Holundersirup herstellen – sammeln, ansetzen, bewahren
Holundersirup zählt zu den bekanntesten Vorräten aus Blüten und Beeren. Besonders die Blüten des Schwarzen Holunders werden traditionell gesammelt und zu aromatischem Sirup verarbeitet. Er dient als Getränkezusatz, Küchenzutat und klassischer Vorrat im Jahreslauf.
Wer Holundersirup selbst herstellt, achtet auf frische Dolden, sauberes Arbeiten und ausreichend Zeit. Geschmack und Duft entwickeln sich nicht durch Hitze, sondern durch ruhiges Ziehen und sorgfältiges Abseihen.
Blüten sammeln erfolgt an trockenen Tagen, fern von Straßen und stark befahrenen Wegen. Die Dolden sollten voll erblüht und frei von Insekten sein.
Ansatz erfolgt meist kalt, mit Wasser, Zucker und etwas Zitrone. Die Blüten ziehen mehrere Stunden bis Tage, bevor der Sud weiterverarbeitet wird.
Haltbarkeit hängt von Sauberkeit und Zuckergehalt ab. Heiß abgefüllt und kühl gelagert, bleibt Holundersirup über viele Monate verwendbar.
Wussten Sie schon?
Wenn von Holundersirup die Rede ist, ist meist Holunderblütensirup gemeint. Tatsächlich lässt sich jedoch auch aus den reifen Holunderbeeren ein aromatischer Sirup herstellen. Beide Varianten stammen vom Schwarzen Holunder, unterscheiden sich aber deutlich in Geschmack, Farbe und Verwendung.
Holundersirup aus den Blüten selbst herstellen – einfaches Grundrezept
Holundersirup lässt sich mit wenigen Zutaten und ohne großen Aufwand selbst herstellen. Entscheidend sind frische Holunderblüten, sauberes Arbeiten und genügend Zeit, damit sich Duft und Aroma der Blüten gut auf das Wasser übertragen können.
Das folgende Rezept ist bewusst einfach gehalten und eignet sich gut für Einsteiger. Es ergibt einen klassischen, süßen Holundersirup, der sich zum Verdünnen mit Wasser, für Desserts oder als Vorrat für viele Wochen eignet.
• etwa 20 bis 25 frische Holunderblütendolden
• 1,5 Liter Wasser
• 1,5 Kilogramm Zucker
• 2 bis 3 unbehandelte Zitronen
• optional etwas Zitronensäure für längere Haltbarkeit
Holunderblüten vorbereiten
Die Holunderblüten sollten an einem trockenen, sonnigen Tag gesammelt werden. Ideal sind Dolden, die vollständig geöffnet sind und intensiv duften. Zu Hause werden sie nur vorsichtig ausgeschüttelt, damit kleine Insekten entfernt werden. Gewaschen werden die Blüten möglichst nicht, weil dabei viel Aroma verloren geht.
Ansatz herstellen
Das Wasser wird in ein großes Gefäß gegeben. Die Zitronen werden in Scheiben geschnitten und zusammen mit den Holunderblüten hineingelegt. Alles sollte so bedeckt sein, dass die Blüten gut im Wasser liegen. Danach wird das Gefäß abgedeckt und für mindestens 12 bis 24 Stunden kühl stehen gelassen.
In dieser Zeit geht der typische Duft der Holunderblüten in das Wasser über. Genau dieser ruhige Ansatz macht den späteren Sirup so aromatisch.
Sud abseihen und mit Zucker kochen
Nach der Ziehzeit wird der Ansatz durch ein feines Sieb oder ein sauberes Tuch abgegossen. So bleiben Blütenreste und Zitronenscheiben zurück. Der klare Sud kommt anschließend in einen großen Topf.
Nun wird der Zucker hinzugegeben. Der Sud wird langsam erhitzt, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Er sollte nicht unnötig lange sprudelnd kochen, sondern nur so weit erhitzt werden, dass ein sauberer, heißer Sirup entsteht.
Holundersirup heiß abfüllen
Der fertige Sirup wird sofort in saubere, möglichst sterilisierte Flaschen gefüllt. Dabei sollte zügig gearbeitet werden, damit der Sirup heiß bleibt. Die Flaschen werden direkt verschlossen und anschließend abgekühlt.
Kühl und dunkel gelagert hält sich Holundersirup in der Regel viele Monate. Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank.
Nur Schwarzen Holunder verwenden: Für Sirup werden die Blüten des Schwarzen Holunders genutzt. Andere Holunderarten sollten nicht ohne sichere Bestimmung verarbeitet werden.
Nicht zu stark reinigen: Die Blüten nur ausschütteln, nicht gründlich waschen, sonst gehen Pollen und Aroma verloren.
Sauberkeit entscheidet mit: Saubere Gefäße, saubere Flaschen und sorgfältiges Abseihen verbessern Haltbarkeit und Geschmack deutlich.
Zutaten für Holundersirup
Für klassischen Holundersirup werden nur wenige Zutaten benötigt. Im Mittelpunkt stehen frische Holunderblüten, die ihren Duft und Geschmack an Wasser und Zucker abgeben. Zitronen oder Zitronensäure sorgen zusätzlich für Frische und unterstützen die Haltbarkeit des Sirups.
Holunderblüten richtig sammeln
Die besten Holunderblüten werden an warmen, trockenen Tagen gesammelt. Die Dolden sollten vollständig geöffnet sein und intensiv duften. Regen oder Tau können das Aroma verdünnen, deshalb empfiehlt sich die Ernte am späten Vormittag.
Holundersirup ansetzen – so gelingt der Grundansatz
Beim klassischen Ansatz werden Holunderblüten mit Wasser übergossen und zusammen mit Zitronen mehrere Stunden oder über Nacht ziehen gelassen. Während dieser Zeit lösen sich Duftstoffe und natürliche Aromen aus den Blüten.
Schritt für Schritt: Holundersirup selbst herstellen
Nach der Ziehzeit werden die Blüten sorgfältig durch ein Sieb oder Tuch abgeseiht. Anschließend wird der Sud mit Zucker erhitzt, bis sich dieser vollständig gelöst hat. Der fertige Sirup wird heiß in saubere Flaschen abgefüllt.
Haltbarkeit und Lagerung von Holundersirup
Richtig abgefüllter Holundersirup kann über viele Monate haltbar sein. Entscheidend sind saubere Flaschen, ausreichend Zucker und eine kühle, dunkle Lagerung. Geöffnete Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Typische Fehler bei selbstgemachtem Holundersirup
Häufige Probleme entstehen durch zu feuchte Blüten, unsaubere Arbeitsweise oder zu kurze Ziehzeiten. Auch zu wenig Zucker kann die Haltbarkeit deutlich verkürzen. Sorgfalt bei jedem Schritt verbessert Geschmack und Qualität.
Holunderbeersirup
Holunderbeersirup selbst herstellen – einfaches Grundrezept
Holunderbeersirup wird aus vollreifen Beeren des Schwarzen Holunders hergestellt. Anders als Holunderblütensirup entsteht sein kräftiges Aroma nicht durch einen kalten Ansatz, sondern durch das Erhitzen der Früchte. So lösen sich Farbe, Saft und Geschmack aus den Beeren.
Das folgende Rezept ist bewusst einfach gehalten und eignet sich gut für Einsteiger. Wichtig ist, nur reife, tiefschwarze Beeren zu verwenden und den Sirup ausreichend zu erhitzen.
• 1 Kilogramm reife Holunderbeeren
• 750 Milliliter Wasser
• 700 bis 1000 Gramm Zucker
• Saft von 1 bis 2 Zitronen
• optional etwas Zitronensäure für längere Haltbarkeit
Holunderbeeren vorbereiten
Verwendet werden ausschließlich vollreife, tiefschwarze Beeren des Schwarzen Holunders. Grüne, rötliche oder unreife Früchte werden sorgfältig aussortiert. Die Beeren werden von den Dolden abgestreift, gewaschen und gründlich verlesen.
Beeren auskochen
Die vorbereiteten Holunderbeeren werden zusammen mit dem Wasser in einen großen Topf gegeben und langsam erhitzt. Nach dem Aufkochen sollten sie etwa 15 bis 20 Minuten köcheln, bis die Früchte weich werden und reichlich Saft abgeben.
Durch das Erhitzen entsteht der kräftige, dunkelviolette Beerensaft. Gleichzeitig werden problematische Inhaltsstoffe, die in rohen Holunderbeeren Beschwerden auslösen können, deutlich reduziert.
Saft abseihen und mit Zucker kochen
Nach dem Kochen wird die Fruchtmasse durch ein feines Sieb oder ein sauberes Passiertuch gegeben. Die festen Bestandteile bleiben zurück. Der gewonnene Saft kommt anschließend wieder in den Topf.
Nun werden Zucker und Zitronensaft hinzugegeben. Der Saft wird erneut erhitzt und einige Minuten gekocht, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat und ein gleichmäßiger, heißer Sirup entstanden ist.
Holunderbeersirup heiß abfüllen
Der fertige Holunderbeersirup wird sofort in saubere, möglichst sterilisierte Flaschen gefüllt. Dabei sollte zügig gearbeitet werden, damit der Sirup heiß bleibt. Die Flaschen werden direkt verschlossen und anschließend abgekühlt.
Kühl und dunkel gelagert hält sich Holunderbeersirup in der Regel viele Monate. Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank.
Nur Schwarzen Holunder verwenden: Für Holunderbeersirup werden die reifen Beeren des Schwarzen Holunders genutzt. Andere Holunderarten sollten nicht ohne sichere Bestimmung verarbeitet werden.
Keine rohen Beeren verwenden: Holunderbeeren sollten vor dem Verzehr immer ausreichend erhitzt werden. Rohe Beeren können Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
Unreife Früchte aussortieren: Grüne oder rötliche Beeren gehören nicht in den Sirupansatz, da sie besonders kritisch sein können.
Sauberkeit entscheidet mit: Saubere Gefäße, sterilisierte Flaschen und sorgfältiges Abseihen verbessern Haltbarkeit und Geschmack deutlich.
Das Team hinter Kräuterleben®: Bettina & Dirk
Vom feinen Blütenduft bis zur tiefschwarzen Beeren-Ernte begleiten wir den Holunder durch das ganze Jahr. Als ausgebildete Arzthelferin sorgt Bettina in unserer Küche dafür, dass sowohl die zarten Frühlingsblüten als auch die herbstlichen Früchte mit maximaler Sorgfalt und Blick auf alle gesundheitlichen Aspekte verarbeitet werden. Ob perfektes Timing beim Haltbarmachen oder die gradgenaue Temperaturkontrolle zum Toxinabbau – sie prüft jede Rezeptur auf Herz und Nieren. Naturfotograf Dirk liefert dazu die lückenlose botanische Dokumentation direkt vom Strauch. Gemeinsam machen wir das Abenteuer Wildkräuter für dich sicher und erlebbar.
Kann man Holunderblüten wirklich essen?
Holunderblüten werden seit langem für Sirup, Tee, ausgebackene Blüten und sommerliche Getränke genutzt. Entscheidend sind jedoch Erntezeit, Frische und die richtige Verarbeitung – denn nicht jeder Teil der Pflanze wird gleich verwendet.

