Weißklee (Trifolium repens): Erkennung, Anwendung, Sirup & Blütenzucker, Verwechslungen
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Beschreibung

Weißklee – mildes Wildkraut & Blütenbegleiter für Küche & Vorrat; sicher bestimmen über Blattzeichnung & Blütenköpfe.

Botanische Einordnung

Weißklee, wissenschaftlich Trifolium repens, gehört zur Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchtler). Typisch sind dreigeteilte Blätter mit hellen, halbmondförmigen V‑Zeichnungen, kriechende Ausläufer (Stolone) und kugelige, weiß‑bis cremefarbene Blütenköpfe, die im Verblühen rosig werden.

Vorkommen und Standort

Mehrjährig; bildet Rasen‑ und Wiesenpolster auf nährstoffreichen, frischen bis feuchten Böden, an Wegrändern, in Parks und Gärten. Blüte meist Mai–September; Sonne bis Halbschatten.

Cluster bei Kräuterleben

Ein Thema bei Wildkräutern (sicher erkennen) sowie in Rezepte & Küche und Vorrat & DIY (Sirup, Blütenzucker, Essig). Im Bestimmungstool steht er für dreiteilige Blätter mit V‑Zeichnung & weiße, kugelige Blütenköpfe.

Verwendungszweck

Hinweis: Lebensmittel & traditionelle Nutzung; ersetzt keine ärztliche Beratung. Sauber sammeln & verarbeiten.

Innerliche Anwendung (Küche)

Frische Blätter & Blüten

Blätter fein schneiden, Blütenköpfe zerpflücken und als milde, leicht süßliche Ergänzung in Salaten, Pfannkuchenteig oder als Garnitur nutzen.

Öl- & Essigansatz

Saubere, trockene Blüten mit Öl oder mildem Essig ansetzen, kühl & dunkel lagern; ideal zum Verfeinern von Dressings und kalten Speisen.

Blütenzucker/Pulver

Getrocknete Blüten mit Zucker fein vermahlen (siehe DIY) – für Desserts, Tee und Gebäck.

Andere Anwendungen

Blütenbutter

Weiche Butter mit zerpflückten Weißklee‑Blüten, etwas Zitrone & Salz verrühren; zu frischem Brot oder Gemüse.

„Honig“/Sirup aus Blüten

Blüten in Wasser ausziehen, mit Zucker und Zitrone zu Sirup kochen – floral und mild (sparsam dosieren).

Einfrieren

Blüten locker vorfrieren und in Dosen füllen; Blätter fein hacken und portionsweise einfrieren.

Mehr zur Praxis: Rezepte & Küche · Vorrat & DIY

Medizinische Verwendung (traditionell)

Hinweis: historische/volksmedizinische Angaben; keine Empfehlung.

Traditionelle Einsatzgebiete

Volksmedizinisch gelegentlich als mildes Tee‑Kraut oder Speisewürze beschrieben; moderne Evidenz ist begrenzt – Weißklee wird primär als Lebensmittel genutzt.

Innerliche Anwendung

Üblich sind Speisen (frische Blätter/Blüten), Blütentee oder Sirup in kleinen Mengen; stets aus sauberen Beständen und sorgfältig verarbeitet.

Äußerliche Anwendung

Kaum gebräuchlich.

Wirkstoffprofile im Überblick

  • Flavonoide & Phenolsäuren – begleitende Pflanzenstoffe
  • Gerbstoffe – adstringierender Beitrag
  • Saponine – schäumende Begleitstoffe, bitter möglich
  • Isoflavone (Spuren) – leguminosentypische Verbindungen

Weiterführend: Pflanzenkunde

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil des Weißklees

Inhaltsstoff Kategorie Menge (%)
Flavonoide/Phenolsäuren Sekundäre Pflanzenstoffe variabel
Gerbstoffe (Tannine) Gerbstoffe variabel
Saponine Triterpene/Saponine gering–moderat
Isoflavone (Spuren) Phenolische Verbindungen gering
Cyanogene Glykoside* Stickstoffhaltige Verbindungen spurenhaft, variabel
  • Flavonoide/Phenolsäuren: farb‑/aromagebend, ernährungsphysiologisch interessant
  • Gerbstoffe: adstringierend; in Tee/Sirup dezent
  • Saponine: können leicht bitter sein; maßvoll dosieren
  • Isoflavone: leguminosentypisch; im Weißklee eher in Spuren
  • Cyanogene Glykoside: naturbedingt schwankend; Verarbeitung & maßvoller Verzehr beachten

*Gehalte schwanken je nach Standort, Erntezeit und Verarbeitung.

DIY‑Rezepte – Weißklee‑Sirup & Blütenzucker

Hinweis: Hygiene & sichere Bestimmung beachten; nur aus sauberen Beständen sammeln.

Klassischer Weißklee‑Sirup

  1. 4–5 Handvoll frische Weißklee‑Blütenköpfe vorsichtig säubern (nicht waschen, nur ausschütteln).
  2. Mit 600 ml Wasser kurz aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen (oder kalt 12 h), dann abseihen.
  3. 500–600 g Zucker und etwas Zitronensaft zufügen, sanft erhitzen, bis sich der Zucker löst.
  4. Heiß in saubere Flaschen füllen; kühl & dunkel lagern.
💡 Tipp: Für intensiveres Aroma die Blüten vorher kurz anmörsern.

Weißklee‑Blütenzucker

  1. Blüten schonend trocknen (Dörrgerät/Backofen ~40–50 °C, Tür spaltbreit).
  2. Mit feinem Zucker im Mixer pulsierend mahlen.
  3. Luftdicht & dunkel lagern; ideal für Tee, Desserts & Gebäck.
💡 Tipp: Kleine Portionen anlegen – Aroma bleibt so frischer.

Essigansatz

  1. Trockengetupfte Blüten mit mildem Apfel‑ oder Weißweinessig bedecken.
  2. 1–2 Wochen ziehen lassen, abseihen; kühl & dunkel lagern.

Weitere Ideen: Vorrat & DIY · Rezepte & Küche

Nachhaltigkeit & Sammelregeln

Grundinfo

Weißklee ( Trifolium repens ) ist häufig, blüht vom Frühling bis in den Herbst und ist eine wichtige Bienenweide. Sammeln nur an sauberen Standorten.

Sammelregeln

  • Verwechslungen ausschließen: Rotklee, Sauerklee & Hopfenklee sicher unterscheiden (siehe unten).
  • Nachhaltigkeit: pro Stelle nur einen Teil der Blütenköpfe pflücken – Insekten mitbedenken.
  • Hygiene: Blüten trocken ausschütteln; stark verschmutzte/feuchte Flächen meiden.
  • Recht: Privatflächen & Schutzgebiete beachten; lokale Regeln einhalten.
💡 Merkmals‑Check (mind. 2): dreiteilige Blätter mit heller V‑Zeichnung, kriechende Ausläufer, weiße kugelige Blütenköpfe.

Planung & Saison: Saisonfinder Wildkräuter · Kräuter nach Monaten

Verwechslungsgefahr / ähnliche Pflanzen

Kategorie: Wildkräuter · Küche · sichere Bestimmung

Ähnliche & mögliche Doppelgänger

  • Rotklee( Trifolium pratense ) – größere, rötliche Blütenköpfe; ebenfalls essbar; Blätter oft mit heller V‑Zeichnung.
  • Wald‑/Gewöhnlicher Sauerklee( Oxalis acetosella/O. corniculata ) – herzförmige Blättchen, deutlich säuerlich; andere Familie.
  • Hopfen‑/Schneckenklee( Medicago lupulina ) – kleine, gelbe Blütenähren; Blätter ähnlich dreiteilig.

⚠️ Hinweis

Bei Unsicherheit grundsätzlich nicht sammeln. Mehr dazu: Giftpflanzen & Verwechslungen

Kombinationen mit Weißklee

Weißklee passt in der Küche hervorragend zu:

  • Zucker/Honig – für Sirup, Blütenzucker, Desserts
  • Zitrone – hebt das florale Aroma
  • Apfel & Beeren – in Gelee/Kompotten
  • Milden Kräutern – z. B. Giersch oder Schnittlauch in Frühlingsmischungen

Mehr Kräuter entdecken: Pflanzen‑Übersicht

Artenschutz‑Hinweis & Kommission E‑Monographien

Artenschutz & Sammelregeln

Bestände schonen und Insekten berücksichtigen; in Schutzgebieten nicht sammeln. In Parks/Gärten nur mit Erlaubnis ernten.

Mehr Hintergründe: Pflanzenkunde

Kommission E

Für Weißklee liegt keine Kommission‑E‑Monographie vor; Nutzung primär als Lebensmittel/Teekraut.

Wesentliche Hinweise

  • Fokus auf sichere Bestimmung & Küchenanwendung; medizinische Aussagen sind traditionell und begrenzt belegt.

Bezugsmöglichkeiten & Einkauf

Weißklee ist frisch meist selbst gesammelt; als Saatgut/Jungpflanze häufig für Rasen/Naturgärten erhältlich.

Formen

  • Frische Blüten/Blätter: am besten direkt nach der Ernte verwenden.
  • Saatgut/Jungpflanzen: „Trifolium repens“ für halbschattige bis sonnige Lagen.
  • Vorrat: getrocknete Blüten, Blütenzucker, Sirup.

Beim Kauf achten

  • Herkunft: unbehandelte, pestizidfreie Ware bevorzugen.
  • Qualität: sauberes Pflanzenmaterial ohne Schimmel/Feuchte.
  • Pflegehinweis: Saatgut sortenrein („Weißklee/Trifolium repens“); Ausbreitung beachten.
Praxis: Regionale Märkte & Kräutergärtnereien bieten Saatgut/Jungpflanzen; Blüten am besten selbst sammeln.

Persönliche Erfahrung

Ein Glas Weißklee‑Sirup mit Sprudel im Sommer – mild floral. Die Blüten streue ich gern über Salate; Blütenzucker hält als kleines Vorratsglas monatelang.

Volksglaube, Brauchtum & alte Namen

Das Kleeblatt gilt als Glückssymbol; Weißklee war als Wiesen‑ und Weidepflanze eng mit der Hofkultur verbunden. Die Blüten sind klassische Bienenweide.

Alte Namen: Kriechender Klee, Weißblühender Klee, Dutch Clover.

Mehr Tradition & Geschichten: Vergessene Heilpflanzen · Zeitreise

Nebenwirkungen & rechtlicher Hinweis

In üblichen Küchenmengen gut verträglich. Möglich sind individuelle Unverträglichkeiten; Personen mit Hülsenfrüchtler‑Allergien sollten vorsichtig testen.

Bitte beachten:
  • Nur sauber gesammelte Blüten/Blätter verwenden; Schimmel/Feuchte vermeiden.
  • In Schwangerschaft/Stillzeit und bei speziellen Diäten/Erkrankungen die Eignung ärztlich abklären.
  • Maßvoll genießen; Verarbeitungshinweise beachten (Trocknung/Lagerung).

Bei Unsicherheit nicht verwenden. Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung.

Rechtlicher Hinweis: Informationen aus überlieferten Anwendungen sowie öffentlich zugänglichen Quellen; keine medizinische Beratung.

FAQ – Häufige Fragen

Wie erkenne ich Weißklee sicher?

Dreiteilige Blätter mit heller V‑Zeichnung, kriechende Ausläufer, weiße kugelige Blütenköpfe (im Verblühen rosig). Mindestens 2 Merkmale + Standort prüfen.

Kann ich Weißklee roh essen?

Ja, in kleinen Mengen üblich (Blüten/Blätter). Nur aus sauberen Beständen; locker ausschütteln.

Wie vermeide ich Verwechslungen?

Rotklee, Sauerklee und Hopfenklee sicher unterscheiden (Blütenfarbe, Blattform, Blütenstand). Im Zweifel stehen lassen.

Wie lange hält Sirup/Blütenzucker?

Sirup kühl & dunkel mehrere Wochen bis Monate (sauber gearbeitet). Blütenzucker luftdicht gelagert mehrere Monate.

Lässt sich Weißklee im Garten anbauen?

Ja, sonnig bis halbschattig, frische bis feuchte, nährstoffreiche Böden; breitet sich über Ausläufer aus.

Kooperations‑Tipps & Hausapotheke: Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter & Nährstoffmangel · Wildkräuter

Quellenangabe & weiterführende Seiten

Trifolium repens. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. (Abruf: 29. Juli 2025)

Weiterführend auf Kräuterleben: Start · Pflanzen‑Übersicht · Pflanzenkunde · Gesundheit & Hausapotheke · Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter‑Zahnpasta selbst machen

Autor: Kräuterleben Redaktion · Qualitätsprüfung: intern · Zuletzt aktualisiert: 22.08.2025

Hinweis: Die nachfolgenden Informationen basieren auf externen Quellen und wissenschaftlicher Literatur. Sie stellen KEINE Empfehlung dar, die Pflanze in der beschriebenen Weise zu verwenden. Jede Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

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