Goldrute ( Solidago virgaurea )

Die Echte Goldrute ist eine heimische Wild- und Heilpflanze, die traditionell im Zusammenhang mit Harnwegen und Durchspülungsanwendungen genutzt wurde. Verwendet werden die oberirdischen Pflanzenteile, meist als Tee oder Auszug. Gesammelt wird Goldrute im Sommer während der Blütezeit (Juli–September).

Hinweis: Nicht bei bestehenden Nierenerkrankungen anwenden und nur sicher bestimmte heimische Arten verwenden.

Goldrute (Solidago virgaurea): Erkennung, Anwendung, Tee & Tinktur, Verwechslungen
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Beschreibung

Goldrute – leuchtend gelbe Spätsommerpflanze für die Hausapotheke (Durchspülung), gut zu erkennen an rispigen Blütenständen.

Botanische Einordnung

Goldrute, wissenschaftlich Solidago virgaurea, gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler). Typisch sind lanzettliche, fein gezähnte Blätter, aufrechte Stängel und zahlreiche, goldgelbe Körbchenblüten in lockeren Rispen; Blüte meist von Juli bis Oktober.

Vorkommen und Standort

Mehrjährig; wächst an Waldrändern, Magerrasen, Wegrainen, felsigen Hängen und in lichten Wäldern auf eher trockenen bis frischen, durchlässigen Böden; Sonne bis Halbschatten.

Cluster bei Kräuterleben

Ein Schwerpunkt bei Wildkräutern (sicher erkennen) sowie in Gesundheit & Hausapotheke (Tee, Tinktur – traditionell zur Durchspülung) und Vorrat & DIY (Trocknen, Mischungen). Im Bestimmungstool steht sie für gelbe Rispenblüten & lanzettliche Blätter.

Verwendungszweck

Hinweis: traditionelle Nutzung; ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären.

Innerliche Anwendung (Tee & Tinktur)

Goldruten‑Tee (Kraut)

1–2 TL getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Über den Tag verteilt trinken (Durchspülung beachten).

Tinktur (Kaltauszug in Alkohol)

Zerkleinertes, getrocknetes Kraut in ein Glas geben, mit 40 % Alkohol bedecken, 2–3 Wochen dunkel ziehen lassen, abseihen; tropfenweise in Wasser (äußere Grenzen/Verträglichkeit beachten).

Kaltansatz / Kaltauszug (mild)

1–2 TL Kraut in kaltem Wasser 6–8 Stunden ziehen lassen, kurz erwärmen, abseihen; sanft im Geschmack.

Andere Anwendungen

Mischtee (Durchspülung)

Goldrute mit Birkenblättern, Brennnessel oder Schachtelhalm kombinieren; viel trinken (Konzept Durchspülung).

Oxymel (milder Ansatz)

1 Teil Kraut mit 3 Teilen Honig & 1 Teil Apfelessig übergießen, 2 Wochen ziehen lassen, abseihen; esslöffelweise in Wasser.

Vorrat anlegen

Blühendes Kraut bei trockenem Wetter ernten, schonend im Schatten trocknen; luftdicht & dunkel lagern.

Mehr zur Praxis: Gesundheit & Hausapotheke · Vorrat & DIY

Medizinische Verwendung (traditionell)

Hinweis: historische/volksmedizinische Angaben; keine Empfehlung.

Traditionelle Einsatzgebiete

Volksmedizinisch wurde Goldrute innerlich zur Unterstützung der Harnwege (Durchspülung) genutzt; beschrieben werden entwässernde, krampflösende und reizlindernde Eigenschaften des Krauts.

Innerliche Anwendung

Üblich als Tee/Mischtee oder Tinktur (Dosierung/Verträglichkeit beachten). Viel Flüssigkeit einplanen.

Äußerliche Anwendung

Kaum gebräuchlich; Fokus liegt auf innerlicher Anwendung (Kraut).

Wirkstoffprofile im Überblick

  • Flavonoide (z. B. Rutosid, Quercetin‑Derivate) – antioxidativ, begleitend
  • Saponine – unterstützen die Durchspülung (traditionelles Konzept)
  • Phenolglykoside (z. B. Leiocarposid) – pflanzentypische Begleitstoffe
  • Gerbstoffe – adstringierend
  • Ätherische Öl‑Anteile – gering

Weiterführend: Pflanzenkunde

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil der Goldrute

Inhaltsstoff Kategorie Menge (%)
Flavonoide (z. B. Rutosid, Quercetin‑Derivate) Sekundäre Pflanzenstoffe 0,5–1,5 %
Saponine Saponine 1–3 %
Gerbstoffe Gerbstoffe 3–7 %
Phenolglykoside (Leiocarposid u. a.) Phenolische Verbindungen 0,2–0,6 %
Ätherische Öl‑Anteile Ätherische Öle 0,05–0,2 %
  • Flavonoide: antioxidative Begleitstoffe
  • Saponine: unterstützen Durchspülungskonzepte (traditionell)
  • Gerbstoffe: adstringierend
  • Phenolglykoside: pflanzentypische Begleitstoffe
  • Ätherische Anteile: gering

Gehalte schwanken je nach Standort, Erntezeit und Verarbeitung.

DIY‑Rezepte – Goldruten‑Tee & Tinktur

Hinweis: sichere Bestimmung & geeignete Anwendung beachten.

Klassischer Goldruten‑Tee

  1. 1–2 TL getrocknetes Kraut pro 250 ml Wasser verwenden.
  2. Mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.
  3. Abseihen und frisch trinken; über den Tag verteilt 2–3 Tassen.
💡 Tipp: Für Mischungen mit Birkenblättern oder Brennnessel die Gesamtmenge beibehalten.

Goldruten‑Tinktur (Kaltauszug)

  1. Getrocknetes, zerkleinertes Kraut in ein Glas geben; mit 40 % Alkohol bedecken.
  2. 2–3 Wochen dunkel ziehen lassen, gelegentlich schwenken.
  3. Abseihen, dunkel lagern; tropfenweise in Wasser einnehmen (Richtwerte individuell beachten).
💡 Tipp: Für alkoholfreie Varianten Oxymel oder Kaltansatz nutzen.

Sanfte Mischung (mit Hagebutte)

  1. Goldrute 2 Teile, Hagebutte 1 Teil, Birkenblätter 1 Teil mischen.
  2. 1–2 TL pro Tasse; wie oben aufgießen.

Weitere Ideen: Vorrat & DIY · Rezepte & Küche

Nachhaltigkeit & Sammelregeln

Grundinfo

Die Echte Goldrute ( Solidago virgaurea ) ist heimisch. Daneben kommen Kanadische und Riesen‑Goldrute als Neophyten vor (stark ausbreitend).

Sammelregeln

  • Artbezug: bevorzugt Echte Goldrute sammeln; Neophyten nicht weiterverbreiten (Samentragfähigkeit beachten).
  • Erntemenge: maximal ein Drittel pro Standort; Blüten/oberes Kraut schneiden.
  • Zeitpunkt: zur Blüte (Juli–Oktober), trockenes Wetter; schonend trocknen.
  • Recht: Schutzgebiete & Privatflächen beachten; lokale Regeln einhalten.
💡 Hinweis: Beim Trocknen locker ausbreiten, direkte Sonne meiden; dunkel lagern.

Planung & Saison: Saisonfinder Wildkräuter · Kräuter nach Monaten

Verwechslungsgefahr / ähnliche Pflanzen

Kategorie: Wildkräuter · Hausapotheke · sichere Bestimmung

Ähnliche & relevante Arten

  • Kanadische/Riesen‑Goldrute( Solidago canadensis / S. gigantea ) – üppigere, oft höhere Bestände; nicht giftig, aber neophytisch.
  • Jakobskreuzkraut( Senecio jacobaea ) – gelbe Dolden, gefiederte Blätter; stark giftig (PA), Blütenköpfe ohne Zungenblütenkranz‑„Rispe“ der Goldrute; sicher unterscheiden!
  • Färberkamille( Cota tinctoria ) – gelbe Blütenköpfe, andere Blatt-/Blütenform.

⚠️ Hinweis

Bei Unsicherheit grundsätzlich nicht sammeln. Mehr dazu: Giftpflanzen & Verwechslungen

Kombinationen mit Goldrute

In Teemischungen passt Goldrute gut zu:

  • Birkenblättern – klassische Durchspülung
  • Brennnessel – mineralstoffreich
  • Schachtelhalm – strukturgebend, traditionell ergänzt
  • Orthosiphon – in manchen Mischungen (regional unterschiedlich)
  • Hagebutte – milde Fruchtnote

Mehr Kräuter entdecken: Pflanzen‑Übersicht

Artenschutz‑Hinweis & Kommission E‑Monographien

Artenschutz & Sammelregeln

Heimische Bestände schonen; Blühflächen für Insekten belassen; in Schutzgebieten nicht sammeln.

Mehr Hintergründe: Pflanzenkunde

Kommission E

Für die Echte Goldrute ( Solidago virgaurea , „Solidaginis herba“) liegt eine positive Monographie zur innerlichen Anwendung im Rahmen von Durchspülungskonzepten vor (traditionelle Bewertung).

Wesentliche Hinweise

  • Anwendung als Teil von Trink‑/Durchspülungskonzepten; ausreichend Flüssigkeit einplanen.

Bezugsmöglichkeiten & Einkauf

Goldrute ist als getrocknetes Kraut, in Teemischungen und als Tinktur erhältlich.

Formen

  • Getrocknetes Kraut: geschnitten/gesiebt; dunkel & trocken lagern.
  • Teemischungen: mit Birke, Brennnessel, Schachtelhalm u. a.
  • Tinkturen/Extrakte: standardisierte Auszüge (Hinweise beachten).

Beim Kauf achten

  • Art/Bezeichnung: „Solidago virgaurea“ (Echte Goldrute); reines Kraut.
  • Herkunft: bevorzugt Bio‑Anbau oder zertifizierte Wildsammlung.
  • Qualität: sauber getrocknet, aromatisch; ohne Zusätze.
Praxis: Apotheken & Kräuterläden führen Goldrutenkraut solo oder als Mischungen; auf seriöse Herkunft achten.

Persönliche Erfahrung

Goldrute kam bei mir zuerst als milder Tee in einer Mischung mit Birkenblättern in die Tasse – angenehm aromatisch. Seither steht ein kleines Glas getrocknetes Kraut im Vorrat für den Spätsommer.

Volksglaube, Brauchtum & alte Namen

Goldrute galt als „heilend machend“ – der Gattungsname leitet sich von solidare (festigen/heilen) ab. Als Färbepflanze lieferte sie warmes Gelb.

Alte Namen: Goldwurz, Heidengold, Petrusstab.

Mehr Tradition & Geschichten: Vergessene Heilpflanzen · Zeitreise

Nebenwirkungen & rechtlicher Hinweis

Goldrute ist in der Regel gut verträglich. Möglich sind individuelle Unverträglichkeiten (v. a. bei Asteraceae‑Allergie). Das Konzept der Durchspülung erfordert ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Bitte beachten:
  • Bei Ödemen aufgrund eingeschränkter Herz‑/Nierentätigkeit keine Durchspülung ohne ärztliche Rücksprache.
  • Bei Fieber, Blut im Urin, Flankenschmerz oder länger anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären.
  • Schwangerschaft/Stillzeit: Anwendung vorab ärztlich besprechen.
  • Asteraceae‑Allergie: meiden.

Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung.

Rechtlicher Hinweis: Informationen aus überlieferten Anwendungen sowie öffentlich zugänglichen Quellen; keine medizinische Beratung.

FAQ – Häufige Fragen

Wie erkenne ich Goldrute sicher?

Aufrechte Stängel, lanzettliche Blätter, viele goldgelbe Körbchenblüten in Rispen (Juli–Oktober). Standort & Blütenaufbau prüfen.

Welche Goldrute soll ich sammeln?

Bevorzugt Echte Goldrute ( Solidago virgaurea ); Neophyten nicht weiterverbreiten.

Wie bereite ich Tee zu?

1–2 TL Kraut pro 250 ml, 10 Minuten ziehen; über den Tag verteilt trinken (ausreichend Wasser).

Gibt es Wechselwirkungen?

Bei Herz‑/Nierenerkrankungen oder Dauermedikation ärztlich klären; bei Asteraceae‑Allergie meiden.

Wann ist Sammelzeit?

Zur Blüte (Juli–Oktober); trocken ernten, schattig trocknen.

Kooperations‑Tipps & Hausapotheke: Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter & Nährstoffmangel · Wildkräuter

Quellenangabe & weiterführende Seiten

Solidago virgaurea. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. (Abruf: 29. Juli 2025)

Weiterführend auf Kräuterleben: Start · Pflanzen‑Übersicht · Pflanzenkunde · Gesundheit & Hausapotheke · Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter‑Zahnpasta selbst machen

Autor: Kräuterleben Redaktion · Qualitätsprüfung: intern · Zuletzt aktualisiert: 22.08.2025

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