Große Klette

🍃 Arctium lappa




Kräuterleben · Wildkräuterwissen

Klette erkennen und sicher bestimmen

Spätestens wenn sich die bekannten Klettenfrüchte an Kleidung oder Hundefell festhaken, ist die Pflanze kaum zu übersehen. Schwieriger wird es deutlich früher: Im ersten Jahr bildet die Klette zunächst nur eine große Blattrosette und kann dann leicht mit anderen großblättrigen Pflanzen verwechselt werden. Auch das Alter der Pflanze spielt eine wichtige Rolle, denn erst im zweiten Jahr entwickelt sie den kräftigen Blütenstängel. Entscheidend sind deshalb Blattform, Blattunterseite, Wuchs und Entwicklungsstadium. Genau diese Merkmale schauen wir uns hier genauer an.

Steckbrief
Große Klette · Arctium lappa
Essbarkeit
Essbar
Vor allem die junge Pfahlwurzel wird als Gemüse genutzt.
Giftigkeit
Keine Giftpflanze
Trotzdem nur eindeutig bestimmte Pflanzen verwenden.
Verwechslungsgefahr
Mittel
Junge Rosetten ähneln anderen großblättrigen Pflanzen. Auch Klettenarten untereinander sind nicht immer leicht zu unterscheiden.
Schutzstatus
Nicht besonders geschützt
Wurzeln nur dort ausgraben, wo dies erlaubt ist. Schutzgebiete und Eigentumsrechte beachten.
Standort
Wegränder · Ufer · Brachen · Ruderalflächen
Bevorzugt nährstoffreiche, mäßig trockene bis feuchte Böden.
Lebenszyklus
Zweijährig
1. Jahr: Blattrosette und Pfahlwurzel. 2. Jahr: hoher Blütenstängel und Klettenfrüchte.
Blütezeit
Die Blüten erscheinen erst im zweiten Pflanzenjahr.
Wurzelernte
Am besten im Herbst des ersten Jahres. Alternativ im zeitigen Frühjahr, bevor die Pflanze im zweiten Jahr hochwächst.
Nutzbare Pflanzenteile
Wurzel · junge Triebe · junge Blattstiele
Für die Küche ist besonders die junge Pfahlwurzel interessant.
Küchennutzung
Gobo · kochen · schmoren · braten
Junge Wurzeln sind zarter; ältere Wurzeln werden zunehmend faserig.
Wichtig bei der Wurzel
Bei der Klette entscheidet das Pflanzenjahr: Im ersten Jahr bildet sie vor allem eine große Blattrosette und ihre kräftige Pfahlwurzel. Erst im zweiten Jahr wächst der hohe Blütenstängel mit den späteren Klettenfrüchten. Für die Küche werden deshalb bevorzugt junge Wurzeln vor der Blüte verwendet. Eine blühende Klette gehört bereits zum zweiten Pflanzenjahr und ihre Wurzel wird zunehmend faserig. Wurzeln nur dort ausgraben, wo dies erlaubt ist.
Klettenwurzel · Sammelzeit & Aussehen

Die beste Zeit für die Klettenwurzel

Bei der Klette lohnt sich im Herbst der Blick unter die Erde. Die kräftige Pfahlwurzel wird traditionell vor allem im Herbst des ersten Jahres oder noch im zeitigen Frühjahr des zweiten Jahres gesammelt – bevor sich der hohe Blütenstängel entwickelt. Im Oktober steht deshalb weniger die spätere Klettenblüte als vielmehr die junge Blattrosette und die darunterliegende Wurzel im Mittelpunkt.

1. Jahr erkennen

Im ersten Jahr bildet die Klette vor allem eine kräftige Blattrosette. Ein hoher, verzweigter Blütenstängel mit den typischen Klettenfrüchten fehlt noch.

2. Jahr erkennen

Im zweiten Jahr treibt die Pflanze kräftig in die Höhe, verzweigt sich und bildet Blüten sowie später die bekannten haftenden Kletten. Dann steckt bereits viel Energie im oberirdischen Wachstum.

Wie sieht die Klettenwurzel aus?

Die Wurzel ist länglich, kräftig und außen graubraun bis dunkelbraun, während das Innere deutlich heller ist. Als ausgeprägte Pfahlwurzel kann sie tief in den Boden reichen und lässt sich deshalb häufig nur mit Geduld vollständig ausgraben.

Gobo – die Klette als Wurzelgemüse

Unter dem Namen Gobo ist besonders die Wurzel der Großen Klette ( Arctium lappa ) als Gemüse bekannt. Damit ist die Klettenwurzel nicht nur aus der traditionellen Pflanzenkunde bekannt, sondern besitzt auch eine lange Geschichte als Nahrungsmittel.

Was ist eigentlich Klettenwurzelöl?

Der Name kann etwas täuschen: Klettenwurzelöl ist meist kein direkt aus der Wurzel gepresstes Öl. Üblicherweise handelt es sich um einen Ölauszug beziehungsweise ein Mazerat, bei dem Klettenwurzel in einem pflanzlichen Trägeröl ausgezogen wird. Solche Zubereitungen sind vor allem aus der traditionellen Haar- und Kopfhautpflege bekannt.

Kräuterleben · Bestimmung & Sicherheit

Ist das eine Große Klette? Jetzt prüfen

Die Große Klette fällt durch ihre sehr großen, herz- bis breit dreieckigen Blätter auf. Die Unterseite ist heller und dünn graufilzig. Im zweiten Jahr kommen die besonders auffälligen kugeligen Blütenköpfe mit hakigen Hüllblättern hinzu.

Wichtig: Im ersten Jahr bildet die Klette nur eine Blattrosette. Eine junge Pflanze lässt sich deshalb deutlich schwieriger bis zur Art bestimmen. Besonders die verschiedenen Klettenarten können sich ohne Blütenstände ähnlich sehen.

Interaktiver Bestimmungspfad
Schritt 1 von 4
Schritt 1

Sind die Grundblätter sehr groß, lang gestielt und herz- bis breit dreieckig?

Die unteren Blätter der Großen Klette können sehr groß werden. Ihre Spreite ist breit dreieckig bis herzförmig und sitzt an einem langen, kräftigen Blattstiel.

Darauf achten: Nicht allein nach der Blattgröße bestimmen. Auch andere Pflanzen können auffallend große Blätter besitzen.

Sicherheitshinweis

Eine große Blattrosette allein reicht nicht für eine sichere Bestimmung. Besonders im ersten Pflanzenjahr sollten Blattform, Blattunterseite und Wuchs gemeinsam geprüft werden.

Im zweiten Jahr liefern die kugeligen Körbchen mit den hakigen Hüllblättern eine wesentlich bessere Absicherung. Für die Große Klette sprechen außerdem die relativ großen, deutlich gestielten Blütenköpfe.

Die Wurzel sollte nicht ausgegraben werden, um eine unbekannte Pflanze erst anschließend zu bestimmen. Zuerst die Pflanze oberirdisch sicher einordnen und außerdem beachten, ob das Ausgraben am Standort überhaupt erlaubt ist.

Kräuterleben · Klette sicher bestimmen

Klette erkennen, bevor du die Wurzel sammelst

Wer Klettenwurzel sammeln möchte, sollte zuerst die Pflanze oberhalb des Bodens sicher bestimmen. Die Wurzel allein liefert dafür nur wenige eindeutige Merkmale. Auffällig sind vor allem die großen, breit herz- bis dreieckförmigen Blätter, ihre häufig graufilzige Unterseite und später die bekannten Klettenköpfe mit hakigen Hüllblättern. Für eine sichere Bestimmung sollten immer mehrere Merkmale zusammenpassen.

Wichtig beim Wurzelsammeln

Die für die Wurzelsammlung interessanten jungen Kletten besitzen häufig noch keine Blüten oder Klettenköpfe. Deshalb sollte eine Pflanze nicht allein anhand einer ausgegrabenen Wurzel bestimmt werden. Blattform, Blattunterseite, Blattstiel, Wuchs und Standort sollten bereits vor dem Ausgraben geprüft werden.

Große Klette auf einen Blick
  • Pflanze: Große Klette
  • Botanischer Name: Arctium lappa
  • Familie: Korbblütler
  • Lebensdauer: zweijährig
  • Sammelteil: Wurzel
  • Traditionelle Sammelzeit: Herbst des ersten Jahres oder Frühjahr des zweiten Jahres
  • Typische Blätter: sehr groß, breit herz- bis dreieckförmig, Unterseite dünn graufilzig
  • Wichtigste Regel: Pflanze vor dem Ausgraben sicher bestimmen
Merkmal Große Klette Ähnliche Klettenarten
Blätter Die Grundblätter sind sehr groß und breit herz- bis dreieckförmig. Die Unterseite ist meist heller und dünn graufilzig. Kleine Klette und Filz-Klette besitzen ebenfalls große, breite Blätter. Die Blattform allein reicht deshalb nicht für eine sichere Artbestimmung.
Blattstiel Die Stiele der Grundblätter sind bei der Großen Klette zumindest im unteren Bereich markig. Bei der Kleinen Klette sind die Grundblattstiele hohl. Dieses Merkmal kann bei der Unterscheidung der Arten helfen.
Wuchs Im ersten Jahr entwickelt sich vor allem eine kräftige Blattrosette. Im zweiten Jahr erscheint der aufrechte, verzweigte Blütenstängel. Die Große Klette erreicht dann häufig etwa 80 bis 150 cm. Auch andere Klettenarten wachsen zweijährig und können einen sehr ähnlichen Gesamteindruck machen. Junge Rosetten sind deshalb schwieriger bis zur Art zu bestimmen.
Klettenköpfe Die Blütenköpfe sind einschließlich der abstehenden Hüllblätter etwa 30–45 mm breit. Alle Hüllblätter besitzen eine hakenförmige Spitze. Die Filz-Klette besitzt kleinere, auffällig wollig-filzige Köpfchen. Bei der Kleinen Klette sind die Köpfchen ebenfalls meist deutlich kleiner.
Wurzel Kräftige, längliche Pfahlwurzel. Außen ist sie bräunlich, im Inneren deutlich heller. Sie kann tief im Boden sitzen. Die Wurzel allein ist kein zuverlässiges Merkmal, um verschiedene Klettenarten oder unbekannte Jungpflanzen sicher voneinander zu unterscheiden.
Standort Typisch sind nährstoffreiche Ruderalstellen, Weg- und Uferränder sowie andere offene, nährstoffreiche Bereiche. Auch andere Klettenarten besiedeln ähnliche Standorte. Der Fundort allein ist deshalb kein Bestimmungsmerkmal.
Wurzelsammelzeit Herbst des ersten Jahres oder zeitiges Frühjahr des zweiten Jahres Später steckt die Pflanze zunehmend Energie in Blütenstängel und Blütenbildung. Deshalb wird die Wurzel traditionell vor dieser Phase gesammelt.
Sicherheitsregel Erst die Pflanze bestimmen – dann die Wurzel ausgraben Bei Unsicherheit nicht sammeln oder verwenden
Kräuterleben® Prüfpfad

Vor dem Ausgraben drei Dinge prüfen

Bei der Klettenwurzel beginnt die Bestimmung nicht unter, sondern über der Erde. Besonders bei einer jungen Pflanze ohne Blüten lohnt sich ein genauer Blick auf Rosette und Blattstiele.

  • 1. Blätter ansehen: groß, breit herz- bis dreieckförmig und auf der Unterseite deutlich heller bis graufilzig.
  • 2. Blattstiele prüfen: bei der Großen Klette sind die Grundblattstiele zumindest im unteren Bereich markig und nicht hohl.
  • 3. Pflanzenalter beachten: für die traditionelle Wurzelsammlung ist vor allem die junge Pflanze vor der Ausbildung des hohen Blütenstängels interessant.

Merksatz: Große Blattrosette, helle Blattunterseite und kräftige, markige Blattstiele – erst wenn die Merkmale zusammenpassen, kommt die Wurzel überhaupt ins Spiel.

Kräuterleben · Verwechslungen erkennen

Große, Kleine oder Filz-Klette?

Die wichtigste Verwechslungsgefahr der Großen Klette liegt bei den anderen Klettenarten. Besonders Kleine Klette und Filz-Klette können auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken.

Wichtig: Die Größe der ganzen Pflanze reicht zur Unterscheidung nicht aus. Aussagekräftiger sind Blütenköpfe, deren Stiele, Hüllblätter und Behaarung. Im ersten Jahr ist eine sichere Artbestimmung deutlich schwieriger.

Vergleich 1

Große Klette · Arctium lappa

Die großen Grundblätter sind breit dreieckig bis herzförmig und auf der Unterseite heller sowie dünn graufilzig. Besonders hilfreich werden im zweiten Jahr die Blütenköpfe.

Typisch: vergleichsweise große Blütenköpfe von etwa 3 bis 4,5 cm, meist deutlich und mehrere Zentimeter lang gestielt. Die Hüllblätter enden in hakig gekrümmten Spitzen.
Vergleich 2

Kleine Klette · Arctium minus

Die Blätter können denen der Großen Klette stark ähneln. Auch deshalb sollte die Art nicht allein über Blattgröße oder Wuchshöhe bestimmt werden.

Typisch: Die Blütenköpfe sind meist deutlich kleiner, ungefähr 1,8 bis 2,5 cm, und sitzen häufig nur kurz gestielt oder nahezu direkt am Zweig.
Vergleich 3

Filz-Klette · Arctium tomentosum

Bei dieser Art lohnt sich besonders der direkte Blick auf die Blütenköpfe. Sie wirken oft auffällig heller als bei der Großen Klette.

Typisch: Zwischen den Hüllblättern sitzt ein dichter, weißlich-spinnwebiger Filz. Dieses Merkmal ist draußen besonders auffällig.

Schnellvergleich draußen

Große Klette: große, deutlich gestielte Köpfchen · kein dichter weißer Filz

Kleine Klette: deutlich kleinere Köpfchen · kurz gestielt bis nahezu sitzend

Filz-Klette: kleinere Köpfchen · auffällig weißlich-spinnwebiger Filz

Was ist mit einer jungen Klette?

Im ersten Jahr bildet die Pflanze noch keine Blütenköpfe, sondern hauptsächlich eine kräftige Blattrosette. Genau dann wird die Unterscheidung der Klettenarten schwieriger.

Eine Rosette lässt sich deshalb häufig eher sicher als Klette einordnen als eindeutig als Große Klette. Für die genaue Artbestimmung liefern die Blütenköpfe im zweiten Jahr zusätzliche wichtige Merkmale.

Nicht jede Klette passt perfekt ins Schema

Neben Großer, Kleiner und Filz-Klette kommt unter anderem auch die Hain-Klette ( Arctium nemorosum ) vor.

Außerdem können Klettenarten miteinander hybridisieren. Eine einzelne Pflanze muss deshalb nicht immer eindeutig in einen einfachen Drei-Arten-Vergleich passen.

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