Bärentraube ( Arctostaphylos uva-ursi )

Die Bärentraube ist ein immergrüner Zwergstrauch, dessen Blätter traditionell im Zusammenhang mit Harnwegen und Blasenfunktion verwendet werden. Genutzt werden die Blätter, meist als Tee oder Auszug. Gesammelt werden sie im Frühjahr oder Herbst, wenn der Wirkstoffgehalt am höchsten ist.

Hinweis: Nur zeitlich begrenzt anwenden und nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit nutzen.

Einordnung im Pflanzenwissen

Die Bärentraube wird im Pflanzenwissen den Heilpflanzen zugeordnet und gilt als spezialisierte Wildpflanze. Die folgenden Wissensseiten ordnen sie in den größeren Zusammenhang ein und geben einen Überblick über Grundlagen und traditionelle Einordnung.

Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi): Wirkung, Anwendung, Blätter & Nebenwirkungen
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Beschreibung

Bärentraube – immergrüner, teppichbildender Zwergstrauch; traditionell kurzzeitig bei Harnwegsbeschwerden genutzt (Blätter).

Botanische Einordnung

Bärentraube, wissenschaftlich Arctostaphylos uva‑ursi, gehört zur Familie der Ericaceae (Heidekrautgewächse). Typisch sind ledrige, spatelförmige Blätter (unterseits heller), urnenförmige weiß‑rosafarbene Blüten und glänzend rote Beeren; Wuchs kriechend, Matten bildend.

Vorkommen und Standort

Weit verbreitet in der Nordhalbkugel; in Europa an sonnigen, trockenen, sauren Standorten: Heiden, Kiefernwälder, Dünen, Felsrasen. Sehr langsam wachsend; lokale Bestände teils geschützt – Wildsammlung ist in vielen Regionen untersagt.

Cluster bei Kräuterleben

Ein Schwerpunkt der Hausapotheke (kurzzeitig, unterstützend bei Harnwegen). Im Bestimmungstool steht sie für immergrünen, kriechenden Wuchs mit ledrigen Blättern; in DIY‑Rezepten als kalter Blätter‑Auszug (kurzzeitig; Hinweise beachten).

Verwendungszweck

Hinweis: traditionelle Nutzung; ersetzt keine ärztliche Beratung. Anwendung nur kurzzeitig, nicht für Kinder, Schwangerschaft/Stillzeit.

Übliche Anwendungen (traditionell)

Bärentraubenblätter‑Tee (kurzzeitig)

Kurzzeitige unterstützende Anwendung bei unkomplizierten Harnwegsbeschwerden wird traditionell beschrieben. Häufig als kalter Auszug zur Reduktion der Gerbstoffe; anschließend ggf. kurz erwärmt. Viel trinken und Wärme beachten.

Blätter‑Tinktur (nur kurzzeitig, niedrig dosiert)

Traditionell äußerlich/innerlich in sehr niedriger Dosierung erwähnt; innerliche Anwendung aufgrund möglicher Risiken nur nach fachlicher Rücksprache. Langzeitanwendung vermeiden.

Kombinationsmischungen

In Teemischungen oft kombiniert, z. B. mit Goldrute, Birkenblättern oder Orthosiphon (traditionelle Durchspülung). Individuelle Verträglichkeit prüfen.

Hinweise zur sicheren Praxis

Dauer & Häufigkeit

Traditionell empfohlen wird eine Anwendung von maximal etwa einer Woche und nur wenige Kurzeinsätze pro Jahr. Bei anhaltenden Beschwerden medizinisch abklären.

Nicht kombinieren mit

Präparaten, die den Urin stark ansäuern, sowie längerfristiger Anwendung. Wechselwirkungen beachten; fachlichen Rat einholen.

Mehr zur praktischen Anwendung: Gesundheit & Hausapotheke · Hausapotheke nach Beschwerde

Medizinische Verwendung (traditionell)

Hinweis: externe Quellen, keine Empfehlung.

Traditionelle Einsatzgebiete

Volksmedizinisch werden die Blätter der Bärentraube bei leichten, unkomplizierten Harnwegsbeschwerden unterstützend eingesetzt. Beschrieben werden antimikrobielle Effekte der Inhaltsstoffe (v. a. Arbutin) sowie adstringierende Gerbstoffe.

Innerliche Anwendung

Nur kurzzeitig und nicht dauerhaft; nicht für Kinder, Schwangerschaft/Stillzeit oder bei Nierenerkrankungen. Fachliche Rücksprache empfohlen.

Äußerliche Anwendung

Blätter finden äußerlich seltener Verwendung; Fokus liegt traditionell auf innerlicher Kurzzeitanwendung. Hautverträglichkeit stets prüfen.

Wirkstoffprofile im Überblick

  • Phenolglykoside (v. a. Arbutin, Methylarbutin) – Vorstufen von Hydrochinon, antimikrobiell diskutiert
  • Gerbstoffe (v. a. Gallotannine) – adstringierend
  • Flavonoide – antioxidativ
  • Triterpene (z. B. Ursolsäure) – traditionell beschrieben

Weiterführend: Pflanzenkunde

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil der Bärentraube

Inhaltsstoff Kategorie Menge (%)
Arbutin / Methylarbutin Phenolglykoside 5–15 %
Gerbstoffe (v. a. Gallotannine) Gerbstoffe 10–20 %
Flavonoide (Quercetin‑, Myricetin‑Derivate) Sekundäre Pflanzenstoffe 0,5–1,5 %
Triterpene (z. B. Ursolsäure) Triterpene 0,2–1,0 %
Phenolcarbonsäuren Phenolische Verbindungen 0,1–0,5 %
  • Arbutin: bildet unter bestimmten Bedingungen Hydrochinon; Anwendung nur kurzzeitig
  • Gerbstoffe: adstringierend; können Magen reizen
  • Flavonoide: antioxidativ
  • Triterpene: traditionell diskutierte Beiträge
  • Phenolcarbonsäuren: antioxidativ

Gehalte schwanken je nach Standort, Jahreszeit, Ernte und Verarbeitung.

DIY‑Rezepte – Bärentraubenblätter

Hinweis: traditionelle Angaben; innerliche Anwendung nur kurzzeitig; nicht für Kinder, Schwangerschaft/Stillzeit; ärztlichen Rat einholen.

Kalter Auszug (klassisch)

  1. Geschnittene Bärentraubenblätter mit kaltem Wasser übergießen.
  2. Mehrere Stunden ziehen lassen, abseihen (reduziert Gerbstoffe).
  3. Nach Bedarf kurz erwärmen; in kleinen Mengen trinken, viel Wasser zuführen.
💡 Tipp: Kurzzeit‑Anwendung beachten; auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten; bei Reizung absetzen.

Teemischung (Durchspülung, traditionell)

  1. Bärentraubenblätter mit Goldrute und Birkenblättern mischen.
  2. Mit heißem Wasser übergießen oder als Kaltauszug bereiten (siehe oben).
  3. Kurzzeitig anwenden; individuelle Verträglichkeit prüfen.
💡 Hinweis: Bei Fieber, Flankenschmerzen oder Blut im Urin ärztlich abklären; Selbstmedikation ist dann nicht geeignet.

Weitere Ideen: Vorrat & DIY · Rezepte & Küche

Nachhaltigkeit & Sammelregeln

Grundinfo

Bärentraube ( Arctostaphylos uva‑ursi ) wächst sehr langsam und bildet empfindliche Matten. In mehreren Ländern/Regionen steht sie unter Schutz. Blüte meist Frühjahr; rote Beeren im Sommer/Herbst.

Sammelregeln

  • Schutzstatus: Wildsammlung ist häufig verboten oder streng reglementiert – regionale Gesetze beachten.
  • Herkunft: nur geprüfte, kultivierte Ware verwenden; Bestände nicht schädigen.
  • Alternativen: bei Knappheit auf zugelassene Fertigpräparate zurückgreifen.
  • Lebensraum: Heiden/Dünen/lichte Kiefernwälder nicht betreten; Matten nicht beschädigen.
💡 Mehr Nachhaltigkeit: Produkte mit Herkunftsnachweis (Bio/Anbau) bevorzugen; Wildbestände konsequent schützen.

Planung & Saison: Saisonfinder Wildkräuter · Kräuter nach Monaten

Verwechslungsgefahr / ähnliche Pflanzen

Kategorie: Hausapotheke · Harnwege/Blase · nur kurzzeitig

Ähnliche Pflanzen

  • Preiselbeere( Vaccinium vitis‑idaea ) – ebenfalls rote Beeren; Blätter kleiner, unterseits punktiert; Wuchs weniger teppichbildend.
  • Heidelbeere( Vaccinium myrtillus ) – grüne kantige Triebe, größere Blätter, dunkle Beeren.
  • Moosbeere( Vaccinium oxycoccos ) – kriechend in Mooren, sehr schmale Blätter, lange Ranken.
  • Immergrüne Zier‑Heidekrautgewächse – ähnliche Blätter, aber andere Blüten/Früchte.

⚠️ Hinweis

Bei Unsicherheit grundsätzlich nicht sammeln. Mehr dazu: Giftpflanzen & Verwechslungen

Kombinationen mit Bärentraube

In traditionellen Mischungen werden Bärentraubenblätter oft mit „Durchspül‑Kräutern“ kombiniert.

  • Goldrute – Durchspülung traditionell unterstützt.
  • Birkenblätter – klassisch in Teemischungen.
  • Orthosiphon (Katzenbart) – traditionell in Urologika.
  • Schachtelhalm – mineralstoffreich; Kombinationen üblich.
  • Preiselbeere (Früchte) – als Saft/Begleitung beliebt; unabhängig von Bärentrauben‑Blättern.

Mehr Kräuter entdecken: Pflanzen‑Übersicht

Artenschutz‑Hinweis & Kommission E‑Monographien

Artenschutz & Sammelregeln

Bärentraube ist regional geschützt; Wildentnahme unterlassen. Lebensräume (Heiden, Dünen) schonen; auf kultivierte Rohware/Fertigarzneien zurückgreifen.

Mehr Hintergründe: Pflanzenkunde

Kommission E

Die Kommission E bewertet Uvae ursi folium (Bärentraubenblätter) für die kurzzeitige unterstützende Anwendung bei entzündlichen Harnwegserkrankungen positiv; Langzeitanwendung und Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen.

Wesentliche Studien (Auswahl)

  • Hinweise auf antimikrobielle Effekte der Arbutin‑Abbauprodukte; klinische Daten heterogen.
  • Sicherheit: Langzeit‑/Hochdosis‑Anwendung vermeiden; potenzielle Reizungen/Unverträglichkeiten beachten.

Bezugsmöglichkeiten & Einkauf

Bärentraubenblätter sind als Arzneitee oder in standardisierten Zubereitungen erhältlich.

Darreichungsformen

  • Arzneitee (geschnittene Blätter): für Kurzzeitanwendung; Zubereitungshinweise beachten.
  • Trockenextrakt/Kapseln: standardisierte Gehalte; Packungsbeilage beachten.
  • Tinktur: nur kurzzeitig und in niedriger Dosierung; Rücksprache empfohlen.
  • Kombinationen: mit Durchspül‑Kräutern (z. B. Goldrute) erhältlich.

Beim Kauf achten

  • Herkunft: kultivierte, geprüfte Ware; Wildsammlung meiden.
  • Standardisierung: klarer Gehaltsangabe (z. B. Arbutin‑Gehalt).
  • Qualität: Arzneibuch‑Qualität; Allergene/Risiken deklariert.
  • Verpackung: lichtgeschützt, wiederverschließbar.
  • Hinweise: klare Kurzzeitempfehlung & Warnhinweise (z. B. nicht für Kinder).
Praxis: Apotheken & geprüfte Kräuterhandlungen beraten zur passenden Darreichungsform und sicheren Kurzzeitanwendung.

Persönliche Erfahrung

Bei beginnenden Harnwegsbeschwerden half mir ein kurzzeitig genutzter Blätter‑Kaltauszug – begleitet von viel Warmgetränk und Ruhe. Ich nutze Bärentraubenblätter nur nach kurzer Rücksprache, begrenzt und mit Blick auf Verträglichkeit.

Volksglaube, Brauchtum & alte Namen

In nordischen Regionen galt die Bärentraube als robuste „Heide‑Heilerin“ – ein unscheinbarer Bodendecker mit stiller Kraft. Die roten Beeren fanden regional als Notfrucht Verwendung; die ledrigen Blätter wurden in der Volksheilkunde geschätzt.

Alte Namen: Harnkraut, Steinbeere, Bärenbeere (regional).

Mehr Tradition & Geschichten: Vergessene Heilpflanzen · Zeitreise

Nebenwirkungen & rechtlicher Hinweis

Bärentraubenblätter können Magen‑Darm reizen (Gerbstoffe). Arbutin kann zu Abbauprodukten führen, deren Langzeiteffekte diskutiert werden; daher nur kurzzeitig anwenden.

Bitte nicht anwenden bei:
  • Kindern/Jugendlichen
  • Schwangerschaft/Stillzeit
  • Nierenleiden oder anhaltenden Harnwegsbeschwerden
  • bekannter Unverträglichkeit auf die Inhaltsstoffe

Nicht dauerhaft oder hoch dosiert nutzen. Bei Fieber/Flankenschmerz/Blut im Urin ärztlich abklären. Urinansäuernde Präparate meiden.

Rechtlicher Hinweis: Informationen aus überlieferten Anwendungen sowie öffentlich zugänglichen Quellen; keine medizinische Beratung.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist Bärentraube?

Ein immergrüner Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Typisch sind ledrige Blätter, krugförmige Blüten und rote Beeren. Verwendet werden die Blätter.

Wofür werden die Blätter genutzt?

Traditionell kurzzeitig unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden. Viel trinken und auf Verträglichkeit achten.

Gibt es Risiken?

Ja: Reizung des Magens möglich; nur kurzzeitig anwenden. Nicht für Kinder, Schwangerschaft/Stillzeit oder bei Nierenproblemen.

Wie bereite ich den Tee zu?

Häufig als kalter Auszug empfohlen (reduziert Gerbstoffe), danach ggf. kurz erwärmen. Dosierung/Anwendung individuell und kurzzeitig.

Darf ich die Pflanze sammeln?

In vielen Regionen geschützt – Wildsammlung unterlassen. Geprüfte, kultivierte Ware nutzen.

Kooperations‑Tipps & Hausapotheke: Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter & Nährstoffmangel · Wildkräuter

Quellenangabe & weiterführende Seiten

Arctostaphylos uva‑ursi. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. (Abruf: 29. Juli 2025)

Weiterführend auf Kräuterleben: Start · Pflanzen‑Übersicht · Pflanzenkunde · Gesundheit & Hausapotheke · Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter‑Zahnpasta selbst machen

Autor: Kräuterleben Redaktion · Qualitätsprüfung: intern · Zuletzt aktualisiert: 22.08.2025

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