-Hustensirup
Die Eibischwurzel gehört zu den klassischen Heilpflanzen gegen Reizhusten. Im Dezember lässt sich daraus ein sanfter Hustensirup herstellen.
Die Wurzel wird ausgekocht, der Sud anschließend mit Honig oder Zucker eingedickt und abgefüllt. Der Sirup wirkt reizlindernd und beruhigt Hals und Schleimhäute – eine wertvolle Unterstützung in der Winterzeit.
Häufige Fragen zum Sammeln im Dezember
Kann man im Dezember noch Wildkräuter sammeln?
Ja — vor allem Wurzeln wie Klette, Löwenzahn und Wegwarte sowie wintergrüne Kräuter wie Vogelmiere oder Gänseblümchen.
Welche Pflanzen sind jetzt am einfachsten zu finden?
Wintergrün wie Vogelmiere oder Gänseblümchen — sie bleiben sichtbar, auch wenn andere Pflanzen zurückgezogen sind.
Welche Wurzeln kann ich im Winter ausgraben?
Klette, Löwenzahn und Wegwarte — besonders nährstoffreich und gut für Tee, Küche oder Tinkturen geeignet.
Woran erkenne ich die Klette im Winter?
An den trockenen Klettenfruchtständen („Klettenbälle“), die fast immer noch am Stängel hängen.
Gibt es etwas, das ich beim Sammeln beachten muss?
Ja — Abstand zu Straßen, keine geschützten Flächen, nur sammeln, wenn die Pflanze eindeutig bestimmt wurde und nie komplett entnehmen.
Kann Klettenwurzel verwechselt werden?
Ja — mit Beinwell. Beinwell hat weich behaarte, spitzere Blätter. Der Fruchtstand der Klette ist jedoch unverwechselbar.
Der Dezember ist kein Monat der Fülle – sondern ein Monat der Konzentration. Wenn du weiter durch das Kräuterjahr wandern willst, geht es hier entlang.






