Kräuter trocknen & lagern – sorgfältig bewahren, Qualität erhalten
Das Trocknen und Lagern von Kräutern gehört zu den klassischen Formen der Vorratshaltung. Richtig durchgeführt, lassen sich Aroma, Farbe und pflanzliche Eigenschaften über lange Zeit bewahren. Entscheidend ist weniger Technik als Aufmerksamkeit im Detail.
Traditionell wurden Kräuter luftig getrocknet und geschützt gelagert. Licht, Wärme und Feuchtigkeit gelten bis heute als die größten Qualitätsfeinde. Wer diese Faktoren berücksichtigt, erhält stabile Vorräte für Küche und Hausgebrauch.
Trocknung erfolgt schattig, luftig und ohne künstliche Hitze. Kräuter sollten rascheln und leicht brechen, bevor sie eingelagert werden.
Lagergefäße müssen trocken und gut schließend sein. Glas, Metall oder Papier eignen sich besser als Kunststoff, der Feuchtigkeit binden kann.
Lagerort sollte kühl, dunkel und gleichmäßig temperiert sein. So bleiben Duft und Qualität der Kräuter möglichst lange erhalten.
Das Gartenhaus als Lagerort
Nicht selten stehen wenig genutzte Gartenhäuser in den Gärten – ideal zum Trocknen: schattig, luftdurchlässig und (bei geöffneter Tür oder Fenster) oft besser belüftet als manche Küche.
Schritt für Schritt – Kräuter trocknen (Schnellübersicht)
Wenig Aufwand, aber entscheidende Details: Wer Kräuter sauber vorbereitet, luftig trocknet und erst dann abfüllt, erhält Aroma und Qualität deutlich länger.
1 Ernten / Vorbereiten
Nur gesunde, frische Pflanzenteile verwenden und groben Schmutz ausschütteln – nasse Kräuter lieber nicht waschen, damit sie sicher trocknen.
2 Binden / Auslegen
Kräuter in kleinen Bündeln locker binden oder einzeln luftig auslegen – je dünner die Lage, desto besser trocknet es ohne Qualitätsverlust.
3 Trocknen
Schattig, luftig und ohne direkte Sonne trocknen lassen – Hitze und Licht nehmen Aroma und machen Kräuter schnell „leer“.
4 Test „raschelt & bricht“
Kräuter sind erst bereit für den Vorrat, wenn Blätter rascheln und Stängel leicht brechen – fühlt es sich noch weich an, braucht es mehr Zeit.
5 Abfüllen
Erst vollständig trocken abfüllen (Glas/Metall/Papier) und anschließend dunkel, trocken und kühl lagern – so bleibt das Aroma am längsten erhalten.
So gelingt dein Kräutervorrat
Hier findest du die wichtigsten Praxis-Regeln kompakt: Welche Kräuter sich eignen, welche Methoden zuverlässig funktionieren, woran du echte Trockenheit erkennst – und wie du typische Fehler vermeidest, damit dein Vorrat lange aromatisch bleibt.
Welche Kräuter eignen sich besonders gut zum Trocknen?
Nicht jedes Kraut eignet sich gleich gut. Einige Sorten bleiben auch nach dem Trocknen aromatisch und stabil – andere verlieren sehr schnell Duft und Geschmack. Wenn du zuverlässig Vorräte anlegen willst, hilft diese einfache Einteilung:
Thymian, Salbei, Oregano, Minze – diese Kräuter behalten ihr Aroma meist sehr gut und sind daher perfekte „Einsteiger-Kräuter“ für den Trockenvorrat.
Petersilie, Schnittlauch (und ähnliche feine Blattkräuter) wirken getrocknet oft „leer“. Für Küche und Aroma sind sie häufig eingefroren deutlich besser.
Die 3 wichtigsten Trocknungsmethoden
Ziel ist immer gleich: möglichst schonend trocknen – ohne Sonne, ohne Hitze-Spitzen und ohne Feuchtigkeit im Kraut. Diese drei Methoden funktionieren in der Praxis am zuverlässigsten:
Klassiker: kleine Bündel, schattig & luftig aufgehängt. Sehr geeignet für robuste Kräuter. Wichtig: Bündel nicht zu dick, sonst bleibt es innen feucht.
Ideal für einzelne Blätter oder zarte Teile. Auf Küchenpapier / Backpapier oder einem Sieb ausbreiten, regelmäßig wenden und Luftzirkulation sicherstellen.
Wenn genutzt, dann nur schonend bei niedriger Temperatur. Zu warm ist der häufigste Fehler – dadurch geht Aroma verloren und das Ergebnis wird „staubig“ statt würzig.
Trocknungszeit & richtige „Trockenprobe“
Das ist der wichtigste Qualitätsblock: Nicht „wie schnell“, sondern wie sicher trocken. Zu früh eingelagert ist die häufigste Ursache für Schimmel und muffige Vorräte.
Blätter: müssen rascheln und sich leicht zerreiben lassen – nicht weich, nicht „lederig“.
Stängel: sollten brechen (knacken), nicht nur biegen.
Innen prüfen: Bei Bündeln immer auch die Mitte kontrollieren – dort bleibt es am längsten feucht.
Restfeuchte im Glas führt zu Kondenswasser – und das ist der perfekte Nährboden für Schimmel. Im Zweifel lieber einen Tag länger trocknen als einen ganzen Vorrat wegwerfen.
Häufige Fehler (und wie du sie vermeidest)
Dieser Rettungsblock spart dir Ärger. Wenn getrocknete Kräuter muffig riechen, grau werden oder kaum noch Aroma haben, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:
- Sonne → Aroma geht verloren (immer schattig trocknen).
- Zu warm → Wirkstoffe/Aroma leiden (schonend, keine Hitze-Spitzen).
- Zu feucht → Schimmelrisiko (Trockenprobe ernst nehmen).
- Zu dicke Bündel → innen bleibt es nass (kleine Bündel, locker binden).
- Plastiktüten → Kondenswasser (lieber Glas/Metall/Papier).
Kräuter richtig lagern – Gefäße & Standort
Das beste Trocknungsergebnis nützt wenig, wenn die Lagerung falsch ist. Gute Vorräte bleiben nur stabil, wenn sie trocken, dunkel und geschützt stehen.
Glas, Metall oder Papier. Wichtig ist: trocken, gut schließend, lichtgeschützt.
Dunkel & trocken – nicht über Herd oder Spülmaschine. Wärme + Feuchte zerstören Vorräte schleichend.
Haltbarkeit – wie lange sind getrocknete Kräuter gut?
Getrocknete Kräuter sind kein „Ewig-Vorrat“. Sie werden nicht automatisch schlecht – aber sie verlieren Aroma. Mit ein paar einfachen Richtwerten bleibt dein Vorrat realistisch und hochwertig.
Meist 6–12 Monate, manches (robuste Kräuter) auch länger – solange trocken gelagert und gut verschlossen.
Wenn Duft und Farbe deutlich nachlassen: Geruchstest ist der beste Indikator. Riecht es nur noch „strohig“, ist es Zeit für frischen Vorrat.
Vorratssystem (Etiketten, Datum, Ordnung)
Kräuterleben-typisch wird es erst dann richtig gut, wenn dein Vorrat nicht nur existiert, sondern geordnet ist. Damit sparst du Geld, Zeit – und du nutzt die Kräuter wirklich.
Beschriftung: Kraut + Datum (Monat/Jahr) – so weißt du immer, wie frisch es ist.
Jahresvorrat: lieber kleine Mengen, dafür regelmäßig erneuern – Aroma bleibt hoch.
Rotation: „Ältere zuerst“ – neue Gläser kommen nach hinten, ältere nach vorne.


