Vogelmiere ( Stellaria media )

Vogelmiere ist ein zartes, weit verbreitetes Wildkraut, das fast ganzjährig wächst und traditionell als mildes Wildgemüse genutzt wurde. Verwendet werden die oberirdischen Pflanzenteile, frisch als Salat, Beigabe zu Speisen oder sanft verarbeitet. Gesammelt wird Vogelmiere im Frühjahr bis Herbst, solange die Triebe jung und saftig sind.

Hinweis: Nur von sauberen, unbelasteten Standorten sammeln und frisch verwenden.

Vogelmiere (Stellaria media): Erkennung, Anwendung, Salat & Pesto, Verwechslungen
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Beschreibung

Vogelmiere – mildes Ganzjahreskraut für Salat, Pesto & Smoothies; sicher erkennen (Haarlinie am Stängel)!

Botanische Einordnung

Vogelmiere, wissenschaftlich Stellaria media, gehört zur Familie der Caryophyllaceae (Nelkengewächse). Typisch sind gegenüberstehende, weiche Blätter, zarte weiße Blüten mit tief gespaltenen Kronblättern (wirken wie 10), niederliegender Wuchs – und die einreihige Haarlinie entlang einer Stängelseite.

Vorkommen und Standort

Einjährig bis überwinternd; liebt humose, nährstoffreiche, eher frische Böden in Gärten, Beeten, Wiesen, Wegen. Ernte fast ganzjährig möglich – in milden Wintern durchgehend.

Cluster bei Kräuterleben

Ein Schwerpunkt bei Wildkräutern (sicher erkennen) sowie in Rezepte & Küche und Vorrat & DIY (Pesto, Kräutersalz, Aufstriche). Im Bestimmungstool steht sie für Haarlinie am Stängel, kleine Sternblüten & weiche Blätter.

Verwendungszweck

Hinweis: Lebensmittel & traditionelle Nutzung; ersetzt keine ärztliche Beratung. Verwechslungen ausschließen!

Innerliche Anwendung (Küche)

Frische Triebe & Blätter

Zart hacken und roh in Salate, Aufstriche, Butter oder kurz in Suppen/Pasta geben. Mild‑nussiges Aroma; roh am zartesten.

Öl- & Essigansatz

Trocken geschleuderte Kräuter mit Öl/Essig pürieren oder kurz marinieren; kühl & dunkel lagern. (Wasseranteil beachten – sauber arbeiten.)

Kräutersalz/Pulver

Schonend getrocknete Vogelmiere mit Salz vermahlen (siehe DIY) – handlich für ganzjähriges Würzen.

Andere Anwendungen

Vogelmiere‑Butter

Weiche Butter mit gehackter Vogelmiere, Salz & Zitrone verrühren; portionsweise einfrieren.

Grünes Kräuterpüree

Mit etwas Öl/Essig zu einer Paste pürieren – als Brotaufstrich oder für Dressings (dünn dosieren).

Einfrieren

Fein hacken, in Eiswürfelformen mit wenig Wasser/Öl einfrieren – praktisch für Smoothies & Suppen.

Mehr zur Praxis: Rezepte & Küche · Vorrat & DIY

Medizinische Verwendung (traditionell)

Hinweis: historische/volksmedizinische Angaben; keine Empfehlung.

Traditionelle Einsatzgebiete

Volksmedizinisch als mildes Frühlings‑ & Wildgemüse beschrieben; moderne Evidenz begrenzt – Vogelmiere wird primär als Lebensmittel genutzt.

Innerliche Anwendung

Üblich sind Speisen (frisch, Paste, Salz). Roh verzehren nur aus sicheren, sauberen Beständen (Hygiene beachten).

Äußerliche Anwendung

Kaum gebräuchlich.

Wirkstoffprofile im Überblick

  • Flavonoide & Phenolsäuren – antioxidative Begleitstoffe (Gehalte variabel)
  • Saponine – schaumaktive Begleitstoffe (in üblichen Küchenmengen verträglich)
  • Mineralstoffe (z. B. Kalium, Magnesium, Eisen) – standortabhängig
  • Vitamin C – frisch höher, durch Lagerung/Erhitzen geringer

Weiterführend: Pflanzenkunde

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil der Vogelmiere

Inhaltsstoff Kategorie Menge (%)
Flavonoide/Phenolsäuren Sekundäre Pflanzenstoffe variabel
Saponine Sekundäre Pflanzenstoffe variabel (gering bis moderat)
Vitamin C Mikronährstoff jahreszeitlich schwankend
Mineralstoffe (K, Mg, Fe) Mineralstoffe standortabhängig
Ballaststoffe Kohlenhydrate variabel
  • Flavonoide/Phenolsäuren: Begleitstoffe; tragen zu Farbe/Aroma bei
  • Saponine: schaumaktiv; Küchenmengen üblich
  • Vitamin C: frisch höher; schonend verarbeiten
  • Mineralstoffe: standortabhängig
  • Ballaststoffe: ernährungsphysiologischer Beitrag

Gehalte schwanken je nach Standort, Erntezeit und Verarbeitung.

DIY‑Rezepte – Vogelmiere‑Pesto & Kräutersalz

Hinweis: Hygiene & sichere Bestimmung beachten (Verwechslungen vermeiden).

Mildes Vogelmiere‑Pesto

  1. 60–80 g frische Vogelmiere (Triebe & Blätter) waschen, gut trocknen, grob schneiden.
  2. Mit 40 g Nüssen/Kernen, optional 40–50 g Hartkäse und 120 ml Öl fein pürieren.
  3. Salz & Zitrone abschmecken; in saubere Gläser füllen, mit Öl bedecken.
  4. Kühl lagern; zügig verbrauchen oder einfrieren.
💡 Tipp: Käse erst beim Servieren zugeben → längere Haltbarkeit im Glas.

Vogelmiere‑Kräutersalz

  1. Kräuter schonend trocknen (Dörrgerät/Backofen ~40–50 °C, Tür spaltbreit).
  2. Mit grobem Salz im Mixer pulsierend mahlen.
  3. Luftdicht & dunkel lagern; ideal zum Abschmecken.
💡 Tipp: Kleine Portionen anlegen – Aroma bleibt so frischer.

Ölansatz

  1. Trockengetupfte Kräuter mit mildem Öl pürieren/bedecken; wegen Wasseranteil besonders sauber arbeiten.
  2. 1–2 Wochen ziehen lassen, abseihen; kühl & dunkel lagern.

Weitere Ideen: Vorrat & DIY · Rezepte & Küche

Nachhaltigkeit & Sammelregeln

Grundinfo

Die Vogelmiere ( Stellaria media ) wächst rasch, oft in mehreren „Wellen“ pro Jahr. Regelmäßig, aber maßvoll ernten; schneidend statt ausreißend.

Sammelregeln

  • Saubere Standorte: fernab von Hundewiesen, Straßen, Spritzbereichen sammeln.
  • Nachhaltigkeit: Teilmengen schneiden; Bestände stehen lassen, damit sie nachwachsen.
  • Hygiene: gründlich waschen; roh verantwortungsvoll einsetzen.
  • Recht: Privatflächen & Schutzgebiete beachten; lokale Regeln einhalten.
💡 Merkmals‑Check (mind. 2): einreihige Haarlinie am Stängel, kleine weiße Sternblüten, gegenüberstehende weiche Blätter.

Planung & Saison: Saisonfinder Wildkräuter · Kräuter nach Monaten

Verwechslungsgefahr / ähnliche Pflanzen

Kategorie: Wildkräuter · Küche · sichere Bestimmung

Ähnliche & gefährliche Doppelgänger

  • Wolfsmilch‑Arten( Euphorbia spp. ) – weißer Milchsaft, kein Haarstreifen am Stängel; giftig.
  • Acker‑Gauchheil( Anagallis arvensis ) – orange/rote Blüten, andere Blattstellung; giftig.
  • Sternmiere( Stellaria graminea ) – ähnlich & essbar; feiner Wuchs, schmalere Blätter.

⚠️ Hinweis

Bei Unsicherheit grundsätzlich nicht sammeln. Mehr dazu: Giftpflanzen & Verwechslungen

Kombinationen mit Vogelmiere

Vogelmiere passt in der Küche hervorragend zu:

  • Nüssen/Kernen – z. B. Sonnenblume, Walnuss im Pesto
  • Kartoffeln & Gemüse – als Kräuterbutter/Pesto
  • Frühlingskräutern – z. B. Giersch, Sauerampfer, Gänseblümchen
  • Zitrone – hebt das milde Aroma

Mehr Kräuter entdecken: Pflanzen‑Übersicht

Artenschutz‑Hinweis & Kommission E‑Monographien

Artenschutz & Sammelregeln

Bestände schonen, flächig schneiden statt ausreißen; Schutzgebiete respektieren. In Beeten nur mit Erlaubnis ernten.

Mehr Hintergründe: Pflanzenkunde

Kommission E

Für Vogelmiere liegt keine Kommission‑E‑Monographie vor; Nutzung primär als Lebensmittel.

Wesentliche Hinweise

  • Fokus auf sichere Bestimmung & Küchenanwendung; medizinische Aussagen sind traditionell und begrenzt belegt.

Bezugsmöglichkeiten & Einkauf

Vogelmiere ist frisch am besten; teils als Microgreens oder aus Kräutergärtnereien erhältlich – zudem leicht selbst anzubauen.

Formen

  • Frische Bundware/lose: rasch verarbeiten oder kurzzeitig kühlen.
  • Topf/Jungpflanzen & Saatgut: für humose, frische Standorte (Selbstaussaat möglich).
  • Vorrat: Kräutersalz, Pesto, Paste; getrocknet mild im Aroma.

Beim Kauf achten

  • Frische: zarte, saftige Triebe; keine Welke.
  • Herkunft: bevorzugt Anbauware; Wildsammlung nur aus sicheren, erlaubten Quellen.
  • Hygiene: saubere Verarbeitung & Lagerung.
Praxis: Regionale Märkte & Kräutergärtnereien bieten im Frühjahr frische Ware und Microgreens.

Persönliche Erfahrung

Eine Handvoll Vogelmiere frisch über den Salat – mild und saftig. Für den Vorrat püriere ich kleine Portionen mit Öl und friere sie als „grüne Würfel“ ein.

Volksglaube, Brauchtum & alte Namen

Als nahrhaftes „Sternenkraut“ geschätzt; der reichliche Wuchs galt als Zeichen für guten Gartenboden. Beliebt als Futter‑ und Heilkraut in der Kleintierhaltung.

Alte Namen: Hühnerdarm, Mäusegedärm, Sternenkraut.

Mehr Tradition & Geschichten: Vergessene Heilpflanzen · Zeitreise

Nebenwirkungen & rechtlicher Hinweis

In üblichen Küchenmengen gut verträglich. Möglich sind individuelle Unverträglichkeiten (z. B. bei sehr großen Rohmengen). Nur aus sauberen Beständen verwenden.

Bitte beachten:
  • Verwechslungen ausschließen (Wolfsmilch etc.); nur sammeln, was sicher erkannt ist.
  • Standort & Hygiene: fernab von Belastungen ernten; gründlich waschen.
  • Bei Schwangerschaft/Stillzeit, Vorerkrankungen oder speziellen Diäten im Zweifel Rücksprache halten.

Bei Unsicherheit nicht verwenden. Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung.

Rechtlicher Hinweis: Informationen aus überlieferten Anwendungen sowie öffentlich zugänglichen Quellen; keine medizinische Beratung.

FAQ – Häufige Fragen

Wie erkenne ich Vogelmiere sicher?

Einreihige Haarlinie am Stängel, kleine weiße „Sternblüten“, gegenüberstehende weiche Blätter; niederliegende Matten.

Kann ich Vogelmiere roh essen?

Ja, sehr üblich – in Salaten, Aufstrichen oder als Pesto. Nur aus sauberen Beständen; gründlich waschen.

Wie vermeide ich Verwechslungen?

Nie allein nach Optik; Haarlinie prüfen, Blütenform ansehen. Wolfsmilch erkennt man am weißen Milchsaft – meiden.

Wie lange hält Pesto?

Frisch & sauber abgefüllt wenige Tage im Kühlschrank (mit Ölspiegel). Länger haltbar durch Einfrieren.

Lässt sich Vogelmiere im Garten anbauen?

Ja – humose, frische Böden; Selbstaussaat häufig. Auch als Microgreens kultivierbar.

Kooperations‑Tipps & Hausapotheke: Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter & Nährstoffmangel · Wildkräuter

Quellenangabe & weiterführende Seiten

Stellaria media. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. (Abruf: 29. Juli 2025)

Weiterführend auf Kräuterleben: Start · Pflanzen‑Übersicht · Pflanzenkunde · Gesundheit & Hausapotheke · Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter‑Zahnpasta selbst machen

Autor: Kräuterleben Redaktion · Qualitätsprüfung: intern · Zuletzt aktualisiert: 22.08.2025

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