Löwenzahn

🍃 Löwenzahn

(Taraxacum officinale) ist nahezu vollständig nutzbar. Seine Bitterstoffe machen ihn zu einer klassischen Bitterpflanze und finden sich auch in vielen Bittertropfen.



Kräuterleben · Wildkräuter sicher bestimmen

Löwenzahn-Pflanze bestimmen: Merkmale erkennen und Verwechslung vermeiden

Gelbe Korbblütler leuchten im Frühjahr und Sommer auf fast jeder Wiese – doch steht dort wirklich der echte Gewöhnliche Löwenzahn oder ein optisch täuschend ähnlicher Doppelgänger? Wer Wildkräuter für die Küche oder die Hausapotheke sammeln möchte, sollte beim Erkennen genau hinschauen.

Zwar lauern in der Natur keine hochgiftigen Gefahren bei dieser Pflanze, aber um Verwechslungen mit dem Gewöhnlichen Ferkelkraut oder dem Herbst-Löwenzahn sicher auszuschließen, kommt es auf eine Handvoll eindeutiger botanischer Merkmale an. Unser interaktiver Prüfpfad hilft dir dabei, das Kraut draußen Schritt für Schritt sicher zu identifizieren.

Steckbrief
Löwenzahn · Taraxacum officinale agg.
Essbarkeit
Essbar
Junge Blätter sind meist milder als ältere.
Giftigkeit
Ungiftig
Nur eindeutig bestimmte Pflanzen sammeln und verwenden.
Verwechslungsgefahr
Gering
Ähnliche Korbblütler wie Ferkelkraut oder Habichtskräuter sind möglich.
Schutzstatus
Nicht besonders geschützt
Örtliche Sammelverbote und Schutzgebiete beachten.
Standort
Wiesen · Wegränder · Gärten · Rasenflächen
Wächst besonders häufig auf nährstoffreichen, sonnigen bis halbschattigen Standorten.
Häufigkeit
Sehr häufig
In Deutschland sehr weit verbreitet und häufig anzutreffen.
Blütezeit
Hauptblüte meist im April und Mai; Nachblüten sind bis in den Herbst möglich.
Sammelzeit
Blätter vor allem im Frühjahr, Blüten während der Blütezeit; Wurzeln traditionell im Frühjahr oder Herbst.
Nutzbare Pflanzenteile
Blätter · Blüten · Wurzeln
Je nach Nutzung werden Blätter, Blüten oder Wurzeln gesammelt.
Traditionelle Verwendung
Küche · Kaffee-Ersatz · Volksmedizin
Löwenzahn hat eine lange Tradition als Nahrungs- und Wildpflanze sowie in der Volksmedizin.
Hinweis
Löwenzahn ist meist gut zu erkennen, kann aber mit ähnlich aussehenden Korbblütlern verwechselt werden. Verwende die Pflanze nur, wenn du sie anhand mehrerer Merkmale sicher bestimmt hast. Die Informationen ersetzen keine fachkundige Beratung. Das Sammeln und Verwenden erfolgt auf eigene Verantwortung.
Löwenzahnt Steckbrief als PDF

Löwenzahn kennt jeder – aber sicher bestimmen ist schwieriger als gedacht

Löwenzahn bestimmen · genauer hingeschaut

Der botanische Albtraum: Warum es nicht „den einen“ Löwenzahn gibt

Die Blätter sehen oft unterschiedlich aus. Mal tief eingeschnitten, mal nur schwach gezackt – auch wenn es zu absolut klingt: Das typische Löwenzahnblatt gibt es meiner Ansicht nach nicht wirklich. Wenn keine Blüte sichtbar ist, fällt mir die Bestimmung nicht immer leicht.

Dahinter steckt die enorme Vielfalt der Gattung Taraxacum. Für Deutschland sind mehr als 400 Arten beschrieben. Viele vermehren sich durch Apomixis, also Samenbildung ohne Befruchtung. Für die genaue Artbestimmung reicht deshalb ein einzelnes Blatt oft nicht aus – Botaniker vergleichen mehrere Merkmale von Blättern, Blütenständen und Früchten.

Quellen: FloraWeb – Taraxacum sect. Ruderalia · Senckenberg – Bestimmung kritischer Pflanzengruppen, Gattung Taraxacum

Herbst-Löwenzahn (Scorzoneroides autumnalis) ist kein Löwenzahn

Besonders im Spätsommer kann der Herbst-Löwenzahn ähnlich wirken. Gefährlich ist die Verwechslung nicht automatisch – sie zeigt aber, warum beim Sammeln nicht allein nach der gelben Blüte bestimmt werden sollte.

Löwenzahn · Verwechslung erkennen

Löwenzahn oder Herbst-Löwenzahn? Daran erkennst du den Unterschied

Gelbe Blüte, gezähnte Blätter, Wiesenstandort: Auf den ersten Blick kann der Herbst-Löwenzahn dem gewöhnlichen Löwenzahn ähnlich sehen. Gerade im Spätsommer und Herbst lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf den Blütenstiel. Hier zeigt sich einer der auffälligsten Unterschiede.

Schnell erkannt

Beim gewöhnlichen Löwenzahn sitzt normalerweise ein einzelner gelber Blütenkorb auf einem unverzweigten, blattlosen und hohlen Blütenschaft. Der Herbst-Löwenzahn besitzt dagegen häufig verzweigte Blütenstiele mit mehreren Blütenköpfen.

Gewöhnlicher Löwenzahn

Die Blätter bilden eine grundständige Rosette. Aus ihr wachsen einzelne, blattlose und hohle Blütenschäfte. Jeder Schaft trägt normalerweise nur einen Blütenkorb.

Herbst-Löwenzahn

Der Herbst-Löwenzahn ( Scorzoneroides autumnalis , früher Leontodon autumnalis ) besitzt ebenfalls eine grundständige Blattrosette. Seine Blütenstiele sind jedoch häufig gabelig verzweigt und mehrköpfig.

Merkmal Löwenzahn Herbst-Löwenzahn
Blütenstiel unverzweigt meist gabelig verzweigt
Blütenköpfe normalerweise einer pro Schaft häufig mehrere
Blätter grundständige Rosette, sehr variabel gezähnt oder gelappt ebenfalls Rosette, meist buchtig gezähnt bis fiederspaltig
Blütezeit Schwerpunkt im Frühjahr, Nachblüten bis in den Herbst möglich vor allem im Sommer und Spätsommer
Merksatz

Ein unverzweigter Schaft – eine Blüte: Das spricht für den gewöhnlichen Löwenzahn. Verzweigter Stängel – mehrere gelbe Blütenköpfe: Dann solltest du genauer hinschauen.

Löwenzahn sicher erkennen

Erst prüfen, dann sammeln

Kräuterleben · Bestimmung & Sicherheit

Ist das Löwenzahn? Jetzt prüfen

Dieser Prüfpfad hilft dir, Löwenzahn über klar prüfbare Merkmale einzuordnen. Entscheidend ist die Kombination aus grundständiger Blattrosette, blattlosem unverzweigtem Blütenstängel, einzelner Blüte und weißem Milchsaft.

Wichtig: Löwenzahn wird nicht über nur ein einzelnes Merkmal bestimmt. Gerade ohne Blüte oder bei beschädigten Pflanzen sollte immer die Kombination mehrerer Merkmale geprüft werden.

Interaktiver Bestimmungspfad
Schritt 1 von 5
Schritt 1

Bildet die Pflanze eine bodennahe Blattrosette?

Beim Löwenzahn sitzen die Blätter typischerweise grundständig direkt am Boden.

Darauf achten: Die Blätter wachsen aus der Mitte am Boden, nicht entlang eines aufrechten Stängels.

Sicherheitshinweis

Löwenzahn sollte nicht allein über die gelbe Blüte bestimmt werden. Entscheidend sind Rosette, blattloser Stängel und ein einzelner Blütenkopf.

Sitzen Blätter am Stängel oder trägt ein Stängel mehrere Blüten, handelt es sich nicht um typischen Löwenzahn.

Löwenzahn – vom Blatt bis zur Pusteblume

Der Löwenzahn durchläuft mehrere gut erkennbare Stadien: von der geschlossenen, grünen Knospe über die gelb werdende Knospe kurz vor dem Aufblühen bis hin zur vollständig geöffneten Blüte und schließlich zum Samenstand nach der Blüte.

Kräuterleben · Löwenzahn sicher bestimmen

Löwenzahn oder ähnliche gelbe Korbblütler? Die Unterschiede draußen erkennen

Löwenzahn gehört zu den bekanntesten Wildpflanzen. Trotzdem können vor allem Ferkelkraut, Herbst-Löwenzahn und verschiedene Pippau-Arten auf den ersten Blick ähnlich aussehen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die gelbe Blüte, sondern der gesamte Aufbau der Pflanze: Blattrosette, Blütenstiel und Blätter sollten gemeinsam betrachtet werden.

Gut zu wissen

Beim Löwenzahn besteht normalerweise keine vergleichbare Gefahr durch hochgiftige Doppelgänger wie bei manchen Doldenblütlern. Ähnliche gelb blühende Korbblütler können jedoch leicht zu einer falschen Bestimmung führen. Deshalb lohnt sich auch hier der Blick auf mehrere Merkmale statt nur auf die Blüte.

Löwenzahn auf einen Blick
  • Pflanze: Löwenzahn
  • Botanische Einordnung: Taraxacum , häufig als Taraxacum officinale agg. bezeichnet
  • Familie: Korbblütler
  • Blätter: grundständig in einer Rosette
  • Blütenstiel: hohl, blattlos und normalerweise unverzweigt
  • Typisches Merkmal: ein einzelner gelber Blütenkorb auf jedem Blütenschaft
Merkmal Löwenzahn Ähnliche Arten
Blütenstiel Hohl, blattlos und unverzweigt. Jeder Schaft trägt normalerweise einen einzelnen Blütenkorb. Beim Ferkelkraut und Herbst-Löwenzahn sind die Blütenstiele häufig verzweigt und können mehrere Blütenköpfe tragen.
Blätter Die Blätter stehen ausschließlich in einer grundständigen Rosette und sind je nach Pflanze unterschiedlich stark gezähnt oder gelappt. Ferkelkraut besitzt meist deutlich borstig behaarte Rosettenblätter. Andere gelbe Korbblütler können schmalere oder anders gelappte Blätter besitzen.
Behaarung Die Blätter können kahl oder schwach behaart sein, wirken aber normalerweise nicht deutlich borstig. Beim Gewöhnlichen Ferkelkraut sind die Rosettenblätter typischerweise zerstreut borstig behaart.
Blütenaufbau Ein großer gelber Blütenkorb sitzt am Ende eines einzelnen Schafts. Herbst-Löwenzahn und Ferkelkraut bilden häufig verzweigte Blütenstände mit mehreren gelben Köpfchen.
Milchsaft Blätter und Blütenschaft führen weißen Milchsaft. Milchsaft allein ist kein sicheres Bestimmungsmerkmal, da auch andere Korbblütler Milchsaft führen können.
Wichtigster Check Rosette + blattloser hohler Schaft + unverzweigter Blütenstiel + einzelner Blütenkorb Ein gelber Blütenkopf allein reicht zur Bestimmung nicht aus.
Kräuterleben® Methode

Der 4-Punkte-Check: Löwenzahn draußen schnell prüfen

Beim Löwenzahn ist eine komplizierte Merkregel nicht nötig. Vier gut sichtbare Merkmale reichen meist aus, um den typischen Aufbau der Pflanze zu prüfen.

  1. Rosette ansehen: Alle Laubblätter entspringen direkt am Boden.
  2. Blütenstiel prüfen: Er ist blattlos, hohl und normalerweise unverzweigt.
  3. Blüte verfolgen: Jeder Blütenschaft trägt einen einzelnen gelben Blütenkorb.
  4. Gesamtbild vergleichen: Rosette, Blätter und Blütenschaft müssen gemeinsam zum Löwenzahn passen.

Merksatz: Blätter unten – Schaft ohne Blätter – ein Schaft, eine Blüte. Genau dieses Gesamtbild ist für den typischen Wiesen-Löwenzahn besonders charakteristisch.

Was, wann sammeln

Löwenzahn im Jahresverlauf

Löwenzahn · Sammeln

Erntezeit & nachhaltig sammeln

Beim Löwenzahn können verschiedene Pflanzenteile über einen großen Teil des Jahres gesammelt werden.

März–Okt.
Blätter
Über die ganze Saison sammelbar. Junge Blätter im Frühjahr sind besonders zart und mild, ältere meist deutlich bitterer.
April–Juni
Knospen & Blüten
Geschlossene Knospen vor dem Aufblühen sammeln, Blüten während der Blütezeit.
Herbst–Frühjahr
Pfahlwurzel
Die klassische Sammelzeit reicht vom Herbst bis ins zeitige Frühjahr.
Tipp: Wird Löwenzahn zurückgeschnitten oder bleibt beim Ausstechen ein Teil der Pfahlwurzel im Boden, treibt er häufig wieder frisch aus. Ärgerlich für den Gärtner – praktisch für Sammler, die junge Blätter suchen.
Beim Sammeln: Nur geringe Mengen aus kräftigen Beständen entnehmen. Stark befahrene Straßen sowie gedüngte oder behandelte Flächen meiden.
Löwenzahn sammeln · häufige Frage

Ist der weiße Milchsaft vom Löwenzahn giftig?

Viele kennen noch die Warnung aus der Kindheit: „Der weiße Saft ist giftig.“ Ganz so dramatisch ist es nicht. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn stuft Löwenzahn als gering giftig ein. Größere verzehrte Mengen des Milchsafts können unter anderem Bauchschmerzen, Brechreiz oder Durchfall verursachen.

Auch Hautkontakt kann bei empfindlichen Menschen zu Rötung oder Juckreiz führen. Beim normalen Sammeln besteht deshalb kein Grund zur Panik – größere Mengen sollte man dennoch nicht verzehren.

Verwendung der Wurzel

Praxiswissen & Ernte

Unter der Erde: Das Potenzial der Wildwurzeln nutzen

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Loewenzahnwurzel mit Blattgruen

Ist das noch Löwenzahn?

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Panaschierter Loewenzahn im Wald.

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Nach Monat

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Du musst noch nicht wissen, welche Pflanze du suchst. Das System hilft dir, sie zu finden.

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Was steckt in der Löwenzahnwurzel?

Warum enthält die Wurzel im Herbst deutlich mehr Inulin als im Frühjahr? Welche Wirkung ist traditionell anerkannt – und was ist tatsächlich wissenschaftlich belegt? Auf der eigenen Löwenzahnwurzel-Seite geht es außerdem um Tee, Trocknung und Muckefuck als Kaffeeersatz.

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