Salbe herstellen – einfach, haltbar und alltagstauglich
Salben gehören zu den klassischen Formen, Pflanzen äußerlich zu nutzen. Sie lassen sich gut dosieren, gezielt auftragen und über längere Zeit aufbewahren. In vielen Haushalten wurden Salben selbst hergestellt – aus wenigen Zutaten und mit überschaubarem Aufwand.
Besonders bewährt sind Salben aus häufigen Heilpflanzen und Wildkräutern wie Ringelblume, Spitzwegerich, Johanniskraut oder Beinwell. Viele dieser Kräuter wachsen direkt vor der Haustür und werden seit Langem genutzt – für einfache Anwendungen bei strapazierter Haut, Stichen oder nach körperlicher Belastung.
Wer Salben selbst macht, verbindet Pflanzenwissen mit handwerklichem Tun. Entscheidend sind saubere Arbeitsweise, passende Fette und eine ruhige Herangehensweise. Gute Salben entstehen nicht durch Eile, sondern durch Sorgfalt. Hier lernst du, wie du eine Kräutersalbe selber machen kannst – mit Wildkräutern, Öl und Bienenwachs.
Ölauszug (Mazerat) bildet die Grundlage vieler Salben. Getrocknete Kräuter werden in Öl ausgezogen, um ihre Eigenschaften langsam und schonend zu übertragen.
Konsistenz entsteht durch das Verhältnis von Öl und Wachs (z. B. Bienenwachs). Kleine Proben helfen, eine streichfähige, nicht zu harte Salbe zu erhalten.
Haltbarkeit hängt von Sauberkeit und Lagerung ab. Kühl und lichtgeschützt aufbewahrt, bleiben selbstgemachte Kräutersalben über Monate verwendbar.
Kurz: Zutaten & Vorbereitung
Für die Salbenherstellung brauchst du keine Spezialausrüstung. Mit wenigen Zutaten und sauberer Arbeitsweise kannst du eine haltbare Kräutersalbe herstellen – ohne komplizierte Zusätze.
Tipp: Ein Tropfen auf dem kalten Teller zeigt dir sofort, ob die Konsistenz passt.
Die wichtigsten Kräutersalben – wähle deine Anwendung
Viele bewährte Wildkräuter und Heilpflanzen für Salben wachsen direkt vor der Haustür. Hier findest du die wichtigsten Salbenkräuter nach Anwendung sortiert – von Hautpflege und Wundschutz bis Stiche, Juckreiz sowie Muskel- und Gelenkpflege.
Wissen / Grundtechniken: Weitere Inhalte & Rezepte
Tipp: In den Rezepten kannst du die Tiegelgröße wählen und die Zutaten direkt abhaken.
Warum Salben aus Wildkräutern so gut funktionieren
Wildkräuter und Heilpflanzen wurden seit jeher nicht nur als Tee oder in der Küche genutzt, sondern auch äußerlich – als Öl, Einreibung oder Salbe. Der Grund ist einfach: Eine Salbe bringt Pflanzenstoffe dorthin, wo man sie gezielt braucht – auf die Haut, auf einzelne Stellen oder in belastete Bereiche.
Viele wertvolle Inhaltsstoffe klassischer Salbenkräuter sind fettlöslich. Genau deshalb spielt der Ölauszug (Mazerat) eine zentrale Rolle: Getrocknete Kräuter werden in ein geeignetes Öl gelegt, damit das Öl die Pflanzenstoffe langsam aufnimmt. In Kombination mit Bienenwachs entsteht daraus eine stabile, streichfähige Kräutersalbe, die ohne komplizierte Zusätze auskommt.
Besonders praktisch ist das für typische Alltagsthemen: raue und strapazierte Haut, kleine Reizungen, Juckreiz nach Stichen oder das Bedürfnis, Muskeln und Gelenke nach körperlicher Belastung sanft zu pflegen. Entscheidend ist dabei nicht „viel hilft viel“, sondern das richtige Kraut zur richtigen Anwendung – und eine saubere, sorgfältige Herstellung.
Zu den klassischen Salbenkräutern gehören Ringelblume , Spitzwegerich , Johanniskraut und Beinwell – weitere Heilpflanzen findest du im Pflanzenlexikon (A–Z).
Grundrezept für Kräutersalben
Grundrezept: Kräutersalbe aus Öl und Bienenwachs
Dieses Grundrezept ist die Basis fast aller klassischen Kräutersalben. Die Salbe entsteht aus einem Kräuteröl (Ölauszug / Mazerat) und Bienenwachs – mehr braucht es nicht. Das Ergebnis ist wasserfrei, gut streichfähig und bei sauberer Arbeitsweise lange haltbar.
• 100 ml Kräuteröl (Ölauszug / Mazerat)
• 10–15 g Bienenwachs (je nach gewünschter Festigkeit)
• optional: 5 g Sheabutter für eine weichere Pflege
1) Kräuteröl im Wasserbad sanft erwärmen.
2) Bienenwachs einrühren, bis es vollständig geschmolzen ist.
3) Probe machen (z. B. ein Tropfen auf kalten Teller).
4) In saubere Tiegel füllen und vollständig abkühlen lassen.
Für eine weichere Salbe nutzt du weniger Wachs, für eine festere mehr. Kleine Testproben helfen, die Konsistenz so zu treffen, wie du sie später beim Auftragen magst.
Ölauszug
Ölauszug richtig machen (Mazerat) – die Basis jeder Salbe
Der Ölauszug – auch Mazerat genannt – ist die Grundlage vieler Kräutersalben. Dabei werden Wildkräuter und Heilpflanzen in ein passendes Öl gegeben, damit das Öl die Pflanzenstoffe langsam aufnimmt. Erst dieses Kräuteröl wird später mit Bienenwachs zur streichfähigen Salbe verarbeitet.
1) Kräuter gut trocknen
Für Salben eignet sich meist getrocknetes Pflanzenmaterial besser als frisches. So vermeidest du, dass
Feuchtigkeit ins Öl gelangt und die Haltbarkeit leidet.
2) In Öl ansetzen
Kräuter locker in ein sauberes Schraubglas geben und vollständig mit Öl bedecken. Bewährt sind
Olivenöl oder Sonnenblumenöl (high oleic), da sie stabil und gut haltbar sind.
3) Ausziehen lassen
Das Glas 2–4 Wochen stehen lassen und gelegentlich schwenken. Danach abseihen (feines Sieb/Filter)
und das Kräuteröl dunkel und kühl lagern.
Alternative: sanfter Warmauszug
Wer schneller arbeiten möchte, kann das Öl im Wasserbad sehr mild erwärmen. Wichtig ist, keine hohe
Hitze zu verwenden – Sorgfalt geht hier vor Tempo.
Je sauberer du arbeitest und je weniger Feuchtigkeit ins Öl gelangt, desto stabiler wird dein Mazerat – und desto besser wird am Ende auch die Salbe.
Aufbewahrung & Hygiene
Haltbarkeit, Hygiene & Lagerung
Selbstgemachte Kräutersalben sind in der Regel wasserfrei – und damit von Natur aus gut haltbar. Entscheidend ist jedoch eine saubere Arbeitsweise: Je weniger Keime und Feuchtigkeit in Salbe und Gefäße gelangen, desto stabiler bleibt das Produkt über Wochen und Monate.
Gefäße vorbereiten
Salbentiegel, Deckel und Rührwerkzeug sollten sauber, trocken und möglichst keimarm sein.
Bewährt hat sich, die Gläser vorher mit sehr heißem Wasser auszuspülen und vollständig trocknen zu lassen.
Kein Wasser in die Salbe
Feuchtigkeit ist der häufigste Grund für frühes Verderben. Nutze möglichst getrocknete Kräuter
für den Ölauszug und achte darauf, dass beim Abfüllen nichts in den Tiegel tropft.
Richtig entnehmen
Salbe am besten mit einem sauberen Spatel entnehmen. Häufiges Hineingreifen mit den Fingern
verkürzt die Haltbarkeit deutlich.
Kühl, dunkel, trocken lagern
Licht und Wärme beschleunigen das Ranzigwerden von Ölen. Eine kühle, schattige Lagerung
verlängert die Haltbarkeit und schützt die Qualität.
Eine gut hergestellte Kräutersalbe hält je nach Ölgrundlage und Lagerung oft mehrere Monate. Verändert sich Geruch oder Konsistenz deutlich, ist es besser, sie zu ersetzen und frisch anzusetzen.
Anwendungshinweise
Anwendung: richtig auftragen & sinnvoll dosieren
Kräutersalben sind dafür gemacht, gezielt und sparsam eingesetzt zu werden. Oft reicht eine dünne Schicht, die ruhig einmassiert wird. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern Regelmäßigkeit, passende Anwendung und eine saubere Entnahme aus dem Tiegel.
Dünn statt dick
Eine Kräutersalbe wirkt am besten, wenn sie in einer dünnen Schicht aufgetragen wird.
Zu viel Salbe verschmiert nur und bringt selten einen Vorteil.
Sanft einmassieren
Mit ruhigen Bewegungen einreiben, nicht hektisch. Gerade bei Muskel- und Gelenkpflege ist
die Massage oft ein Teil des Effekts – sie fördert Wärme und Durchblutung.
Mehrmals täglich möglich
Je nach Zweck kann eine Salbe 1–3 mal täglich verwendet werden.
Besser regelmäßig und in kleinen Mengen als einmal zu viel.
Auf Verträglichkeit achten
Bei empfindlicher Haut ist ein kleiner Test an einer unauffälligen Stelle sinnvoll.
Bei Unsicherheit oder ungewöhnlichen Reaktionen sollte die Anwendung beendet werden.
Kräutersalben sind eine praktische Form traditioneller äußerlicher Anwendung – einfach in der Nutzung, gut dosierbar und ideal für eine naturbasierte Hausapotheke. Die beste Wirkung entsteht nicht durch Eile, sondern durch passende Auswahl und ruhige Regelmäßigkeit.
Rezepte & Konfigurator
Salben‑Konfigurator: Ölauszüge sinnvoll mischen
Wähle 1–2 Basis‑Ölauszüge(Kräuter in Öl), optional ein Thema(z. B. Haut, Muskeln & Gelenke, Atemwege) sowie Konsistenz, Chargengröße, Butter‑Anteil und eine Duftnote. Das Tool schlägt passende Partner vor und berechnet Gramm‑Angaben für Öl, Wachs, Butter & ätherische Öle – plus Zubereitungsschritte. Nur für sicher bestimmte Pflanzen. Traditionelles Wissen – keine Heilsversprechen.
Passt gut dazu (Top‑Vorschläge)
Noch keine Auswahl. Wähle einen Basis‑Ölauszug und klicke auf „Rezept anzeigen“.
Salbenrezept (Gramm · Verhältnis · Schritte)
Hier erscheint dein Rezept mit Gramm‑Angaben und Zubereitung.
Pflegesalbe mit der Ringelblume
Ringelblumensalbe (Calendula) – Wund- & Hautschutzsalbe
Ringelblumensalbe gehört zur klassischen Hausapotheke. Sie wird traditionell für strapazierte, trockene Haut und als schützende Pflegesalbe genutzt – besonders dann, wenn die Haut Ruhe und Regeneration braucht.
• Bienenwachs: 6 g
Optional: 1–2 g Sheabutter für weichere Pflege
Zubereitung
- Kräuteröl im Wasserbad sanft erwärmen (nicht kochen).
- Bienenwachs einrühren, bis alles vollständig geschmolzen ist.
- Probe machen: einen Tropfen auf einen kalten Teller geben und kurz fest werden lassen.
- In saubere, trockene Tiegel füllen und ohne Deckel auskühlen lassen, dann verschließen.
Anwendung (kurz)
Dünn auftragen und ruhig einmassieren. Besonders sinnvoll als schützende Pflege bei trockenen, rissigen Stellen und allgemein strapazierter Haut.
Gut bei Mückenstichen - Spitzwegerich
Spitzwegerichsalbe – Stich- & Juckreizsalbe
Spitzwegerich ist eines der bekanntesten Wildkräuter für einfache äußerliche Anwendungen. Als Salbe wird er traditionell genutzt, wenn die Haut nach Stichen, Reibung oder kleinen Reizungen beruhigt werden soll – praktisch, mild und gut für die Hausapotheke.
• Bienenwachs: 6 g
Optional: 1–2 g Sheabutter für weichere Pflege
Zubereitung
- Kräuteröl im Wasserbad sanft erwärmen (nicht kochen).
- Bienenwachs einrühren, bis es vollständig geschmolzen ist.
- Probe machen: einen Tropfen auf kalten Teller geben und kurz fest werden lassen.
- In saubere, trockene Tiegel füllen und ohne Deckel auskühlen lassen, dann verschließen.
Anwendung (kurz)
Dünn auftragen, nicht kratzen. Besonders praktisch bei Stichen und juckenden Reizungen – bei Bedarf mehrmals täglich anwenden.
Johanniskraut bei Verspannungen
Johanniskrautsalbe – Muskel- & Nervenpflege
Johanniskraut zählt zu den klassischen Heilpflanzen für die äußere Anwendung. Als Salbe wird es traditionell genutzt, wenn Muskeln verspannt sind oder sich eine Region „nervig“ und gereizt anfühlt – als ruhige, wärmende Einreibung in der Hausapotheke.
• Bienenwachs: 6 g
Optional: 1–2 g Sheabutter für weichere Pflege
Zubereitung
- Kräuteröl im Wasserbad sanft erwärmen (nicht kochen).
- Bienenwachs einrühren, bis es vollständig geschmolzen ist.
- Probe machen: einen Tropfen auf kalten Teller geben und kurz fest werden lassen.
- In saubere, trockene Tiegel füllen und ohne Deckel auskühlen lassen, dann verschließen.
Anwendung (kurz)
Dünn einreiben und ruhig einmassieren, besonders abends oder nach Belastung. Nicht direkt vor Sonne anwenden, da Johanniskraut bei manchen Menschen die Haut lichtempfindlicher machen kann.
Beinwell für Einreibungen
Beinwellsalbe – Gelenke & Sehnen (klassische Hausapotheke)
Beinwell gehört zu den traditionell bekanntesten Kräutern für Einreibungen. Als Salbe wird er häufig genutzt, wenn Gelenke, Sehnen oder stark beanspruchte Bereiche Pflege brauchen – etwa nach sportlicher Belastung oder bei „Ziehen“ und „Druckgefühl“ in Muskeln und Bindegewebe.
• Bienenwachs: 6 g
Optional: 1–2 g Sheabutter für weichere Pflege
Zubereitung
- Kräuteröl im Wasserbad sanft erwärmen (nicht kochen).
- Bienenwachs einrühren, bis es vollständig geschmolzen ist.
- Probe machen: einen Tropfen auf kalten Teller geben und kurz fest werden lassen.
- In saubere, trockene Tiegel füllen und ohne Deckel auskühlen lassen, dann verschließen.
Anwendung (kurz)
Dünn einreiben und sanft massieren, besonders nach körperlicher Belastung. Nicht auf offene Hautstellen auftragen – Beinwell wird traditionell als Einreibung verwendet.
Alternative DIY-Methoden
Kokosöl ist bei kühleren Temperaturen von Natur aus fest und eignet sich deshalb als einfache Salbengrundlage. Für eine schnelle Kräutersalbe mit Kokosöl kann ein Kräuterauszug direkt im Kokosöl hergestellt werden – die Konsistenz ist meist bereits streichfähig, ohne zusätzliches Bienenwachs.
Vaseline wird seltener im Kräuterbereich genutzt, ist aber als Grundlage sehr haltbar und bildet einen schützenden Film auf der Haut. Eine Salbe mit Vaseline kann sinnvoll sein, wenn besonders trockene, rissige Haut vor Kälte und Reibung geschützt werden soll – sie ist jedoch weniger „pflanzlich“ als klassische Salben auf Ölbasis.
Für Kräuterleben gilt: Wenn du Wildkräutersalben möglichst naturbasiert herstellen willst, ist ein Ölauszug in Pflanzenöl mit Bienenwachs meist die passendste Wahl. Kokosöl und Vaseline sind vor allem dann interessant, wenn eine besonders einfache oder sehr schützende Grundlage gesucht wird.




