Giersch Jauche

Einfach selber herstellen.


Kräuterleben® · Gartenpraxis & Naturgarten

Giersch-Jauche: Der ungenutzte Power-Dünger für dein Gemüse

Wer Giersch im Garten hat, besitzt eine nahezu unerschöpfliche Nährstoffquelle direkt vor der Haustür. Das Wildkraut erschließt mit seinen tiefreichenden Wurzeln Mineralstoffe aus Bodenschichten, die viele Kulturpflanzen niemals erreichen. Als Jauche angesetzt verwandelt sich der oft ungeliebte Gartenbewohner in einen leistungsstarken Flüssigdünger, der Gemüsepflanzen mit wichtigen Nährstoffen versorgt – kostenlos und ohne synthetische Zusätze.

Nährstoff-Profil Reich an Stickstoff für kräftiges Blattwachstum sowie Kalium zur Unterstützung von Blüten- und Fruchtbildung.
Perfekt für Starkzehrer Besonders geeignet für Tomaten, Gurken, Kürbisse, Zucchini, Kohl und andere nährstoffhungrige Gemüsekulturen.
Die Geheimwaffe Enthält Kieselsäure und weitere Pflanzenstoffe, die stabile Zellstrukturen fördern und die Widerstandskraft vieler Gartenpflanzen unterstützen können.

Früher haben wir den ausgerissenen Giersch einfach auf den Kompost geworfen. Heute landet er fast automatisch im Jauche-Eimer. Wer regelmäßig Giersch aus dem Garten entfernt, besitzt bereits den Rohstoff für einen erstaunlich wirksamen Flüssigdünger – kostenlos und direkt vor der Haustür.

Kräuterleben® · Gartenpraxis

Schritt für Schritt: Giersch-Jauche richtig ansetzen

Mit wenigen Handgriffen wird aus Giersch ein kostenloser Flüssigdünger für Tomaten, Kürbisse, Zucchini und andere Starkzehrer. Entscheidend für eine erfolgreiche Jauche sind ausreichend Sauerstoff, regelmäßiges Umrühren und genügend Zeit für die Gärung.

Bewährtes Grundrezept: Als Orientierung gilt das klassische Verhältnis von 1 Kilogramm frischem Giersch auf 10 Liter Wasser. Kleinere Mengen lassen sich entsprechend herunterrechnen.
SCHRITT 1

Giersch sammeln

Frische Blätter ernten. Blüten und Samenstände dürfen mitverwendet werden, da sie später vollständig vergären.

SCHRITT 2

Pflanzenteile zerkleinern

Den Giersch grob mit einer Gartenschere oder einem Messer schneiden. Dadurch werden die Zellwände aufgebrochen.

SCHRITT 3

Behälter vorbereiten

Kunststoff- oder Holzgefäße verwenden. Metallbehälter sind ungeeignet und können mit der Jauche reagieren.

SCHRITT 4

Befüllen & Wasser zugeben

Das Gefäß locker bis etwa zur Hälfte mit Giersch füllen und anschließend mit Regenwasser aufgießen. Rund 10 Zentimeter Rand frei lassen.

SCHRITT 5

Abdecken & aufstellen

Mit einem Netz oder Gitter abdecken und den Behälter an einen sonnigen, warmen Platz stellen.

SCHRITT 6

Täglich umrühren

Die Jauche jeden Tag mit einem Holzstab umrühren. Dadurch gelangt Sauerstoff in den Ansatz und die Gärung läuft gleichmäßiger ab.

So erkennst du eine erfolgreiche Gärung

Nach etwa 2 bis 3 Tagen beginnt die sichtbare Gärung. An der Oberfläche bilden sich kleine Bläschen und häufig auch ein leichter Schaumfilm. Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass die Mikroorganismen aktiv arbeiten.

Je nach Temperatur ist die Giersch-Jauche nach etwa 10 bis 14 Tagen fertig. Bei kühler Witterung kann die Gärung auch etwas länger dauern.

Die Jauche ist gebrauchsfertig, wenn kaum noch Blasen aufsteigen und sich die Pflanzenreste weitgehend zersetzt haben. Vor dem Ausbringen immer 1 Teil Jauche mit 10 Teilen Wasser verdünnen.

Praxis-Tipp: Eine Handvoll Urgesteinsmehl kann den typischen Jauchegeruch deutlich reduzieren und liefert zusätzliche Mineralstoffe für den Gartenboden.
Hinweis für Haustierhalter: Frisch mit Giersch-Jauche gegossene Beete können durch ihren gärenden Geruch neugierige Hunde oder Katzen anziehen. Bis die Flüssigkeit vollständig eingezogen ist, sollten Haustiere die behandelten Flächen möglichst meiden.

Giersch Dünger anwenden

Kräuterleben® · Gartenpraxis

Spezialfall Staudenbeet: Giersch aushungern und gleichzeitig als Dünger nutzen

Sitzt Giersch tief zwischen den Wurzeln von Rosen, Hortensien oder Pfingstrosen, wird das Ausgraben schnell zum Risiko. Wer die Rhizome herauszieht, beschädigt oft auch die gewünschten Gartenpflanzen. In solchen Fällen hat sich eine Kombination aus konsequenter Schwächung und der Weiterverwertung des Schnittguts bewährt.

```

Die Kreislauf-Methode

  • Die Aushunger-Taktik: Alle 7 bis 10 Tage sämtliche grünen Gierschblätter direkt über dem Boden abschneiden oder abknipsen.
  • Der biologische Effekt: Ohne Blattmasse kann keine Fotosynthese stattfinden. Das Rhizom muss auf seine Reserven zurückgreifen und verliert mit jeder Austriebsrunde an Kraft.
  • Den Schnitt sinnvoll nutzen: Die frisch entfernten Blätter sind meist sauber und nahezu erdefrei – ideales Ausgangsmaterial für eine neue Giersch-Jauche.
  • Zwischenräume abdunkeln: Freie Flächen zwischen den Stauden mit dicker, unbedruckter Pappe abdecken und anschließend mit Rindenmulch beschweren.
  • Nährstoffe zurückgeben: Die fertige Jauche später im Verhältnis 1:10 verdünnen und gezielt an jene Stauden gießen, die zuvor mit dem Giersch konkurrieren mussten.
```
Praxis-Erfahrung: Gerade in älteren Staudenbeeten ist Geduld wichtiger als Gewalt. Wer den Giersch konsequent über eine Vegetationsperiode schwächt, gewinnt häufig mehr als durch einmalige Radikalaktionen mit Spaten oder Fräse. Gleichzeitig entsteht aus dem entfernten Pflanzenmaterial ein kostenloser Flüssigdünger für den restlichen Garten.

Weitere Themen rund um den Giersch