Kräuteröl selber machen – einfach, praktisch und vielseitig
Kräuteröle gehören zu den klassischen Möglichkeiten, Pflanzen in Öl auszuziehen. Dabei werden Pflanzenteile für eine bestimmte Zeit in einem geeigneten Pflanzenöl angesetzt. Ein solcher Ölauszug wird auch als Mazerat bezeichnet.
Für selbstgemachte Kräuteröle können unterschiedliche Wildkräuter und Kräuter verwendet werden – zum Beispiel Spitzwegerich, Johanniskraut, Schafgarbe oder andere geeignete Pflanzen. Welche Pflanze und welche Herstellungsweise verwendet werden, hängt davon ab, wofür das fertige Kräuteröl gedacht ist.
Kräuteröl selber zu machen ist grundsätzlich unkompliziert. Entscheidend sind jedoch die sichere Pflanzenauswahl, ein geeignetes Öl, sauberes Arbeiten und die zum jeweiligen Rezept passende Vorbereitung des Pflanzenmaterials. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie klassische Ölauszüge hergestellt, gefiltert und richtig aufbewahrt werden – und was bei frischen Kräuterölen für die Küche zusätzlich zu beachten ist.
Ölauszug bedeutet, dass Pflanzenteile über einen bestimmten Zeitraum mit einem Pflanzenöl in Kontakt bleiben. Dabei können vor allem fettlösliche Pflanzenbestandteile in das Öl übergehen.
Trockene Kräuter sind für länger angesetzte Ölauszüge meist einfacher zu verarbeiten. Feuchtigkeit aus frischen Pflanzenteilen kann die Lagerstabilität beeinträchtigen und unerwünschtes mikrobielles Wachstum begünstigen.
Lagerung erfolgt bei klassischen Ölauszügen am besten sauber verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt. Frische Kräuteröle für die Küche werden dagegen nach dem jeweiligen Rezept gekühlt und kurzfristig verbraucht.
Kurz: Zutaten & Vorbereitung
Für ein selbstgemachtes Kräuteröl brauchst du keine Spezialausrüstung. Mit geeigneten Kräutern, einem Pflanzenöl und sauberem Arbeitsmaterial kannst du einen klassischen Ölauszug selbst herstellen.
Wichtig: Pflanzenteile, die aus dem Öl herausragen, können die Haltbarkeit beeinträchtigen. Kontrolliere den Ansatz deshalb regelmäßig.
Die wichtigsten Kräuteröle – wähle deine Anwendung
Viele bewährte Wildkräuter und Kräuter für selbstgemachte Kräuteröle wachsen direkt vor der Haustür. Hier findest du geeignete Pflanzen für Ölauszüge – übersichtlich nach ihren traditionellen Verwendungsbereichen und Eigenschaften sortiert.
Kräuteröl selber machen: Schnellzugriff
Vom Grundrezept über sauberes Arbeiten und die richtige Lagerung bis zu den einzelnen Kräuteröl-Rezepten: Hier springst du direkt zu den wichtigsten Bereichen der Seite.
Bei den Rezepten findest du Spitzwegerich, Beinwell, Bärlauch, Johanniskraut, Knoblauchsrauke, Schafgarbe, Gundermann und Gänseblümchen direkt auf einer Seite.
Damit du auch die richtige Pflanze zur richtigen Zeit für dein Ölrezept findest.
Warum Öl für Kräuterauszüge verwendet wird
Wildkräuter und andere Pflanzen werden seit Langem nicht nur als Tee oder in der Küche genutzt. Eine weitere traditionelle Form der Verarbeitung ist der Ölauszug, auch Mazerat genannt. Dabei bleibt Pflanzenmaterial für eine bestimmte Zeit mit einem geeigneten Pflanzenöl in Kontakt.
Das Öl dient dabei als Auszugsmittel. Vor allem fettlösliche Pflanzenbestandteile können während der Mazeration in das Öl übergehen. Welche Stoffe tatsächlich enthalten sind und in welcher Menge sie herausgelöst werden, hängt unter anderem von der Pflanzenart, dem verwendeten Pflanzenteil, dem Öl, der Temperatur und der Dauer der Herstellung ab.
Ein selbstgemachtes Kräuteröl kann anschließend – je nach verwendeter Pflanze und Rezept – beispielsweise als Grundlage für die Hautpflege, für eine Kräutersalbe oder bei geeigneten Küchenkräutern als aromatisiertes Speiseöl verwendet werden. Wichtig ist deshalb schon vor dem Ansetzen die Frage: Wofür soll das fertige Kräuteröl gedacht sein?
Frische Kräuter enthalten Wasser. Bei selbst hergestellten Kräuterölen, die später gegessen werden sollen, ist deshalb besondere Vorsicht notwendig. Solche Ansätze sollten nicht einfach bei Raumtemperatur auf Vorrat gelagert werden. Für Speiseöle mit frischem Pflanzenmaterial gelten strengere Anforderungen an Herstellung, Kühlung und Aufbewahrung.
Für Kräuteröle und Ölauszüge werden je nach Verwendungszweck unterschiedliche Pflanzen genutzt, zum Beispiel Spitzwegerich, Johanniskraut, Beinwell, Schafgarbe, Gundermann oder Gänseblümchen. Weitere Wildkräuter findest du im Pflanzenlexikon (A–Z).
Grundrezept für Kräuteröl
Grundrezept: Kräuteröl als Ölauszug selber machen
Ein klassischer Ölauszug (Mazerat) besteht im einfachsten Fall aus Pflanzenmaterial und einem geeigneten Pflanzenöl. Das Öl dient dabei als Auszugsmittel für fettlösliche Bestandteile der Pflanze. Für Kräuteröle, die zur äußeren Anwendung gedacht sind, ist gut getrocknetes Pflanzenmaterial für den Einstieg besonders einfach zu verarbeiten.
• gut getrocknetes, geeignetes Pflanzenmaterial
• ein passendes Pflanzenöl
• ein sauberes und vollständig trockenes Glas
• Filtertuch oder feines Sieb
• eine saubere, trockene Flasche zum Abfüllen
1) Das getrocknete Pflanzenmaterial bei Bedarf etwas zerkleinern und locker in das Glas geben.
2) Mit Pflanzenöl übergießen, bis alle Pflanzenteile vollständig vom Öl bedeckt sind.
3) Das Glas verschließen und den Ansatz entsprechend dem jeweiligen Pflanzenrezept ziehen lassen.
4) Während der Ziehzeit darauf achten, dass keine Pflanzenteile aus dem Öl herausragen.
5) Anschließend sorgfältig filtern und das fertige Kräuteröl in eine saubere, trockene Flasche abfüllen.
Eine pauschale Ziehzeit für jedes Kräuteröl gibt es nicht. Pflanze, verwendeter Pflanzenteil und Herstellungsweise unterscheiden sich. Deshalb findest du die passende Vorgehensweise direkt beim jeweiligen Rezept. Das fertige Öl wird anschließend gut verschlossen sowie möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahrt.
Dieses Grundrezept ist nicht als Anleitung für lagerfähige Speiseöle mit frischem Bärlauch, Knoblauchsrauke oder anderen frischen Kräutern gedacht. Bei frischem Pflanzenmaterial in Speiseöl kann unter Sauerstoffabschluss ein mikrobiologisches Risiko entstehen. Selbst hergestellte Kräuteröle für den Verzehr deshalb nicht auf Vorrat bei Raumtemperatur lagern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, solche selbst hergestellten Kräuteröle im Kühlschrank aufzubewahren und spätestens am Tag nach der Herstellung zu verbrauchen.
Ölauszug
Kaltauszug oder Warmauszug – welche Methode passt?
Das Grundprinzip eines Kräuteröls ist immer ähnlich: Pflanzenmaterial trifft auf ein geeignetes Öl. Wie der eigentliche Auszug durchgeführt wird, kann sich jedoch unterscheiden. Neben der klassischen Mazeration ohne zusätzliche Erwärmung gibt es auch Verfahren, bei denen mit milder Wärme gearbeitet wird.
Beim klassischen Kaltauszug wird das Pflanzenmaterial ohne zusätzliche Erwärmung im Öl stehen gelassen. Der Stoffübergang erfolgt während der Mazerationszeit nach und nach. Diese Methode eignet sich besonders, wenn bewusst ohne zusätzliche Hitze gearbeitet werden soll.
Wärme kann den Stoffaustausch zwischen Pflanze und Öl beeinflussen und den Auszug beschleunigen. Dabei sollte jedoch nicht einfach möglichst heiß gearbeitet werden: Temperatur und Dauer können auch beeinflussen, welche Pflanzenbestandteile erhalten bleiben und welche sich verändern.
Pflanze: Blüten, Blätter und Wurzeln unterscheiden sich in Aufbau und Inhaltsstoffen.
Pflanzenöl: Auch das verwendete Öl beeinflusst den Auszug und die Eigenschaften des fertigen Kräuteröls.
Zeit und Temperatur: Eine längere oder wärmere Extraktion bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Deshalb findest du die passende Methode direkt beim jeweiligen Kräuteröl-Rezept.
Für den Einstieg ist der klassische Kaltauszug mit getrocknetem Pflanzenmaterial besonders übersichtlich. Bei einzelnen Pflanzen kann jedoch eine andere Vorgehensweise sinnvoll sein. Deshalb gibt es auf dieser Seite keine pauschale Ziehzeit für alle Kräuteröle, sondern jeweils eine eigene Empfehlung beim Rezept.
Aufbewahrung & Hygiene
Haltbarkeit, Hygiene & Lagerung von Kräuteröl
Wie lange ein selbstgemachtes Kräuteröl haltbar bleibt, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind unter anderem das verwendete Pflanzenöl, das Pflanzenmaterial, die Restfeuchtigkeit sowie Licht, Wärme und Luftkontakt. Sauberes und möglichst trockenes Arbeiten ist deshalb besonders wichtig.
Gefäße sauber und trocken verwenden
Gläser, Deckel, Filter und Flaschen sollten gründlich gereinigt und vor der Verwendung
vollständig trocken sein. Wasserreste gehören nicht in einen länger gelagerten Ölauszug.
Feuchtigkeit möglichst vermeiden
Für klassische Kräuteröle zur äußeren Anwendung ist gut getrocknetes Pflanzenmaterial
besonders einfach zu verarbeiten. Restfeuchtigkeit kann die Lagerstabilität des Ansatzes
beeinträchtigen.
Pflanzenmaterial sorgfältig herausfiltern
Nach dem Auszug wird das Öl gründlich gefiltert. Je weniger Pflanzenreste und
Feuchtigkeit im fertigen Kräuteröl zurückbleiben, desto besser lässt es sich lagern.
Licht und Wärme vermeiden
Pflanzenöle reagieren empfindlich auf Wärme und Licht. Das fertige Kräuteröl deshalb
gut verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Dunkle Glasflaschen sind dafür besonders praktisch.
Beschriften nicht vergessen
Notiere Pflanze, verwendetes Basisöl und Abfülldatum auf der Flasche.
So kannst du auch später noch nachvollziehen, was sich darin befindet und wann
der Ölauszug hergestellt wurde.
Eine feste Haltbarkeitsangabe für alle selbstgemachten Kräuteröle wäre unseriös. Ein wichtiger begrenzender Faktor ist bereits die Haltbarkeit des verwendeten Pflanzenöls. Auch Herstellungsweise, Pflanzenmaterial und Lagerbedingungen spielen eine Rolle. Verändert sich der Geruch deutlich in Richtung ranzig oder treten andere auffällige Veränderungen auf, sollte das Öl nicht mehr verwendet werden.
Für Kräuteröle zum Verzehr gelten andere Sicherheitsregeln. Selbst hergestellte Speiseöle mit frischem Bärlauch, Knoblauchsrauke, Knoblauch oder anderen frischen Pflanzenteilen sollten nicht als lagerfähiger Vorrat bei Raumtemperatur angesetzt werden. Sie gehören in den Kühlschrank und sollten zeitnah verbraucht werden.
Anwendungshinweise
Kräuteröl äußerlich anwenden – sparsam und sorgfältig
Kräuteröle, die für die äußere Anwendung hergestellt wurden, lassen sich direkt auf der Haut verwenden oder als Grundlage für Salben und andere Pflegeprodukte weiterverarbeiten. Welche Anwendung sinnvoll ist, hängt dabei immer von der verwendeten Pflanze und dem jeweiligen Rezept ab.
Sparsam verwenden
Für die Hautpflege genügt meist eine kleine Menge Kräuteröl.
Einige Tropfen lassen sich dünn auf der gewünschten Hautstelle verteilen.
Sanft verteilen
Das Öl kann mit sauberen Händen vorsichtig auf der Haut verteilt oder,
wenn es angenehm ist, sanft einmassiert werden.
Pflanze beachten
Nicht jedes Kräuteröl wird gleich verwendet.
Hinweise zu Besonderheiten, Einschränkungen und zur jeweiligen Pflanze
findest du deshalb direkt beim einzelnen Rezept.
Verträglichkeit beobachten
Bei empfindlicher Haut kann es sinnvoll sein, zunächst eine kleine Menge
an einer begrenzten Hautstelle auszuprobieren.
Treten deutliche Hautreaktionen auf, sollte das Öl nicht weiter verwendet werden.
Auf dieser Seite findest du unterschiedliche Arten von Kräuterölen. Ein Johanniskraut-, Spitzwegerich- oder Gänseblümchenöl zur äußeren Anwendung ist etwas anderes als ein Bärlauch- oder Knoblauchsraukenöl für die Küche. Achte deshalb immer auf den angegebenen Verwendungszweck des jeweiligen Rezepts.
Kräuteröle sind eine einfache Möglichkeit, Pflanzen traditionell weiterzuverarbeiten. Für die Qualität des fertigen Öls sind dabei eine sorgfältige Herstellung, die richtige Lagerung und ein zum jeweiligen Pflanzenmaterial passender Verwendungszweck entscheidend.
Rezepte & Konfigurator
Kräuteröl-Konfigurator: Pflanze, Öl & Methode
Wähle dein Kraut, ein geeignetes Basisöl und die gewünschte Menge. Der Konfigurator zeigt dir, ob es sich um einen klassischen Ölauszug zur äußeren Verwendung oder um ein frisch hergestelltes Kräuteröl für die Küche handelt und welche Vorgehensweise dazu passt.
Deine Auswahl
So gehst du vor
Der Konfigurator unterscheidet bewusst zwischen Ölauszügen zur äußeren Verwendung und frisch hergestellten Würzölen für die Küche. Medizinische Beschwerden oder Heilwirkungen werden nicht bewertet.
Spitzwegerichöl selber machen – klassischer Ölauszug
Spitzwegerich wird traditionell auch äußerlich verwendet. Für ein selbstgemachtes Spitzwegerichöl werden die Blätter in einem geeigneten Pflanzenöl ausgezogen. Das fertige Mazerat kann anschließend als einfaches Pflegeöl verwendet oder als Grundlage für eine Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
• Pflanzenmaterial: gut getrocknete Spitzwegerichblätter
Die Blätter werden locker ins Glas gegeben und anschließend vollständig mit Öl bedeckt. Eine feste Grammzahl ist dafür nicht nötig.
Zubereitung – Kaltauszug
- Die vollständig getrockneten Spitzwegerichblätter etwas zerkleinern und locker in das saubere, trockene Glas geben.
- Mit dem gewählten Pflanzenöl übergießen. Alle Pflanzenteile müssen vollständig mit Öl bedeckt sein.
- Glas verschließen und den Ansatz etwa 3–5 Wochen an einem warmen, aber vor direkter Sonne geschützten Ort ziehen lassen.
- Den Ansatz regelmäßig kontrollieren und gelegentlich sanft schwenken. Pflanzenteile, die aus dem Öl herausragen, wieder vollständig mit Öl bedecken.
- Nach der Ziehzeit durch ein feines Sieb oder Filtertuch sorgfältig abfiltern.
- Das fertige Spitzwegerichöl in eine saubere, vollständig trockene Flasche füllen und mit Pflanze, Basisöl und Herstellungsdatum beschriften.
- Gut verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Frische Spitzwegerichblätter enthalten viel Wasser. Für einen länger angesetzten Ölauszug sind gut getrocknete Blätter deshalb einfacher und sicherer zu verarbeiten, weil möglichst wenig zusätzliche Feuchtigkeit in das Öl gelangt.
Verwendung
Das fertige Spitzwegerichöl kann sparsam als Pflegeöl auf intakter Haut verwendet oder als Grundlage für eine selbstgemachte Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
Hinweis: Ein selbstgemachter Ölauszug ist nicht mit einem standardisierten pflanzlichen Arzneimittel gleichzusetzen. Bei empfindlicher Haut zunächst an einer kleinen Stelle testen. Nicht in Augen oder auf Schleimhäute bringen. Bei deutlichen Hautreaktionen nicht weiter verwenden.
Beinwellöl selber machen – Ölauszug aus Beinwellwurzel
Für ein selbstgemachtes Beinwellöl wird traditionell die Wurzel des Echten Beinwells (Symphytum officinale) verarbeitet. Die getrocknete und zerkleinerte Wurzel wird in einem geeigneten Pflanzenöl ausgezogen. Das fertige Mazerat ist ausschließlich zur äußeren Verwendung gedacht und kann als Pflegeöl oder als Grundlage einer Salbe weiterverarbeitet werden.
• Pflanzenmaterial: gut getrocknete, zerkleinerte Beinwellwurzel
Die Wurzelstücke werden locker ins Glas gegeben und anschließend vollständig mit Öl bedeckt. Je kleiner die Stücke, desto größer ist die Kontaktfläche mit dem Öl.
Zubereitung – Kaltauszug
- Die vollständig getrocknete Beinwellwurzel in kleinere Stücke schneiden oder grob zerkleinern.
- Die Wurzelstücke locker in ein sauberes und vollständig trockenes Schraubglas geben.
- Mit dem gewählten Pflanzenöl übergießen, bis das Pflanzenmaterial vollständig vom Öl bedeckt ist.
- Das Glas verschließen und den Ansatz etwa 3–5 Wochen an einem warmen, vor direkter Sonne geschützten Ort ziehen lassen.
- Während der Ziehzeit regelmäßig kontrollieren und gelegentlich vorsichtig schwenken.
- Nach der Ziehzeit das Öl sorgfältig durch ein feines Sieb oder Filtertuch abfiltern. Wurzelreste möglichst vollständig entfernen.
- Das fertige Beinwellöl in eine saubere, vollständig trockene Flasche füllen und mit Pflanze, verwendetem Basisöl und Herstellungsdatum beschriften.
- Gut verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Bei Beinwell spielt traditionell besonders die Wurzel eine Rolle. Sie unterscheidet sich deutlich von den Blättern und wird deshalb für dieses Rezept separat verarbeitet. Für den Ölauszug sollte die Wurzel vollständig getrocknet sein, damit möglichst wenig Feuchtigkeit in das Öl gelangt.
Verwendung
Das fertige Beinwellöl ist ausschließlich zur äußeren Verwendung gedacht. Es kann sparsam zur Pflege und Massage intakter Haut verwendet oder als Grundlage für eine selbstgemachte Beinwellsalbe weiterverarbeitet werden.
Beinwellwurzel enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA). Das selbstgemachte Beinwellöl deshalb nicht einnehmen und nur äußerlich auf intakter Haut verwenden. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte Beinwell nicht verwendet werden. Ein selbstgemachter Ölauszug ist zudem nicht mit einem standardisierten Beinwell-Arzneimittel gleichzusetzen. Bei deutlichen Hautreaktionen die Anwendung beenden.
Bärlauchöl selber machen – frisches Würzöl für die Küche
Frischer Bärlauch (Allium ursinum) lässt sich mit Pflanzenöl zu einem intensiv würzigen Kräuteröl verarbeiten. Anders als klassische Ölauszüge für die Haut ist dieses Bärlauchöl jedoch kein Vorratsprodukt. Es wird frisch hergestellt, im Kühlschrank aufbewahrt und kurzfristig verbraucht.
• frischer Bärlauch: ca. 10 g
Die Bärlauchmenge ist ein Küchen-Richtwert und kann je nach gewünschter Würzkraft etwas angepasst werden.
Zubereitung
- Den Bärlauch nochmals sorgfältig kontrollieren und nur zweifelsfrei bestimmte, einwandfreie Blätter verwenden.
- Die Blätter gründlich waschen, gut abtropfen lassen und anschließend mit sauberem Küchenpapier vorsichtig trocken tupfen.
- Den Bärlauch fein schneiden.
- Mit der gewählten Menge Pflanzenöl vermischen. Für ein kräftigeres, gleichmäßiges Würzöl kann der Bärlauch kurz mit dem Öl püriert werden.
- Wer ein klareres Öl bevorzugt, kann die Mischung anschließend durch ein feines Sieb filtern. Für ein rustikaleres Würzöl können die zerkleinerten Blätter im Öl bleiben.
- Das Bärlauchöl unmittelbar in ein sauberes Gefäß füllen und sofort in den Kühlschrank stellen.
- Nur eine kleine Menge herstellen und spätestens am Tag nach der Herstellung verbrauchen.
Frische Kräuter bringen Feuchtigkeit und möglicherweise Mikroorganismen in das Öl. Unter Sauerstoffabschluss können dadurch Bedingungen entstehen, unter denen sich auch Clostridium botulinum vermehren und Botulinum-Neurotoxine bilden kann. Im Privathaushalt lässt sich dieses Risiko bei länger gelagerten Kräuterölen nicht zuverlässig ausschließen. Deshalb das selbstgemachte Bärlauchöl nicht auf Vorrat herstellen, immer gekühlt aufbewahren und spätestens am Folgetag verbrauchen.
Selbst gesammelten Bärlauch nur verwenden, wenn die Pflanze zweifelsfrei bestimmt wurde. Besonders gefährlich sind Verwechslungen mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Der typische Knoblauchgeruch ist hilfreich, sollte aber nicht das einzige Bestimmungsmerkmal sein.
Verwendung in der Küche
Das frische Bärlauchöl eignet sich als würzige Zugabe zu Salaten, Gemüse, Kartoffeln, Pasta oder Brot. Am besten nur die Menge herstellen, die unmittelbar oder spätestens am folgenden Tag benötigt wird.
Johanniskrautöl selber machen – traditionelles Rotöl
Johanniskrautöl, auch Rotöl genannt, gehört zu den bekanntesten traditionellen Pflanzenölen. Verwendet wird das blühende Kraut des Echten Johanniskrauts (Hypericum perforatum). Beim Auszug entwickelt das Öl seine charakteristische rötliche Farbe. Das fertige Mazerat ist zur äußeren Verwendung gedacht und kann auch als Grundlage für eine Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
• Pflanzenmaterial: blühendes Echtes Johanniskraut
Das Pflanzenmaterial locker ins Glas geben und vollständig mit Öl bedecken. Eine feste Grammzahl ist für den Ansatz nicht erforderlich.
Zubereitung – traditionelles Rotöl
- Das sicher bestimmte Johanniskraut kontrollieren und beschädigte oder verschmutzte Pflanzenteile aussortieren.
- Blüten und blühende Triebspitzen etwas zerkleinern und locker in ein sauberes, vollständig trockenes Glas geben.
- Mit dem gewählten Pflanzenöl übergießen, bis das gesamte Pflanzenmaterial vollständig vom Öl bedeckt ist.
- Das Glas verschließen und den Ansatz an einem hellen, warmen Ort stehen lassen. Für traditionelles Rotöl gehört die Lichteinwirkung zur klassischen Herstellung.
- Den Ansatz regelmäßig kontrollieren und vorsichtig schwenken. Das Pflanzenmaterial muss während des Auszugs mit Öl bedeckt bleiben.
- Der Auszug bleibt mehrere Wochen stehen. Die genaue Dauer kann je nach Pflanzenmaterial und Herstellungsverfahren variieren. Die zunehmende Rotfärbung des Öls ist typisch für diesen Auszug.
- Anschließend sorgfältig durch ein feines Sieb oder Filtertuch filtrieren.
- Das fertige Rotöl in eine saubere, trockene Flasche abfüllen und mit Pflanze, Basisöl und Herstellungsdatum beschriften.
- Nach der Herstellung gut verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Während des Auszugs verändert sich die Farbe des Pflanzenöls deutlich. Das typische Rot ist ein charakteristisches Merkmal traditionell hergestellten Johanniskrautöls und entsteht durch Stoffumwandlungen während der Mazeration.
Verwendung
Johanniskrautöl wird traditionell äußerlich verwendet. Das selbstgemachte Rotöl kann sparsam zur Pflege intakter Haut eingesetzt oder als Grundlage für eine Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
Hautstellen, auf denen Johanniskrautöl verwendet wurde, sollten nicht unmittelbar intensiver Sonne oder anderer starker UV-Strahlung ausgesetzt werden. Das Öl nur äußerlich und auf intakter Haut verwenden. Bei empfindlicher Haut zunächst an einer kleinen Stelle testen und bei deutlichen Hautreaktionen nicht weiter verwenden. Ein selbstgemachtes Johanniskrautöl ist nicht mit einem standardisierten pflanzlichen Arzneimittel gleichzusetzen.
Knoblauchsraukenöl selber machen – würziges Kräuteröl für die Küche
Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) bringt ein mildes, knoblauchartiges Aroma mit und lässt sich frisch zu einem würzigen Kräuteröl für die Küche verarbeiten. Anders als klassische Ölauszüge zur äußeren Verwendung ist dieses Knoblauchsraukenöl kein Vorratsprodukt. Es wird frisch zubereitet, gekühlt und kurzfristig verbraucht.
• Pflanzenmaterial: frische Knoblauchsraukenblätter nach gewünschter Würzkraft
Beginne lieber mit einer kleinen Menge Kraut und schmecke das Öl ab. Junge Blätter sind meist milder, ältere können kräftiger und herber schmecken.
Zubereitung
- Die Knoblauchsrauke nochmals kontrollieren und nur sicher bestimmte, frische und unbeschädigte Blätter verwenden.
- Die Blätter gründlich waschen, gut abtropfen lassen und anschließend vorsichtig trocken tupfen.
- Die Blätter fein schneiden.
- Zunächst eine kleine Menge Knoblauchsrauke mit dem gewählten Pflanzenöl vermischen. Für ein kräftigeres Aroma nach und nach weiteres Kraut zugeben.
- Für ein gleichmäßig grünes Würzöl kann die Mischung kurz püriert werden. Wer nur ein leicht aromatisiertes Öl möchte, lässt die fein geschnittenen Blätter lediglich kurz mit dem Öl in Kontakt kommen.
- Das Öl kann anschließend durch ein feines Sieb gefiltert werden. Auch nach dem Filtern bleibt es jedoch ein frisch hergestelltes Kräuteröl und wird dadurch nicht zu einem lagerfähigen Vorratsprodukt.
- Das fertige Knoblauchsraukenöl unmittelbar in ein sauberes Gefäß geben und sofort in den Kühlschrank stellen.
- Nur eine kleine Menge herstellen und spätestens am Tag nach der Herstellung verbrauchen.
Für Knoblauchsraukenöl ist eine starre Grammzahl nicht nötig. Geschmack und Intensität der Blätter verändern sich im Laufe der Vegetationsperiode. Deshalb zunächst wenig Pflanzenmaterial verwenden, probieren und bei Bedarf nachwürzen.
Frisches Pflanzenmaterial bringt Feuchtigkeit und Mikroorganismen in das Öl. Unter Sauerstoffabschluss können Bedingungen entstehen, unter denen sich Clostridium botulinum vermehren und Botulinum-Neurotoxine bilden kann. Im Privathaushalt lässt sich dieses Risiko bei länger gelagerten Kräuterölen nicht zuverlässig ausschließen. Deshalb Knoblauchsraukenöl nicht bei Raumtemperatur aufbewahren oder auf Vorrat herstellen, sondern sofort kühlen und spätestens am Folgetag verbrauchen.
Verwendung in der Küche
Das frische Knoblauchsraukenöl passt zu Salaten, Kartoffeln, Gemüse, Pasta, Brot oder als würzige Ergänzung zu kalten Speisen. Am besten nur so viel herstellen, wie unmittelbar oder spätestens am folgenden Tag verbraucht wird.
Schafgarbenöl selber machen – klassischer Ölauszug
Für ein selbstgemachtes Schafgarbenöl wird das blühende Kraut der Gewöhnlichen Schafgarbe (Achillea millefolium) in einem geeigneten Pflanzenöl ausgezogen. Das fertige Mazerat ist zur äußeren Verwendung gedacht und kann als einfaches Pflegeöl oder als Grundlage für eine Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
• Pflanzenmaterial: gut getrocknetes, blühendes Schafgarbenkraut
Das Pflanzenmaterial locker in das Glas geben und anschließend vollständig mit Öl bedecken. Eine feste Grammzahl ist für diesen Ansatz nicht erforderlich.
Zubereitung – Kaltauszug
- Die sicher bestimmte und vollständig getrocknete Schafgarbe etwas zerkleinern.
- Das Pflanzenmaterial locker in ein sauberes und vollständig trockenes Schraubglas geben.
- Mit dem gewählten Pflanzenöl übergießen, bis sämtliche Pflanzenteile vollständig vom Öl bedeckt sind.
- Das Glas verschließen und den Ansatz etwa 3–5 Wochen an einem warmen, aber vor direkter Sonne geschützten Ort ziehen lassen.
- Während der Ziehzeit regelmäßig kontrollieren und das Glas gelegentlich vorsichtig schwenken. Herausragendes Pflanzenmaterial wieder vollständig mit Öl bedecken.
- Nach der Ziehzeit das Pflanzenmaterial sorgfältig durch ein feines Sieb oder Filtertuch abfiltern.
- Das fertige Schafgarbenöl in eine saubere, vollständig trockene Flasche füllen und mit Pflanze, Basisöl und Herstellungsdatum beschriften.
- Gut verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Für dieses Rezept wird das blühende Schafgarbenkraut verwendet. Blüten, Blätter und die oberen weichen Stängelbereiche können gemeinsam getrocknet und anschließend für den Ölauszug verarbeitet werden. Dicke, verholzte Stängelteile sind dafür nicht nötig.
Verwendung
Das fertige Schafgarbenöl kann sparsam zur äußeren Pflege intakter Haut verwendet oder als Grundlage für eine selbstgemachte Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
Schafgarbe gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae). Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern sollte Schafgarbenöl nicht verwendet werden. Bei empfindlicher Haut zunächst eine kleine Menge an einer begrenzten Hautstelle ausprobieren. Bei deutlichen Hautreaktionen die Anwendung beenden. Ein selbstgemachter Ölauszug ist nicht mit einem standardisierten pflanzlichen Arzneimittel gleichzusetzen.
Gänseblümchenöl selber machen – milder Ölauszug
Für ein selbstgemachtes Gänseblümchenöl werden die getrockneten Blüten und jungen oberirdischen Pflanzenteile des Gänseblümchens (Bellis perennis) in einem geeigneten Pflanzenöl ausgezogen. Das fertige Mazerat eignet sich als mildes Pflegeöl für intakte Haut oder als Grundlage für eine selbstgemachte Kräutersalbe.
• Pflanzenmaterial: gut getrocknete Gänseblümchen
Die getrockneten Blüten und jungen Pflanzenteile locker ins Glas geben und anschließend vollständig mit Öl bedecken. Eine feste Grammzahl ist dafür nicht erforderlich.
Zubereitung – Kaltauszug
- Die vollständig getrockneten Gänseblümchen bei Bedarf etwas zerkleinern.
- Das Pflanzenmaterial locker in ein sauberes und vollständig trockenes Schraubglas geben.
- Mit dem gewählten Pflanzenöl übergießen, bis sämtliche Pflanzenteile vollständig vom Öl bedeckt sind.
- Das Glas verschließen und den Ansatz etwa 3–5 Wochen an einem warmen, aber vor direkter Sonne geschützten Ort ziehen lassen.
- Das Glas gelegentlich vorsichtig schwenken und regelmäßig kontrollieren, ob das Pflanzenmaterial weiterhin vollständig vom Öl bedeckt ist.
- Nach der Ziehzeit das Öl sorgfältig durch ein feines Sieb oder Filtertuch abfiltern.
- Das fertige Gänseblümchenöl in eine saubere und vollständig trockene Flasche füllen und mit Pflanze, Basisöl und Herstellungsdatum beschriften.
- Gut verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Für den Ölauszug können vor allem die Blütenköpfchen verwendet werden. Auch junge Blätter und kurze weiche Stielstücke können mitverarbeitet werden. Wichtig ist vor allem, dass das Pflanzenmaterial vor dem Ansetzen vollständig getrocknet ist.
Verwendung
Das fertige Gänseblümchenöl kann sparsam als mildes Pflegeöl auf intakter Haut verwendet oder als Grundlage für eine selbstgemachte Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
Das Gänseblümchen gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae). Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern sollte das Öl vorsichtshalber nicht verwendet werden. Bei empfindlicher Haut zunächst eine kleine Menge an einer begrenzten Hautstelle ausprobieren und die Anwendung bei deutlichen Hautreaktionen beenden.
Gundermannöl selber machen – aromatischer Ölauszug
Für ein selbstgemachtes Gundermannöl werden getrocknete Blätter und junge oberirdische Pflanzenteile des Gundermanns (Glechoma hederacea) in einem geeigneten Pflanzenöl ausgezogen. Das fertige Mazerat kann zur äußeren Hautpflege verwendet oder als Grundlage für eine selbstgemachte Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
• Pflanzenmaterial: gut getrocknete Gundermannblätter und junge Triebspitzen
Das getrocknete Kraut locker in das Glas geben und anschließend vollständig mit Öl bedecken. Eine feste Grammzahl ist dafür nicht erforderlich.
Zubereitung – Kaltauszug
- Den sicher bestimmten und vollständig getrockneten Gundermann etwas zerkleinern.
- Das Pflanzenmaterial locker in ein sauberes und vollständig trockenes Schraubglas geben.
- Mit dem gewählten Pflanzenöl übergießen, bis alle Pflanzenteile vollständig vom Öl bedeckt sind.
- Das Glas verschließen und den Ansatz etwa 3–5 Wochen an einem warmen, aber vor direkter Sonne geschützten Ort ziehen lassen.
- Während der Ziehzeit regelmäßig kontrollieren und das Glas gelegentlich vorsichtig schwenken. Herausragende Pflanzenteile wieder vollständig mit Öl bedecken.
- Nach der Ziehzeit das Pflanzenmaterial sorgfältig durch ein feines Sieb oder Filtertuch abfiltern.
- Das fertige Gundermannöl in eine saubere und vollständig trockene Flasche füllen und mit Pflanze, Basisöl und Herstellungsdatum beschriften.
- Gut verschlossen, möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Für diesen Ölauszug eignen sich vor allem die Blätter und jungen, weichen Triebspitzen. Auch blühende Pflanzenteile können mitverarbeitet werden. Dicke oder beschädigte Stängel werden aussortiert. Vor dem Ansetzen sollte das gesamte Pflanzenmaterial vollständig getrocknet sein.
Verwendung
Das fertige Gundermannöl kann sparsam zur äußeren Pflege intakter Haut verwendet oder als Grundlage für eine selbstgemachte Kräutersalbe weiterverarbeitet werden.
Gundermannöl nur äußerlich auf intakter Haut verwenden. Bei empfindlicher Haut zunächst eine kleine Menge an einer begrenzten Hautstelle ausprobieren. Bei deutlichen Hautreaktionen die Anwendung beenden. Der selbstgemachte Ölauszug ist ein Pflegeprodukt und nicht mit einem standardisierten pflanzlichen Arzneimittel gleichzusetzen.
Häufige Fehler bei Kräuterölen – worauf viele nicht achten
Viele Kräuteröle verderben nicht wegen der Pflanze, sondern durch Feuchtigkeit, falsche Lagerung oder ungeeignete Verarbeitung. Gerade bei selbstgemachten Ölauszügen entstehen typische Probleme oft unbemerkt.
Schimmel, gäriger Geruch, Kondenswasser oder ranziges Öl entstehen meist schleichend. Mit einigen einfachen Grundregeln lassen sich viele Fehler vermeiden.
Feuchtes Pflanzenmaterial verwenden
Frisch gesammelte Pflanzen enthalten viel Wasser. Wird diese Feuchtigkeit in einen länger angesetzten Ölauszug eingebracht, kann sie die Lagerstabilität beeinträchtigen und unerwünschtes mikrobielles Wachstum begünstigen.
Für klassische, länger angesetzte Ölauszüge sollte das Pflanzenmaterial deshalb vollständig getrocknet sein. Frische Kräuteröle für die Küche werden dagegen nach dem jeweiligen Rezept frisch zubereitet, gekühlt und kurzfristig verbraucht.
Pflanzenteile ragen aus dem Öl
Pflanzenteile, die nicht vollständig mit Öl bedeckt sind, können schneller verderben. Besonders empfindlich sind Blüten, weiche Blätter und feuchte Triebspitzen.
Deshalb sollte das Pflanzenmaterial während des gesamten Auszugs vollständig unter der Öloberfläche bleiben.
Zu viel Sonne und Wärme
Starke direkte Sonne, hohe Temperaturen oder heiße Fensterbänke können die Alterung des verwendeten Pflanzenöls beschleunigen und empfindliche Pflanzenbestandteile verändern.
Die genaue Herstellung richtet sich deshalb nach dem jeweiligen Rezept. Nach dem Filtern werden klassische Kräuteröle möglichst kühl, gut verschlossen und lichtgeschützt gelagert.
Ausnahme Johanniskraut: Bei traditionellem Johanniskraut-Rotöl kann Licht während des Auszugs Teil der Herstellung sein. Nach dem Filtern wird auch das fertige Rotöl lichtgeschützt aufbewahrt.
Zu lange lagern
Kräuteröle verändern sich mit der Zeit. Geruch, Farbe und Aroma können sich verändern, und Pflanzenöle können mit zunehmender Lagerdauer ranzig werden.
Dunkle Flaschen, sauberes Arbeiten, eine geeignete Lagerung und eine Beschriftung mit Herstellungsdatum helfen dabei, den Überblick zu behalten. Riecht ein Öl deutlich ranzig oder zeigt andere auffällige Veränderungen, sollte es nicht mehr verwendet werden.
Wildkräuter für Kräuteröl sicher erkennen und richtig sammeln
Für selbst hergestellte Kräuteröle sollten nur Pflanzen verwendet werden, die sicher bestimmt wurden. Gerade bei Wildkräutern können ähnliche Arten, ungeeignete Pflanzenteile oder falsche Sammelzeitpunkte später problematisch werden.
Entscheidend ist nicht nur die Pflanze selbst, sondern auch: Standort, Zustand, Feuchtigkeit und der richtige Sammelzeitpunkt. Für Kräuteröle werden meist gesunde, trockene und möglichst unverletzte Pflanzenteile verwendet.
- Nur sicher bestimmte Pflanzen sammeln
- Möglichst trockene Kräuter verwenden
- Nicht direkt nach Regen sammeln
- Kranke oder beschädigte Pflanzenteile aussortieren
- Belastete Standorte meiden
- Wildkräuter luftig transportieren
Besonders häufig für Kräuteröle genutzt
Auf dieser Seite findest du acht ausgewählte Kräuteröle mit unterschiedlichen Verwendungszwecken: Spitzwegerich, Beinwell, Johanniskraut, Schafgarbe, Gundermann und Gänseblümchen für klassische Ölauszüge zur äußeren Verwendung sowie Bärlauch und Knoblauchsrauke für frisch zubereitete Kräuteröle in der Küche.
Geschenkideen
Kräuteröl zu Weihnachten verschenken – 3 DIY-Ideen
Selbstgemachtes rund um Wildkräuter eignet sich auch als persönliche Geschenkidee. Bei Kräuterölen kommt es allerdings darauf an, zwischen Ölauszügen zur äußeren Pflege und Kräuterölen für die Küche zu unterscheiden. Diese drei Varianten lassen sich einfach und sinnvoll umsetzen.
Pflegeöl als kleines Wintergeschenk
Ein selbstgemachter Ölauszug aus vollständig getrocknetem Spitzwegerich oder Gänseblümchen lässt sich in eine kleine dunkle Glasflasche abfüllen und als persönliches DIY-Geschenk gestalten.
Pflanze, verwendetes Basisöl und Herstellungsdatum sollten auf dem Etikett stehen. Eine pauschale Haltbarkeit lässt sich nicht angeben: Sie hängt unter anderem vom verwendeten Öl, der Herstellung und der Lagerung ab.
Würzset statt fertigem Kräuter-Speiseöl
Für die Küche ist ein Set aus getrockneten Kräutern und einer ungeöffneten Flasche Pflanzenöl die sicherere Geschenkidee. Die Zutaten werden getrennt verschenkt und erst bei Bedarf verwendet.
Ein fertig angesetztes selbstgemachtes Kräuter-Speiseöl sollte dagegen nicht als länger haltbares Vorratsprodukt verschenkt werden. Frische Kräuteröle wie Bärlauch- oder Knoblauchsraukenöl gehören in den Kühlschrank und werden kurzfristig verbraucht.
Kräuteröl-Ansetz-Kit verschenken
Statt des fertigen Öls kannst du auch die Zutaten verschenken: ein sauberes Schraubglas, eine kleine Flasche Pflanzenöl, vollständig getrocknete Kräuter und eine kurze Anleitung.
So kann der Beschenkte seinen Ölauszug später selbst ansetzen und dafür direkt den Kräuteröl-Konfigurator auf dieser Seite nutzen.
Die richtige Pflanze erkennen und sicher sammeln. Der Sammelguide für dein Ölrezept.
Kräutersalbe selber machen
Aus einem selbstgemachten Kräuteröl lässt sich mit wenigen Zutaten eine einfache Kräutersalbe herstellen. Hier findest du Grundrezept, Mengenrechner, Konsistenzwahl und praktische Hinweise zur Herstellung.
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Wildkräuter lassen sich auf viele Arten weiterverarbeiten und haltbar machen. Entdecke weitere praktische Ideen rund ums Trocknen, Einfrieren, Würzen, Aufbewahren und Selbermachen.













