Beifuß ( Artemisia vulgaris )

Beifuß ist eine alte heimische Kultur- und Heilpflanze, die traditionell im Zusammenhang mit Verdauung, Würzkraft und Räucherbräuchen genutzt wird. Verwendet werden die oberirdischen Pflanzenteile, insbesondere Blätter und Blütenspitzen, meist als Tee, Gewürz oder getrocknetes Kraut. Gesammelt wird Beifuß im Sommer bis zur Blüte (Juli–September).

Hinweis: Aufgrund der Bitter- und Aromastoffe maßvoll verwenden und nicht dauerhaft anwenden.

Einordnung im Pflanzenwissen

Beifuß ist eine alte Kultur- und Wildpflanze und wird im Pflanzenwissen sowohl den Wildkräutern als auch den Heilpflanzen zugeordnet. Die folgenden Wissensseiten ordnen ihn in den größeren Zusammenhang ein und geben einen Überblick über Grundlagen und traditionelle Einordnung.

Beifuß (Artemisia vulgaris): Erkennung, Anwendung, Tee & Gewürz, Verwechslungen
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Beschreibung

Beifuß – aromatisches Wild‑ & Küchenkraut mit tief fiederteiligen, oberseits dunkelgrünen und unterseits silbrig‑filzigen Blättern; geschätzt als Gewürz zu kräftigen Speisen & als mild‑bitteres Teekraut.

Botanische Einordnung

Beifuß, wissenschaftlich Artemisia vulgaris, gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler). Typisch sind fiederteilige Blätter (oben grün, unten weißfilzig), aufrechte oft rötliche Stängel und rispige, unscheinbare Blütenköpfchen in gelblich‑bräunlichen Tönen.

Vorkommen und Standort

Mehrjährig; weit verbreitet an Wegrändern, Ufern, Ruderalstellen und in Gärten. Bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen mit eher trockenen bis frischen, nährstoffreichen Böden. Blüte meist Juni–September.

Cluster bei Kräuterleben

Ein Schwerpunkt bei Wildkräutern (sicher erkennen) sowie in Rezepte & Küche und Vorrat & DIY (Tee, Kräutersalz, Gewürzöl). Im Bestimmungstool steht er für fiederteilige Blätter mit silbrig‑weißer Unterseite & rispige, unauffällige Blütenstände.

Verwendungszweck

Hinweis: Lebensmittel & traditionelle Nutzung; ersetzt keine ärztliche Beratung. Herkunft & Sauberkeit beachten.

Innerliche Anwendung (Küche)

Frische Triebspitzen & junge Blätter

Junge Blattspitzen sparsam als Gewürz zu Ofengemüse, Pilzen oder deftigen Speisen geben (aromatisch, mild‑bitter).

Kräutersalz/Gewürzmischung

Getrocknete Blätter fein zerreiben und mit Salz oder in Gewürzmischungen nutzen – klassisch zu Braten & Kartoffeln.

Teeaufguss

1–2 TL getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 6–8 Minuten ziehen lassen, abseihen – klassischer Beifuß‑Tee.

Andere Anwendungen

Gewürzöl/Essig

Trockenes Kraut in mildes Öl oder Apfelessig einlegen; einige Tage ziehen lassen – als Würzöl bzw. Kräuteressig verwenden.

Vorrat

Beifuß‑Kraut schonend trocknen (40–50 °C) und lichtgeschützt lagern – für Tees, Gewürzmischungen & Marinaden.

Trocknen & Vorrat

Ganze Triebspitzen luftig trocknen, dann Blätter abstreifen; dunkel & trocken lagern.

Mehr zur Praxis: Rezepte & Küche · Vorrat & DIY

Medizinische Verwendung (traditionell)

Hinweis: historische/volksmedizinische Angaben; keine Empfehlung.

Traditionelle Einsatzgebiete

Volksmedizinisch als Bitter‑ und Gewürzkraut rund um kräftige Speisen genutzt. Die Evidenz ist heterogen; Beifuß wird heute vor allem als Lebensmittel/Gewürz und Teekraut verwendet.

Innerliche Anwendung

Üblich als Tee oder Küchengewürz. Herkunft, Verarbeitungs‑ und Hygieneaspekte beachten; moderate Verwendung.

Äußerliche Anwendung

Selten: Krautaufguss z. B. als milde Waschung.

Wirkstoffprofile im Überblick

  • Ätherische Öle (u. a. Thujon, 1,8‑Cineol, Borneol) – aromatisch‑bittrige Noten
  • Bitterstoffe/Sesquiterpenlactone (z. B. Artabsin) – klassisches Bitterkraut
  • Flavonoide – antioxidative Begleitstoffe
  • Gerbstoffe – adstringierend

Weiterführend: Pflanzenkunde

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil des Beifußes

Inhaltsstoff Kategorie Menge (%)
Ätherisches Öl (u. a. Thujon, 1,8‑Cineol, Borneol) Aromastoffe/Monoterpene variabel
Sesquiterpenlactone (z. B. Artabsin) Bitterstoffe variabel
Flavonoide Sekundäre Pflanzenstoffe variabel
Gerbstoffe Gerbstoffe variabel
Mineralstoffe & Vitamine (u. a. K, C) Mikronährstoffe jahreszeitlich schwankend
  • Ätherische Öle: prägen Geruch & Geschmack; in der Küche sparsam dosieren
  • Bitterstoffe: klassisches Bitterkraut in Küchen‑ & Teemischungen
  • Flavonoide: antioxidative Begleitstoffe
  • Gerbstoffe: adstringierend
  • Mikronährstoffe: Gehalte variieren je nach Standort & Ernte

Gehalte schwanken je nach Standort, Erntezeit und Verarbeitung.

DIY‑Rezepte – Beifuß‑Tee & Kräutersalz

Hinweis: Hygiene, saubere Standorte & sichere Bestimmung beachten.

Klassischer Beifuß‑Tee

  1. 2 gehäufte TL getrocknetes Beifuß‑Kraut in eine Tasse geben.
  2. Mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 6–8 Minuten ziehen lassen.
  3. Abseihen und nach Geschmack kombinieren, z. B. mit etwas Honig.
  4. Für Mischungen mit Salbei/Thymian kombinieren.
💡 Tipp: Nur sparsam dosieren – das Aroma ist kräftig.

Beifuß‑Kräutersalz/Gewürzmischung

  1. Getrocknete Blätter und Triebspitzen grob zerreiben.
  2. Mit grobem Salz (oder anderen Gewürzen) mischen.
  3. In kleinen Gläsern kühl & dunkel lagern.
💡 Tipp: Mit Zitronenschale und Kümmel kombinieren – klassisch zu Braten.

Gewürzöl/Essig‑Ansatz

  1. Beifuß‑Kraut mit mildem Öl (oder Apfelessig) übergießen, 10–14 Tage ziehen lassen; abseihen.
  2. Als Würzöl für Ofengemüse oder als Kräuteressig verwenden.

Weitere Ideen: Vorrat & DIY · Rezepte & Küche

Nachhaltigkeit & Sammelregeln

Grundinfo

Beifuß ( Artemisia vulgaris ) ist eine wertvolle Wildpflanze und Insektenfutter. Kraut maßvoll ernten und blühende Bestände schonen.

Sammelregeln

  • Standortwahl: unbelastete Flächen; Abstand zu stark befahrenen Straßen & Hundezonen.
  • Erntemenge: maximal ein Drittel pro Standort; nur gesunde, aromatische Triebspitzen schneiden.
  • Zeitpunkt: trockene Witterung; kurz vor oder zu Beginn der Blüte schneiden.
  • Trocknung: luftig & schattig; nicht pressen.
  • Recht: Schutzgebiete & Privatflächen beachten.
💡 Mehr Nachhaltigkeit: Beifuß gezielt im Garten kultivieren – wertvoll für Insekten & Küche.

Planung & Saison: Saisonfinder Wildkräuter · Kräuter nach Monaten

Verwechslungsgefahr / ähnliche Pflanzen

Kategorie: Wildkräuter · Küche & Tee · sichere Bestimmung

Ähnliche & mögliche Verwechslungen

  • Wermut( Artemisia absinthium ) – silbrig‑graue, stark behaarte Blätter; intensiver Bitterduft.
  • Beifuß‑Ambrosie( Ambrosia artemisiifolia ) – ähnlich gefiederte Blätter; andere Blütenstände; starker Pollenallergie‑Auslöser.
  • Rainfarn( Tanacetum vulgare ) – fiederteilige Blätter, gelbe Knopf‑Blütenstände; anderer Geruch & andere Gattung.

⚠️ Hinweis

Kein typischer gefährlicher Doppelgänger – dennoch Blattform (fiederteilig), Stängelfarbe & rispige Blütenstände prüfen. Mehr dazu: Giftpflanzen & Verwechslungen

Kombinationen mit Beifuß

Beifuß passt in Tee‑ & Küchenmischungen hervorragend zu:

  • Salbei & Thymian – herzhafte Küchen‑ und Teemischungen
  • Rosmarin & Oregano – kräftig, mediterran angehaucht
  • Zitronenschale – hebt das Aroma in Öl/Essig & Tees
  • Kümmel – klassisch zu Braten & Kartoffeln

Mehr Kräuter entdecken: Pflanzen‑Übersicht

Artenschutz‑Hinweis & Kommission E‑Monographien

Artenschutz & Sammelregeln

Bestände schonen, nur maßvoll schneiden; in Schutzgebieten nicht sammeln. Im Garten bietet Beifuß Nahrung & Struktur für Insekten.

Mehr Hintergründe: Pflanzenkunde

Kommission E

Für Beifuß liegt keine Kommission‑E‑Monographie vor; Nutzung vorwiegend als Lebensmittel/Gewürz‑ und Teekraut.

Wesentliche Hinweise

  • Fokus auf sichere Bestimmung, maßvolle Verwendung & individuelle Verträglichkeit (Asteraceae‑Allergien beachten).

Bezugsmöglichkeiten & Einkauf

Beifuß ist saisonal frisch zu finden; getrocknetes Kraut sowie Saatgut/Jungpflanzen sind im Handel erhältlich.

Formen

  • Getrocknetes Kraut: für Tee, Gewürzmischungen & Ölauszüge.
  • Topf/Jungpflanzen/Saatgut: für naturnahe Beete & Küchengärten.
  • Vorrat: Kräutersalz, Gewürzöl, Tee.

Beim Kauf achten

  • Qualität: aromatisches, sauber getrocknetes Kraut.
  • Herkunft: bevorzugt Bio‑Anbau oder zertifizierte Wildsammlung.
  • Lagerung: lichtgeschützt, trocken, luftdicht.
Praxis: Regionale Kräuterhöfe & Gärtnereien bieten Kraut & Saatgut in Saison.

Persönliche Erfahrung

Beifuß als Gewürz zu Ofenkartoffeln – und im Herbst ein milder Tee: aromatisch, sparsam dosiert, schnell gemacht.

Volksglaube, Brauchtum & alte Namen

Beifuß gilt traditionell als Schutz‑ und Räucherkraut (z. B. in Kräuterbuschen zu Johanni); als Küchengewürz seit Jahrhunderten geschätzt.

Alte Namen: Gemeiner Beifuß.

Mehr Tradition & Geschichten: Vergessene Heilpflanzen · Zeitreise

Nebenwirkungen & rechtlicher Hinweis

Beifuß ist in Küchenmengen meist gut verträglich. Aufgrund enthaltener Bitter‑ und Aromastoffe (ätherisches Öl) ist individuelle Vorsicht angebracht; bei spezifischen Vorerkrankungen Rücksprache halten.

Bitte beachten:
  • Schwangerschaft/Stillzeit: sparsam als Gewürz; konzentrierte Zubereitungen/ätherisches Öl meiden.
  • Allergien/Unverträglichkeiten gegenüber Korbblütlern; mögliche Kreuzreaktionen (z. B. Beifuß‑Sellerie‑Gewürz).
  • Empfindlichkeit gegenüber Thujon‑haltigen Ölen; bei Krampfneigung/Lebererkrankungen zurückhaltend verwenden.

Bei Unsicherheit nicht verwenden. Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung.

Rechtlicher Hinweis: Informationen aus überlieferten Anwendungen sowie öffentlich zugänglichen Quellen; keine medizinische Beratung.

FAQ – Häufige Fragen

Wie erkenne ich Beifuß sicher?

Tief fiederteilige Blätter (oben dunkelgrün, unten silbrig‑weiß), oft rötlich‑braune Stängel, rispige unscheinbare Blütenköpfchen. Standort & Geruch prüfen.

Kann ich Beifuß roh essen?

Ja, junge Blätter sparsam als Gewürz in Butter, Quark oder Salaten – nur aus sauberen Beständen und gut gereinigt.

Wobei wird Beifuß traditionell eingesetzt?

Vor allem als Küchen‑ und Teekraut rund um kräftige Speisen; volksmedizinische Angaben existieren, moderne Evidenz ist heterogen.

Wie trockne ich das Kraut?

Triebspitzen schattig & luftig ausbreiten oder bei 40–50 °C trocknen; anschließend lichtgeschützt lagern.

Lässt sich Beifuß im Garten anbauen?

Ja, sonnig bis halbschattig, nährstoffreiche Böden; vielseitiges Gewürz‑ & Insektenkraut.

Kooperations‑Tipps & Hausapotheke: Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter & Nährstoffmangel · Wildkräuter

Quellenangabe & weiterführende Seiten

Artemisia vulgaris. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. (Abruf: 29. Juli 2025)

Weiterführend auf Kräuterleben: Start · Pflanzen‑Übersicht · Pflanzenkunde · Gesundheit & Hausapotheke · Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter‑Zahnpasta selbst machen

Autor: Kräuterleben Redaktion · Qualitätsprüfung: intern · Zuletzt aktualisiert: 22.08.2025

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