Fotografie: Dirk S. (Kräuterleben®)
September Kräuter
🍃 Was - wann - wo sammeln.
Wildkräuter im September sammeln: Was jetzt wirklich wächst und reif ist
Im September lohnt sich ein genauer Blick: Nach der Mahd treiben viele Wildkräuter noch einmal jung und zart aus, während gleichzeitig Samen, Wildfrüchte und erste Wurzeln erntereif werden.
Hier siehst du, was du jetzt tatsächlich draußen findest, woran du den richtigen Erntezeitpunkt erkennst und was sich im September zum Sammeln und Bevorraten lohnt.
Wildkräuter im September: Warum gemähte Wiesen jetzt spannend sind
Bei mir in der Nähe liegt eine Waldwiese direkt an einem Hochsitz. Sie wird nicht vollständig gemäht, sondern in einzelnen Mähstreifen. Vermutlich handelt es sich um eine bewirtschaftete Wildäsungsfläche – und genau diese Art der Mahd macht die Wiese im September auch für Wildkräutersammler interessant.
Auf den ungemähten Bereichen steht noch der ältere Sommerbestand. In den gemähten Streifen wächst dagegen bereits wieder frisches, junges Grün. Dort finde ich jetzt neue Rosetten und zarte Blätter von Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Schafgarbe, Giersch, Gundermann und Brennnessel.
Für die Wildküche kann dieser Wiederaustrieb deutlich interessanter sein als der alte Bestand daneben. Die jungen Blätter sind meist zarter, weniger faserig und angenehmer zu verarbeiten. September bedeutet deshalb nicht nur Früchte, Samen und Wurzeln: Nach der Mahd beginnt auf geeigneten Flächen noch einmal eine kleine Saison für frisches Blattgrün.
Nicht auf gedüngten, mit Gülle behandelten oder gespritzten Flächen sammeln. Bei Wildwiesen außerdem sichtbar verunreinigte Stellen, Kirrungen und stark begangene Wildwechsel meiden und nur dort sammeln, wo Betreten und Sammeln erlaubt sind.
Unser Sammeltipp für September
Der zweite Frühling: Zartes Grün nach der Mahd
Nach der Mahd und neuen Niederschlägen treiben viele Wildkräuter im September noch einmal frisch aus. Besonders auf wieder begrünenden Wiesen und Wegrändern lohnt sich jetzt der Blick auf junge Blätter, Rosetten und neue Triebe.
| Löwenzahn | frische junge Blattrosetten |
| Sauerampfer | junge, zarte Blätter im Wiederaustrieb |
| Spitzwegerich | neue lanzettliche Blätter und junge Rosetten |
| Breitwegerich | frische Blätter und Rosetten |
| Breitwegerich-Ähren | Samen erst ernten, wenn die Ähren braun und trocken sind |
| Brennnessel | junge Triebspitzen nach der Mahd |
| Schafgarbe | frische fein gefiederte Blätter |
| Giersch | junge hellgrüne Blätter und neue Triebe |
| Gundermann | junge Triebe und frische aromatische Blätter |
Für die Wildküche ist dieser junge Wiederaustrieb oft interessanter als der alte Sommerbestand: Die Blätter sind meist zarter, frischer und weniger faserig.
Wildkräuter sammeln mit System
Der mobile Sammelguide führt dich auf drei verschiedenen Wegen zu den passenden Pflanzenkarten – auch wenn du noch nicht weißt, welche Pflanze du suchst.
Nach Monat
Was kann ich jetzt sammeln?
Nach Verwendung
Welche Pflanze passt zu meinem Zweck?
Nach Nährstoff-Fokus
Welche Wildpflanze liefert bestimmte Nährstoffe?
Du musst noch nicht wissen, welche Pflanze du suchst. Das System hilft dir, sie zu finden.
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Wildkräuter-Sammelguide ansehen →Wildkräuter im September: So sehen sie jetzt wirklich aus
Alle Fotos in dieser Übersicht sind Anfang September auf einer Waldwiese in Hunsrücker Höhenlage entstanden. Sie zeigen die Pflanzen in ihrem tatsächlichen Entwicklungsstadium – vom frischen Wiederaustrieb bis zum unreifen Samenstand.
Verwechslungen im Herbst
Sauerampfer: Junge, zarte Blätter kannst du in kleinen Mengen für Salate, Kräuterquark oder Suppen nutzen. Ältere, sehr große Blätter besser stehen lassen – sie werden zäher und enthalten relativ viel Oxalsäure.
Stumpfblättriger Ampfer: Junge Blätter sind grundsätzlich essbar, aber meist herber und weniger attraktiv. Für die Küche eher nur die ganz jungen Blätter nutzen; große, alte oder stark fleckige Blätter besser stehen lassen.
Sauerampfer: So schnell kann man sich vertun
Junge Ampferblätter sehen sich im Gras schnell ähnlich. Der wichtigste Blick geht deshalb auf die Blattform und den Blattgrund.
Sauerampfer erkennen
Eher schmale, längliche Blätter. Typisch ist der pfeilförmige Blattgrund mit zwei deutlich nach hinten gerichteten Zipfeln.
Stumpfblättriger Ampfer
Meist deutlich breitere, kräftigere Blätter. Der Blattgrund ist eher rundlich bis herzförmig – die typischen Pfeilzipfel des Sauerampfers fehlen.
Der Fokuswechsel
Samen und Wurzeln: Der zweite Schwerpunkt im September
Neben dem frischen Wiederaustrieb beginnt im September eine zweite spannende Sammelphase: Samen reifen aus und bei einigen Pflanzen startet langsam die Wurzelzeit.
Samen zur richtigen Zeit ernten
Brennnessel und Wegerich sind jetzt besonders interessant. Entscheidend ist der Reifegrad der jeweiligen Pflanze: Wegerich-Samenstände sollten braun und trocken sein, während bei Brennnesseln auch voll entwickelte grüne Samen genutzt werden können.
Jetzt beginnt die Wurzelzeit
Bei Pflanzen wie Löwenzahn und Wegwarte rückt im Herbst die Wurzel in den Mittelpunkt. Geerntet wird bevorzugt bei gut entwickelten Pflanzen und möglichst lockerem, nicht vernässtem Boden.
Samen im September zur richtigen Zeit ernten
Die Grundregel „Samen erst voll ausgereift ernten“ gilt allgemein – „grün = unreif“ aber nicht: Bei Brennnesseln können auch voll entwickelte grüne Samen genutzt werden, während bei Wegerich braune, trockene Ähren ein deutliches Reifezeichen sind.
Breitwegerich im September
Jetzt findest du oft noch junge Blätter und gleichzeitig Ähren in verschiedenen Reifestadien.
Blätter sammeln
Junge, frische Blätter sammeln. Sie eignen sich fein geschnitten für Salat, Kräuterquark, Suppen oder Gemüsegerichte. Ältere Blätter werden schnell zäh und faserig.
Ähren und Samen
Grüne Ähren wie auf dem Foto sind noch unreif. Erst braun und trocken ernten. Die reifen Samen lassen sich ausreiben und z. B. über Müsli oder Brot streuen.
Wildfrüchte
Wildfrüchte im September: Jetzt beginnt die Erntezeit
Im September treffen Wildkräuter und Wildfrüchte aufeinander. Jetzt reifen Hagebutten, Holunder, Weißdorn, Schlehen und weitere Herbstfrüchte – ideal für die Vorrats- und Wildkräuterküche.
Früchte richtig reif sammeln
Nicht nur der Monat entscheidet, sondern der tatsächliche Reifezustand am Standort. Farbe, Festigkeit und Geschmack zeigen oft besser als der Kalender, ob die Ernte beginnen kann.
Wildfrüchte mit Kräutern kombinieren
Herbstfrüchte lassen sich mit noch vorhandenen Wildkräutern verbinden: etwa Hagebutte mit Dost oder herzhafte Frucht-Chutneys mit aromatischen Kräutern. So wird aus dem Septemberfund mehr als nur Marmelade oder Saft.
Wildkräuter für den Winter haltbar machen
Im September beginnt nicht nur die Ernte, sondern auch die Vorratszeit. Was jetzt gesammelt wird, lässt sich trocknen, einlegen oder für die kalte Jahreszeit weiterverarbeiten.
Kräuter trocknen
Saubere, trockene Pflanzenteile luftig und schattig trocknen. Erst vollständig trocken in Gläser oder Papiertüten füllen.
Kräuter richtig trocknen & lagern →Oxymel und Kräuteransätze
Kräuter lassen sich auch in Honig und Essig konservieren. Entscheidend sind saubere Gefäße und einwandfreie Pflanzenteile.
Oxymel selber machen →Samen und Wurzeln bevorraten
Samen vollständig trocknen. Wurzeln gründlich reinigen, klein schneiden und anschließend zügig trocknen – so lassen sie sich gut für den Winter lagern.
Direkt zur Jahresübersicht
Im Wildkräuter-Kalender findest du alle Monate gebündelt – inklusive schneller Orientierung.
Wildkräuter-Checkliste für September
Welche Wildkräuter lassen sich in diesem Monat entdecken? Die kompakte Checkliste hilft dir, deine Funde abzuhaken und Fundort sowie Datum festzuhalten.
Der Sammelguide fürs ganze Kräuterjahr
Im September angefangen? Der mobile Sammelguide begleitet dich auch durch die übrigen Monate – mit Pflanzenkarten, Sammelzeiten, Fundorten und Erkennungsmerkmalen.
Sammelguide fürs ganze Kräuterjahr ansehen →Was sich im Oktober verändert
Im Oktober wandert die Energie der Pflanzen weiter in Wurzeln und Rinden. Die Sammelsaison wird ruhiger, das Grün zieht sich zurück – doch bestimmte Pflanzen erreichen jetzt ihren wertvollsten Zustand.














