Fotografie: Dirk S. (Kräuterleben®)


Herbst-Zeitlose

⚠️ Achtung: giftig

Interaktiver Gefahrenprüfpfad
Kräuterleben · Giftpflanzen erkennen

Herbstzeitlose erkennen: Blätter, Blüte & Giftigkeit

Colchicum autumnale

Die Herbstzeitlose zeigt im Jahresverlauf zwei völlig unterschiedliche Gesichter: Im Frühjahr erscheinen ihre kräftigen grünen Blätter und die Frucht, während die rosavioletten Blüten erst im Spätsommer und Herbst aus dem Boden kommen. Gerade dieser ungewöhnliche Jahreszyklus ist eines ihrer wichtigsten Erkennungsmerkmale.

Frühjahr

Blätter & Frucht
Mehrere kräftige, ungestielte Blätter stehen dicht zusammen. Zwischen ihnen kann sich die grüne Fruchtkapsel entwickeln.

Spätsommer & Herbst

Blüte ohne Laub
Rosa- bis blassviolette Blüten erscheinen meist, wenn die grünen Blätter längst eingezogen sind.

Stark giftig

Alle Pflanzenteile enthalten Colchicin. Herbstzeitlose niemals essen oder probieren. Besonders wichtig ist die sichere Bestimmung der Blätter im Frühjahr.

Herbstzeitlose · Sicherheits-Prüfpfad

Herbstzeitlose prüfen: Blätter, Frucht & Herbstblüte

Die Herbstzeitlose besitzt einen ungewöhnlichen Jahreszyklus: Im Frühjahr erscheinen kräftige Blätter und die Frucht, im Spätsommer und Herbst dagegen die rosavioletten Blüten. Mit diesem Prüfpfad kannst du mehrere typische Merkmale nacheinander einordnen.

Stark giftig

Alle Pflanzenteile der Herbstzeitlosen enthalten Colchicin. Die Pflanze nicht essen oder probieren. Dieser Prüfpfad dient ausschließlich der Einordnung von Merkmalen und kann keine Essbarkeitsfreigabe geben.

Eigenes Pflanzenfoto zum Vergleich mit Merkmalen der Herbstzeitlosen

Das ausgewählte Foto wird nur lokal in deinem Browser angezeigt. Vergleiche immer mehrere Merkmale direkt an der Pflanze.

Schritt 1 von 5

Wachsen mehrere kräftige Blätter eng zusammen aus einer gemeinsamen Basis?

Im Frühjahr erscheinen bei der Herbstzeitlosen meist mehrere längliche, kräftige und fleischige Blätter dicht beieinander.

Herbstzeitlose möglicherweise gegessen?

Nicht auf deutliche Beschwerden warten. Vergiftungssymptome können verzögert auftreten. Pflanzen- oder Speisereste und Fotos sichern und umgehend ein Giftinformationszentrum oder ärztlichen Rat einholen. Kein Erbrechen auslösen. Bei Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, schweren Kreislaufproblemen oder anderen bedrohlichen Symptomen 112 wählen.

Verwechslungsgefahr

Herbstzeitlose oder Bärlauch?

Wenn du eine gesammelte Pflanze gezielt von Bärlauch unterscheiden möchtest, findest du dafür unseren eigenen Vergleich mit Herbstzeitlose, Maiglöckchen und Aronstab.

Zur Bärlauch-Verwechslungsseite →
Fachliche Grundlage: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) · FloraWeb / Bundesamt für Naturschutz

Merkmale Herbstzeitlose

Die Blätter der Herbstzeitlosen

Im Frühjahr erscheinen die kräftigen, länglich-lanzettlichen Blätter der Herbstzeitlosen – genau zu der Zeit, in der vielerorts auch Bärlauch gesammelt wird. Beide Pflanzen können zudem an ähnlich feuchten Standorten wachsen. Die Herbstzeitlose ist jedoch stark giftig und darf keinesfalls mitgesammelt werden. Anders als beim Bärlauch besitzen ihre Blätter keinen typischen Knoblauchgeruch und wachsen meist zu mehreren dicht aus einer gemeinsamen Basis. Beim Sammeln von Bärlauch sollte deshalb jedes Blatt einzeln kontrolliert werden.

Herbstzeitlose-Blätter im Frühjahr

Die Blüte der Herbstzeitlosen

Die Blüte erscheint erst im Spätsommer bis Herbst und wirkt auf den ersten Blick krokusähnlich. Typisch ist, dass sie völlig ohne sichtbare Blätter aus dem Boden wächst. Genau dieses zeitlich getrennte Auftreten von Blatt und Blüte ist eines der sichersten Unterscheidungsmerkmale zur Einordnung der Herbstzeitlosen im Gelände.

Herbstzeitlose-Blüten im Habitat

Stiel als Unterscheidungsmerkmal

Ein zentrales Merkmal im Vergleich zum Bärlauch ist der Blattansatz: Bärlauch bildet einzelne Blätter mit klar erkennbarem Stiel, die jeweils separat aus dem Boden wachsen. Die Herbstzeitlose dagegen zeigt mehrere Blätter, die dicht gebündelt und ohne echten Stiel direkt aus einer gemeinsamen Basis erscheinen. Dieses büschelige Wachstum ist im Gelände oft das erste zuverlässige Zeichen – besonders dann, wenn der typische Geruchstest unsicher ist.

Herbstzeitlose-Stil im Frühjahr
Steckbrief
Herbstzeitlose · Colchicum autumnale
Giftigkeit
Sehr giftig · potenziell lebensgefährlich
Die Herbstzeitlose enthält das stark giftige Alkaloid Colchicin. Vergiftungen können schwer verlaufen und im Extremfall tödlich enden. Nicht essen und nicht probieren.
Giftige Pflanzenteile
Gesamte Pflanze
Blätter, Blüten, Samen, Früchte und die unterirdische Knolle enthalten Colchicin. Kein Pflanzenteil ist für den Verzehr geeignet.
Verwechslungsgefahr
Sehr hoch beim Bärlauchsammeln
Im Frühjahr können die jungen Blätter mit Bärlauch verwechselt werden. Genau diese Verwechslung hat wiederholt zu schweren und auch tödlichen Vergiftungen geführt.
Schutzstatus
Nicht besonders geschützt
Die Herbstzeitlose ist in Deutschland einheimisch, gilt bundesweit als ungefährdet und ist nach Bundesnaturschutzrecht nicht besonders geschützt. Schutzgebiete bleiben davon unberührt.
Standort
Frische Wiesen · Feuchtwiesen · Auen · Waldränder
Typisch sind frische bis wechselfeuchte, nährstoffreiche Wiesen und Wiesen in Auenlagen. Auch an Waldrändern und auf extensiv genutzten Grünlandflächen kann die Art vorkommen.
Entwicklungszyklus
Frühjahr: Blätter & Frucht · Herbst: Blüte
Die Herbstzeitlose besitzt einen ungewöhnlichen Jahresrhythmus: Im Frühjahr erscheinen Blätter und die sich entwickelnde Frucht. Danach zieht das Laub ein. Erst im Spätsommer oder Herbst erscheinen die Blüten – dann meist völlig ohne Laubblätter.
Blattphase
Je nach Standort und Witterung erscheinen im Frühjahr mehrere kräftige, länglich-lanzettliche Blätter. Sie sind dunkelgrün, dicklich und parallelnervig. Im Laufe des Sommers ziehen sie wieder ein.
Blütezeit
Die rosa- bis blassvioletten Blüten erscheinen überwiegend im Spätsommer und Herbst. Typisch sind sechs Blütenhüllblätter und eine lange Blütenröhre. Zur Blüte fehlen die Laubblätter meist.
Fruchtzeit
Die Frucht der Blüte des Vorjahres wird erst im folgenden Frühjahr sichtbar. Zwischen den Blättern sitzt eine kräftige, länglich-eiförmige Samenkapsel, deren Samen im Frühsommer reifen.
Wichtigstes Bestimmungsmerkmal im Frühjahr
Mehrere ungestielte Blätter aus einer gemeinsamen Basis
Die kräftigen Blätter der Herbstzeitlosen sitzen nicht an einzelnen deutlichen Blattstielen. Mehrere Blätter wachsen eng zusammen aus dem Boden und können im Zentrum die sich entwickelnde Fruchtkapsel umschließen.

Beim Bärlauch besitzt dagegen jedes Blatt einen eigenen deutlich erkennbaren Blattstiel. Dieses Strukturmerkmal ist beim Sammeln wichtiger als ein Geruchstest allein.
Bärlauch oder Herbstzeitlose?
Im Zweifel niemals sammeln
Bärlauch: Jedes Blatt besitzt einen eigenen Blattstiel und riecht beim Zerreiben typischerweise nach Knoblauch.

Herbstzeitlose: Mehrere kräftige, ungestielte Blätter stehen dicht zusammen. Ein typischer Knoblauchgeruch fehlt.

Achtung: Der Geruchstest allein ist nicht zuverlässig. Nach dem Anfassen von Bärlauch kann Knoblauchgeruch an den Fingern haften und bei der nächsten Pflanze einen falschen Eindruck erzeugen.
Pflanzenfamilie
Zeitlosengewächse
Die Herbstzeitlose gehört zur Familie Colchicaceae und zur Gattung Colchicum.
Sicherheitshinweis
Herbstzeitlose niemals essen oder probieren. Bereits eine Verwechslung beim Bärlauchsammeln kann einen medizinischen Notfall verursachen.

Vergiftungserscheinungen können erst nach mehreren Stunden deutlich werden. Dazu können zunächst starke Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall gehören. Schwere Vergiftungen können anschließend weitere Organe betreffen und lebensbedrohlich verlaufen.

Bei vermutetem Verzehr nicht erst auf Beschwerden warten. Pflanzenreste aus dem Mund entfernen und kein Erbrechen auslösen. Umgehend ein Giftinformationszentrum beziehungsweise medizinische Hilfe kontaktieren und möglichst Pflanzenreste oder ein Foto zur Identifikation bereithalten.

Bei schweren Beschwerden, Bewusstseinsstörungen, Atemproblemen, Krampfanfällen oder anderen lebensbedrohlichen Symptomen sofort 112 wählen.

Beim Bärlauchsammeln jedes einzelne Blatt prüfen. Ein vorhandener Knoblauchgeruch an den Händen kann die Geruchsprobe verfälschen.

Ein negatives Ergebnis eines Bestimmungs- oder Gefahrenprüfpfades bedeutet niemals, dass eine unbekannte Pflanze essbar ist.

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Die Herbstzeitlose zeigt, warum beim Wildkräutersammeln nicht nur das Finden, sondern vor allem das sichere Erkennen entscheidend ist. Besonders im Frühjahr können ihre Blätter beim Sammeln von Bärlauch zur gefährlichen Verwechslung werden.

01

Pflanzen erkennen

Wichtige Merkmale direkt an der Pflanze prüfen.

02

Verwechslungen prüfen

Ähnliche Pflanzen bewusst miteinander vergleichen.

03

Erst dann sammeln

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