Hopfen ( Humulus lupulus )

Hopfen ist eine mehrjährige Kletterpflanze, die traditionell sowohl in der Braukunst als auch im pflanzenkundlichen Kontext genutzt wird. Verwendet werden die weiblichen Blütenstände (Hopfenzapfen), meist getrocknet als Tee, Auszug oder Bestandteil klassischer Zubereitungen. Gesammelt wird Hopfen im Spätsommer (August–September), wenn die Zapfen reif und aromatisch sind.

Hinweis: Hopfen wirkt deutlich beruhigend – nicht dauerhaft oder hoch dosiert anwenden.

Hopfen (Humulus lupulus): Erkennung, Anwendung, Tee & Kissen, Verwechslungen
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Beschreibung

Hopfen – aromatische Kletterpflanze (Zapfen der weiblichen Blütenstände) für Hausapotheke & Braukunst; sicher erkennen und verantwortungsvoll nutzen!

Botanische Einordnung

Hopfen, wissenschaftlich Humulus lupulus, gehört zur Familie der Cannabaceae (Hanfgewächse). Typisch sind rau behaarte, rechtswindende Ranken, gegenständige, meist gelappte Blätter und die harzduftenden, papierartigen „Zapfen“ (weibliche Blütenstände) mit gelben Lupulingdrüsen.

Vorkommen und Standort

Mehrjährig; wild an feuchten Hecken, Auen, Bachufern und Waldrändern; in Kulturen (Hopfengärten) weit verbreitet. Bevorzugt nährstoffreiche, frische bis feuchte Böden in Sonne bis Halbschatten. Erntezeit der Zapfen meist Spätsommer bis Frühherbst.

Cluster bei Kräuterleben

Ein Schwerpunkt in der Hausapotheke (Abendtee, Hopfenkissen) sowie in Vorrat & DIY (Tinktur, Kissen, Badezusatz). Im Bestimmungstool steht er für rechtswindende, raue Ranken, gelappte Blätter & deutlich duftende Zapfen.

Verwendungszweck

Hinweis: traditionelle Nutzung; ersetzt keine ärztliche Beratung. Müdigkeit möglich (Abend‑Anwendung).

Innerliche Anwendung (Hausapotheke)

Hopfen‑Abendtee

1–2 TL getrocknete Hopfenzapfen mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 8–10 Minuten ziehen lassen, abseihen; häufig in Mischungen (z. B. mit Melisse/Baldrian).

Tinktur (alkoholischer Auszug)

Getrocknete Zapfen mit 40 % Alkohol 2–3 Wochen ausziehen, abseihen; tropfenweise (verdünnt) abends – nur nach eigener Verantwortung.

Bittertonikum

Kleine Mengen vor dem Essen (klassisch als Kräuterbitter) – traditionell zur Anregung; Geschmack deutlich bitter.

Andere Anwendungen

Hopfenkissen

Getrocknete Zapfen in Baumwollsäckchen füllen; am Abend neben das Kopfkissen legen (Duft wirkt nur frisch – regelmäßig erneuern).

Badezusatz

Starker Tee als Zusatz ins warme Bad – abendliche Routine; wohltuender Duft.

Küche/Trunk

Zum Aromatisieren (sehr sparsam; stark bitter). Braukultur: Hopfen ist klassischer Aromageber.

Mehr zur Praxis: Rezepte & Küche · Vorrat & DIY

Medizinische Verwendung (traditionell)

Hinweis: historische/volksmedizinische Angaben; keine Empfehlung.

Traditionelle Einsatzgebiete

Volksmedizinisch bei innerer Unruhe, Einschlafproblemen und als mild bitteres Magenmittel beschrieben; häufig in Kombination mit Baldrian/Melisse. Evidenzlage je nach Zubereitung variabel.

Innerliche Anwendung

Üblich sind Tee‑Mischungen und Tinkturen in kleiner Abenddosis. Müdigkeit beachten (keine Maschinen/Auto).

Äußerliche Anwendung

Duftkissen/Bäder als beruhigende Abendroutine; kosmetische Einsatzmöglichkeiten (Tonikum).

Wirkstoffprofile im Überblick

  • Bitterstoffe (α‑Säuren/Humulone, β‑Säuren/Lupulone) – charakteristischer Bitterton, beruhigende Effekte beschrieben
  • Ätherisches Öl (u. a. Myrcen, Humulen, Caryophyllen) – aromagebend
  • Xanthohumol – prenylierte Flavonoide (Begleitstoffe)
  • 8‑Prenylnaringenin – starkes Phytoöstrogen (nur Hinweise; Beachten siehe Nebenwirkungen)

Weiterführend: Pflanzenkunde

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil des Hopfens

Inhaltsstoff Kategorie Menge (%)
α‑Bitterstoffe (Humulone) Bitterstoffe 3–12 %
β‑Bitterstoffe (Lupulone) Bitterstoffe 2–10 %
Ätherisches Öl (z. B. Myrcen, Humulen, Caryophyllen) Ätherische Öle 0,5–3,0 %
Xanthohumol Prenylierte Flavonoide 0,1–1,0 %
8‑Prenylnaringenin* Phytoöstrogen Spuren
  • α/β‑Bitterstoffe: prägen Bitterton und Charakter
  • Ätherisches Öl: aromatischer Duft – zügig verarbeiten/lagern
  • Xanthohumol: prenyliertes Flavonoid (Begleitstoff)
  • 8‑Prenylnaringenin: phytoöstrogen aktiv – Hinweise beachten

*Gehalte variieren stark je nach Sorte, Standort und Verarbeitung.

DIY‑Rezepte – Hopfenkissen & Abendtee

Hinweis: Frische der Zapfen beachten; bei Empfindlichkeit/Dauererkrankungen vorsichtig testen.

Klassisches Hopfenkissen

  1. 30–40 g getrocknete Hopfenzapfen leicht zerreiben (Aroma aktivieren).
  2. In ein Baumwollsäckchen füllen; gut verschließen.
  3. Abends neben das Kopfkissen legen (nicht dauerhaft direkt unter das Kissen).
  4. Nach 2–3 Wochen Inhalt austauschen (Duft lässt nach).
💡 Tipp: Mit Lavendelblüten mischen – runder Duft, sanfte Abendroutine.

Hopfen‑Abendtee

  1. 1–2 TL Zapfen mit 250 ml heißem Wasser übergießen.
  2. 8–10 Minuten ziehen lassen, abseihen.
  3. Optional mit Melisse/Baldrian kombinieren; Honig nach Geschmack.
💡 Tipp: 1 Tasse ca. 30–60 Minuten vor dem Schlafengehen.

Tinktur‑Ansatz

  1. Getrocknete Zapfen (1 Teil) mit 40 % Alkohol (5 Teile) 2–3 Wochen ausziehen; dunkel lagern, täglich schwenken.
  2. Filtern und in Braunglas füllen; sparsam dosieren.

Weitere Ideen: Vorrat & DIY · Rezepte & Küche

Nachhaltigkeit & Sammelregeln

Grundinfo

Hopfen ( Humulus lupulus ) bildet im Spätsommer reife, papierartige Zapfen mit gelben Lupulingdrüsen. Nur reife, aromatische Zapfen sammeln (finger‑gelb nach Reiben).

Sammelregeln

  • Standortwahl: nur saubere, unbelastete Hecken/Auen; keine Ernte in Kulturen ohne Erlaubnis.
  • Erntemenge: maßvoll, Bestände schonen; nur Teile der Ranken beernten.
  • Erntetechnik: Zapfen vorsichtig abdrehen; nicht reißen (Pflanze schonen).
  • Trocknung: rasch und schonend, dunkel und luftig; lichtgeschützt lagern.
  • Recht: Privatflächen & Schutzgebiete beachten; lokale Regeln einhalten.
💡 Merkmals‑Check (mind. 2): papierige Zapfen mit gelbem Lupulin, rauer rechtswindender Stängel, gegenständige gelappte Blätter.

Planung & Saison: Saisonfinder Wildkräuter · Kräuter nach Monaten

Verwechslungsgefahr / ähnliche Pflanzen

Kategorie: Kletterpflanzen · Hausapotheke · sichere Bestimmung

Ähnliche & potenziell problematische Kletterer

  • Zaunrübe( Bryonia dioica ) – giftig; klettert mit Ranken (Hopfen windet ohne Ranken), andere Blatt-/Fruchtform.
  • Gemeine Waldrebe( Clematis vitalba ) – gefiederte Blätter, weiße Blüten; keine Hopfenzapfen, andere Rindenstruktur.
  • Wilder Wein( Parthenocissus quinquefolia ) – Haftscheiben/Ranken, fünfteilige Blätter; keine Lupulingdrüsen/Zapfen.

⚠️ Hinweis

Bei Unsicherheit grundsätzlich nicht sammeln. Mehr dazu: Giftpflanzen & Verwechslungen

Kombinationen mit Hopfen

Bewährte Abend‑Mischungen:

  • Baldrian – klassische Kombi
  • Melisse – rundet geschmacklich ab
  • Lavendel – duftige Note im Kissen/Badezusatz
  • Passionsblume – in Teemischungen beliebt
  • Honig – mildert Bitterkeit (Tee)

Mehr Kräuter entdecken: Pflanzen‑Übersicht

Artenschutz‑Hinweis & Kommission E‑Monographien

Artenschutz & Sammelregeln

Wildbestände schonen; nur Teilmengen entnehmen; Kulturflächen nur mit Erlaubnis; in Schutzgebieten nicht sammeln.

Mehr Hintergründe: Pflanzenkunde

Kommission E

Die Kommission E bewertet Hopfenzapfen (Lupuli flos) positiv zur innerlichen Anwendung bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen (u. a. in Kombinationspräparaten).

Wesentliche Hinweise

  • Abend‑Einsatz beachten (Müdigkeit); individuelle Verträglichkeit testen.

Bezugsmöglichkeiten & Einkauf

Hopfen ist als getrocknete Zapfen, Tee‑Mischungen, Kissenfüllung, Tinkturen und Extrakte erhältlich.

Formen

  • Getrocknete Zapfen: für Tee/Kissen; aromadicht lagern.
  • Tee‑Mischungen: oft mit Baldrian/Melisse/Lavendel.
  • Tinkturen/Extrakte: standardisiert; Hinweise beachten.
  • Kissen: lose Füllungen oder fertige Duftkissen.

Beim Kauf achten

  • Frische: deutlicher Hopfenduft, gelbe Lupulingdrüsen sichtbar.
  • Herkunft: bevorzugt Bio‑Anbau; seriöse Anbieter.
  • Verpackung: lichtgeschützt, aromadicht, wiederverschließbar.
  • Deklaration: „Lupuli flos“/Hopfenzapfen; ggf. Chargen‑/Erntejahr.
Praxis: Apotheken/Kräuterläden führen Hopfen als Tee/Extrakt; individuelle Mischungen auf Anfrage.

Persönliche Erfahrung

Hopfenkissen als sanft duftende Abendroutine: Der frische, harzige Geruch wirkt für viele beruhigend. In Teemischungen mit Melisse trinke ich ihn abends – der bittere Ton wird mit Honig runder.

Volksglaube, Brauchtum & alte Namen

Hopfen gilt seit Jahrhunderten als Symbol für Ruhe und Wohlstand (Brau‑Tradition). Duftkissen und Bierwürze sind fest im Brauchtum verankert; Klostergärten pflegten ausgewählte Sorten.

Alte Namen: Hopha, Hoppha, Hopffen; Dolden, Zapfen.

Mehr Tradition & Geschichten: Vergessene Heilpflanzen · Zeitreise

Nebenwirkungen & rechtlicher Hinweis

Hopfen kann müde machen; selten Hautreizungen (Kontakt mit Lupulin). Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme stark sedierender Mittel. Einzelne Quellen weisen auf phytoöstrogene Effekte hin (8‑Prenylnaringenin).

Bitte beachten:
  • in Schwangerschaft/Stillzeit, bei hormonabhängigen Erkrankungen oder Leberproblemen nur nach Rücksprache
  • nicht vor dem Führen von Fahrzeugen/Maschinen einnehmen (Müdigkeit)
  • bei Allergien gegen Cannabaceae vorsichtig testen

Bei Unsicherheit nicht verwenden. Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung.

Rechtlicher Hinweis: Informationen aus überlieferten Anwendungen sowie öffentlich zugänglichen Quellen; keine medizinische Beratung.

FAQ – Häufige Fragen

Wie erkenne ich Hopfen sicher?

Rechtswindende, raue Ranken; gegenständige, meist gelappte Blätter; weibliche Zapfen mit gelbem Lupulin und harzigem Duft.

Wie wird Hopfen angewendet?

Als Abendtee, in Mischungen (Baldrian/Melisse), als Duftkissen/Badezusatz; Tinkturen/Extrakte nach eigener Verantwortung.

Macht Hopfen müde?

Ja, möglich – daher abends verwenden und nicht vor dem Autofahren/Bedienen von Maschinen.

Lässt sich Hopfen im Garten anbauen?

Ja, kletternde Staude; braucht stabile Rankhilfe, nährstoffreichen, frischen Boden; Ernte der Zapfen im Spätsommer.

Wie lange sind getrocknete Zapfen haltbar?

Luftdicht, dunkel und kühl bis ca. 12 Monate; Aroma nimmt mit der Zeit ab – Gelbfärbung/Lupulingeruch prüfen.

Kooperations‑Tipps & Hausapotheke: Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter & Nährstoffmangel · Wildkräuter

Quellenangabe & weiterführende Seiten

Humulus lupulus. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. (Abruf: 29. Juli 2025)

Weiterführend auf Kräuterleben: Start · Pflanzen‑Übersicht · Pflanzenkunde · Gesundheit & Hausapotheke · Hausapotheke zum Nachbauen · Kräuter‑Zahnpasta selbst machen

Autor: Kräuterleben Redaktion · Qualitätsprüfung: intern · Zuletzt aktualisiert: 22.08.2025

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