Odermennig
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Der Kleine Odermennig (Agrimonia eupatoria) wird vor allem während seiner Blütezeit von Juni bis September gesammelt. Verwendet wird dabei das blühende Kraut.
Odermennig sicher erkennen und finden
Der Kleine Odermennig ( Agrimonia eupatoria ) wächst häufig an sonnigen Wegrändern, Böschungen, Waldrändern und auf eher trockenen Wiesen. Auffällig sind seine kleinen gelben Blüten, die sich an einem langen, schlanken Blütenstand öffnen. Auch die gefiederten Blätter mit unterschiedlich großen Teilblättchen helfen beim Erkennen. Besonders charakteristisch werden später die kleinen Früchte mit ihren hakenförmigen Borsten, die leicht an Kleidung oder Tierfell hängen bleiben.
Kräuterleben Schnellcheck – Odermennig-Steckbrief auf einen Blick
Kleiner Odermennig erkennen: Blüte, Knospe, Blätter & Standort
Verwechslungen vermeiden
Kleiner oder Großer Odermennig?
Kleiner oder Großer Odermennig? So erkennst du die Unterschiede draußen
Der Kleine Odermennig( Agrimonia eupatoria ) ist mit seinen gelben Blüten, gefiederten Blättern und späteren Klettfrüchten eigentlich recht auffällig. Schwieriger wird es bei der genauen Artbestimmung: Der Große Odermennig( Agrimonia procera ) kann ihm auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen. Besonders Blattunterseite und Früchte helfen bei der Unterscheidung.
Beim Odermennig geht es weniger um einen gefährlichen Doppelgänger als um die sichere Unterscheidung ähnlicher Arten. Verlasse dich dabei nicht allein auf Wuchshöhe oder Blütenfarbe. Gerade die Unterseite der Blätter und später die reifen Früchte liefern deutlich bessere Merkmale.
- Pflanze: Kleiner Odermennig
- Botanischer Name: Agrimonia eupatoria
- Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
- Blätter: gefiedert, mit größeren und deutlich kleineren Zwischenblättchen
- Blattunterseite: graugrün und häufig deutlich weißlich-filzig
- Blüten: klein, gelb und in einer langen, schmalen Blütentraube angeordnet
- Früchte: mit einem Kranz kleiner Hakenborsten – sie bleiben leicht an Fell oder Kleidung hängen
| Merkmal | Kleiner Odermennig | Großer Odermennig |
|---|---|---|
| Blattaufbau | Gefiederte Blätter mit größeren Teilblättchen, zwischen denen auffällig kleinere Blättchen sitzen. | Sehr ähnlicher Blattaufbau. Deshalb reicht die Blattform allein zur sicheren Unterscheidung beider Arten nicht aus. |
| Blattzähne | Die größeren Teilblättchen besitzen meist eher grobe und stumpfliche Zähne. | Die Zähne der größeren Teilblättchen wirken meist gröber und deutlicher zugespitzt. |
| Blattunterseite | Graugrün und häufig deutlich weißlich-filzig behaart. | Grün bis graugrün und locker behaart, aber nicht weißfilzig. Außerdem finden sich zahlreiche kleine Drüsen. |
| Geruch | Kein zuverlässiges Hauptmerkmal für die Bestimmung. | Durch zahlreiche Drüsen kann die Pflanze deutlich aromatisch beziehungsweise wohlriechend sein. |
| Reife Frucht | Der Fruchtbecher ist über mindestens etwa drei Viertel seiner Länge deutlich gefurcht. | Der Fruchtbecher ist meist nur in der oberen Hälfte gefurcht. |
| Hakenborsten | Die äußeren Borsten stehen überwiegend aufrecht bis gerade nach außen. | Die äußeren Hakenborsten sind teilweise deutlich nach hinten zurückgebogen. |
Die 3×3-Regel: Odermennig draußen leichter erkennen
Beim Odermennig lohnt es sich, nicht nur auf die gelben Blüten zu schauen. Drei Pflanzenbereiche liefern zusammen ein wesentlich klareres Bild: Blatt, Blütenstand und Frucht.
- 3 Blattmerkmale: gefiedertes Blatt, große und kleine Zwischenblättchen sowie eine beim Kleinen Odermennig häufig weißlich-filzige Unterseite.
- 3 Blütenmerkmale: kleine gelbe Einzelblüten, fünf Kronblätter und eine lange schmale Blütentraube.
- 3 Fruchtmerkmale: kleine klettenartige Frucht, Kranz aus Hakenborsten und beim Kleinen Odermennig ein weit nach unten gefurchter Fruchtbecher.
Merksatz: Erst das Blatt ansehen, dann dem Blütenstand nach oben folgen und später auch die Klettfrüchte prüfen. Gerade die Fruchtmerkmale können helfen, Kleinen und Großen Odermennig voneinander zu unterscheiden.
Geführter Prüfpfad zur Fotobestimmung
Beantworte die Fragen und vergleiche sie direkt mit den Bildern.
Nur wenn alle Merkmale zusammenpassen, ist die Bestimmung zuverlässig.
- praktische Anwendung -
Odermennig bestimmen
Prüfe den Kleinen Odermennig nicht nur nach seinen gelben Blüten. Besonders aussagekräftig sind der Aufbau der Blätter, ihre behaarte Unterseite sowie später die typischen Klettfrüchte.
Besteht das Blatt aus unterschiedlich großen Fiederblättchen?
Typisch sind unterbrochen gefiederte Blätter: Zwischen größeren, grob gezähnten Fiederblättchen sitzen deutlich kleinere. Dadurch wirkt das Blatt auffällig gegliedert.
Wo wächst Kleiner Odermennig?
Kleiner Odermennig wächst bevorzugt an sonnigen bis lichten, eher trockenen bis frischen Standorten. Besonders häufig findest du ihn an Säumen, Böschungen und Wegrändern.
- sonnige Wald- und Gebüschsäume
- lichte Gebüsche und Waldränder
- trockene bis frische Wiesen- und Halbtrockenrasen
- Böschungen und sonnige Wegränder
- auch an Bahndämmen und anderen trockeneren Ruderalstandorten
Sehr nasse, dauerhaft schattige oder stark saure Standorte sind für den Kleinen Odermennig eher untypisch.
Wann lohnt sich das Sammeln?
Besonders gut lässt sich der Kleine Odermennig während seiner Blütezeit erkennen. Von Juni bis September erscheinen die kleinen gelben Blüten nach und nach an den langen, schmalen Blütentrauben. Traditionell wird vor allem das blühende Kraut gesammelt.
- Blütezeit meist von Juni bis September
- gesammelt wird traditionell vor allem das blühende oberirdische Kraut
- während der Blüte ist die Pflanze besonders leicht im Gelände zu erkennen
- später helfen die kleinen hakigen Klettfrüchte zusätzlich beim Bestimmen
Wofür wurde Odermennig gesammelt?
Odermennig gehört zu den alten europäischen Heilpflanzen. Das getrocknete blühende Kraut wurde traditionell unterschiedlich verwendet. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt für Agrimonia eupatoria mehrere traditionelle Anwendungsgebiete auf.
- traditionell innerlich bei leichtem Durchfall
- traditionell als Gurgelmittel bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum
- traditionell äußerlich bei leichten Hautentzündungen
- traditionell äußerlich bei kleinen oberflächlichen Wunden
Grundlage für die genannten traditionellen Anwendungsgebiete ist die Bewertung von Odermennigkraut ( Agrimoniae herba ) durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Agrimoniae herba →
EMA: Wissenschaftlicher Bewertungsbericht zu Agrimonia eupatoria →
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