Alant (Inula helenium): Wirkung, Erkennung & Anwendung

Mehr zum Thema Wurzeln:

Eine ausführliche Seite über das Sammeln, Erkennen und Verarbeiten von Wildwurzeln – mit praktischen Hinweisen, Hausmitteln und Beispielen wichtiger Wildpflanzen.

Zur Seite: Wildwurzeln – Sammeln & Verarbeiten

Alant (Inula helenium) – natürlich wohltuend bei Husten, verschleimten Atemwegen & schwacher Verdauung. Hier erfährst du alles über Wirkung, Anwendung und Sammelzeit der Alantwurzel.

Einordnung im Pflanzenwissen

Alant wird im Kräuterwissen sowohl den Wildkräutern als auch den Heilpflanzen zugeordnet. Die folgenden Wissensseiten ordnen die Pflanze in den größeren Zusammenhang ein und geben einen Überblick über Grundlagen und traditionelle Nutzung.

Alant (Inula helenium) - Übersicht

Echter Alant (Inula helenium): Wirkung, Anwendung, Tee & Nebenwirkungen
Desktop: Wichtige Bereiche sind bereits geöffnet.

Beschreibung

Echter Alant – aromatische Wurzel für Atemwege & Verdauung (traditionell).

Botanische Einordnung

Echter Alant, Inula helenium, ist eine stattliche Staude aus der Familie der Asteraceae. Auffällig sind die sehr großen, rauen Grundblätter, der kräftige Stängel und die goldgelben Blütenköpfe im Hochsommer. Die dicke, aromatische Wurzel (Rhizom/Pfahlwurzel) ist die klassische Drogenqualität.

Vorkommen und Standort

Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Westasien, in Mitteleuropa kultiviert und teils verwildert. Bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche, eher frische Böden an sonnigen bis halbschattigen Plätzen.

Cluster bei Kräuterleben

Ein Klassiker der Hausapotheke (Atemwege, Verdauung). Im Bestimmungstool steht er für große, gelbe Körbchenblüten und üppiges Laub; in DIY‑Rezepten u. a. für Dekokt, Sirup und Brustauflagen.

Verwendungszweck

Hinweis: traditionelle Nutzung; ersetzt keine ärztliche Beratung.

Innerlich (traditionell)

Wurzel‑Dekokt (Tee)

1–2 g geschnittene Alantwurzel mit 250–300 ml Wasser 10–15 Minuten sanft köcheln, 10 Minuten zugedeckt ziehen, abseihen. Traditionell bei verschleimtem Husten und Appetitlosigkeit.

Äußerlich

Brustauflage & Einreibung

Warmes Wurzel‑Dekokt für feuchte Brustauflagen; als Einreibung können wohlduftende Ölauszüge genutzt werden (gut verträgliche Pflanzenöle als Basis).

Küche?

Die Wurzel wurde historisch kandiert oder in Likören/Elixieren genutzt. Heute eher selten – die Bitter‑Würze ist charakteristisch und sollte sparsam dosiert werden.

Gezielt nach Anliegen suchen: Hausapotheke – nach Beschwerde

Medizinische Verwendung (traditionell)

Hinweis: externe Quellen, keine Empfehlung.

Traditionelle Einsatzgebiete

In der Volkskunde gilt Alantwurzel als klassischer Begleiter bei verschleimten Atemwegen (auswurffördernd, schleimlösend) und als magenfreundliches Bitter‑Aromatikum bei Appetitlosigkeit und Völlegefühl.

Innerliche Richtwerte

2–3 Tassen Dekokt pro Tag, kurweise (z. B. 1–2 Wochen). Alternativ Zubereitungen als Sirup/Elixier oder als Tinktur (Dosierung nach Herstellerangaben).

Äußerlich

Feucht‑warme Brustauflagen mit Wurzel‑Dekokt; wohltuende Öleinreibungen im Brust‑Rücken‑Bereich.

Wirkstoffprofile im Überblick

  • Sesquiterpenlactone (u. a. Alantolacton, Isoalantolacton) – prägen Bitter‑ und Aromaprofil
  • Inulin (Fructan) – präbiotischer Ballaststoffanteil der Wurzel
  • Ätherisches Öl – würzig‑balsamischer Duft
  • Schleimstoffe/Polysaccharide – milder Anteil

Weiterführend: Pflanzenkunde

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil

Inhaltsstoffe & Wirkstoffprofil des Echten Alant

Inhaltsstoff Kategorie Menge (%)
Inulin (Fructan) Polysaccharide 20–45 %
Sesquiterpenlactone (Alantolacton, Isoalantolacton) Bitterstoffe 1–3 %
Ätherisches Öl (u. a. Eudesmol‑Derivate) Ätherische Öle 0,2–1,0 %
Schleimstoffe/weitere Polysaccharide Polysaccharide 2–6 %
Harze & Phenolverbindungen Phenolische/Harzanteile 0,5–2 %
  • Sesquiterpenlactone: prägen Bitterkeit & würziges Profil; traditionell für Atemwegs‑Rezepturen.
  • Inulin: Ballaststoff; unterstützt die Formulierung in Sirup/Elixieren.
  • Ätherisches Öl: balsamischer Duft; in Einreibungen & Auszügen geschätzt.

Gehalte sind naturbedingt variabel (Herkunft, Erntezeit, Aufbereitung).

DIY‑Rezepte – Dekokt, Sirup & Brustauflage

Hinweis: traditionelle Angaben, keine Empfehlung.

Dekokt (Basis‑Abkochung)

  1. 1–2 g geschnittene Alantwurzel in 250–300 ml Wasser geben.
  2. 10–15 Minuten sanft köcheln, dann 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
  3. Abseihen; pur oder mit Honig/gewürzen (z. B. Thymian) verfeinern.
💡 Für eine kurze Kur täglich frisch zubereiten und über den Tag verteilt trinken (nur wenn keine Gegenanzeigen vorliegen).

Alant‑Sirup (würzig‑balsamisch)

  1. 10 g Alantwurzel + optional 1 TL Thymian mit 400–500 ml Wasser 10 Minuten sieden, 10 Minuten nachziehen lassen.
  2. Abseihen; 250 g Zucker oder 200 g Honig einrühren (nicht stark kochen).
  3. Heiß in saubere Flaschen füllen; kühl lagern (≈ 3 Wochen).

Brustauflage & Dampfbad

  1. Starkes Dekokt herstellen (z. B. 8–10 g Wurzel auf 300 ml), warm anwenden.
  2. Für Dampfbäder: Dekokt in eine Schüssel geben, Dampf vorsichtig einatmen (Augen geschlossen halten).

Weitere Ideen: Vorrat & DIY · Rezepte & Küche

Nachhaltigkeit & Sammelregeln

Grundinfo

Inula helenium ist als Gartenstaude weit verbreitet; Wildvorkommen sind regional. Geerntet wird v. a. die Wurzel (Radix) – ideal im Herbst ab dem 2.–3. Standjahr.

Sammel‑ & Ernteregeln

  • Standort: nur unbelastete Flächen; naturschutzrechtliche Bestimmungen beachten.
  • Zeitpunkt: Spätherbst/Winter (nach dem Einziehen); Wurzeln enthalten dann viel Reserve‑Stoffe.
  • Technik: Nur Teilstücke entnehmen; Pflanzenbestand erhalten (Teilung statt Rodung).
  • Menge: maßvoll ernten; Bestände schonen.
💡 Für konstante Qualität empfiehlt sich der eigene Anbau oder geprüfte Apothekenware.

Planung & Saison: Saisonfinder Wildkräuter · Kräuter nach Monaten

Verwechslungsgefahr / ähnliche Arten

Wichtig bei Wildsammlung: gelbe Korbblütler unterscheiden können.

Mögliche Verwechslungspartner

  • Riesen‑Alant( Inula magnifica ) – Zierform, sehr groß; nicht identisch mit der Arzneidroge.
  • Großer Telekie( Telekia speciosa ) – ähnliche große gelbe Blüten; andere Blatt- und Wuchsform.
  • Jakobs‑Greiskraut( Jacobaea vulgaris ) – giftig; schlankere Stängel, kleinere Blütenköpfe, dunkle Hüllblätterspitzen.
  • Sonnenhut( Rudbeckia sp. ) – Gartenstauden; Blütenform/Farbe ähnlich, jedoch anderes Zentrum und Laub.

Sicherheitshinweis

Nur sammeln, wenn die Art eindeutig bestimmt ist – sonst auf geprüfte Ware ausweichen. Mehr dazu: Giftpflanzen & Verwechslungen

Kombinationen mit Alant

  • Thymian – klassischer Partner in der kalten Jahreszeit.
  • Eibischwurzel – milder Schleimstoffpartner für Hals & Rachen.
  • Spitzwegerich – beliebt in Hustentees.
  • Süßholz – rundet den Geschmack; sparsam verwenden.
  • Fenchel & Anis – aromatische Ergänzung für Tees & Sirupe.

Mehr Kräuter entdecken: Pflanzen‑Übersicht

Artenschutz‑Hinweis & Kommission E‑Monographien

Artenschutz & Sammelregeln

Alant ist als Gartenpflanze verfügbar; Wildbestände lokal. Bestände schonen, nur Teilmengen entnehmen; Schutzgebiete respektieren.

Hintergrundwissen: Pflanzenkunde

Kommission E

Für Alantwurzel ( Inula helenium ) wird in der Literatur eine traditionelle Bewertung im Bereich der Atemwege beschrieben.

Wesentliche Studien (Auswahl)

  • Traditionell: auswurffördernde und aromatisch‑balsamische Anwendungen.
  • Experimentelle Daten hängen stark von Extrakt/Herstellung ab.

Bezugsmöglichkeiten & Einkauf

Erhältlich als geprüfte Droge („ Inulae radix “), in Teemischungen, als Sirup/Elixier, Tinktur/Extrakt sowie als Saatgut/Jungpflanze für den Garten.

Darreichungsformen

  • Geschnittene Wurzel: bevorzugt Apothekenqualität.
  • Teemischungen: oft mit Thymian, Spitzwegerich, Fenchel/Anis.
  • Tinktur/Extrakt: alkoholische Auszüge (z. B. 1:5); Dosierung nach Herstellerangaben.
  • Sirup/Elixier: würzig‑balsamisch für die kalte Jahreszeit.
  • Saatgut/Jungpflanzen: für sonnige, nährstoffreiche Beete.

Beim Kauf achten

  • Identität: Inula helenium (keine Zier‑Inula verwechseln).
  • Qualität: rückstandsgeprüfte, chargenreine Ware.
  • Verarbeitung: gut getrocknet, frei von Fremdbestandteilen.
  • Verpackung: lichtgeschützt, wiederverschließbar.
Tipp: Apotheke oder seriöse Fachhändler bevorzugen; Beratung zu Mischungen möglich.

Erfahrungsnotizen

In Kräutergruppen wird Alantwurzel häufig als würzige Komponente in Hustentees und Sirupen genutzt. Die Kombination mit Thymian und Spitzwegerich ist beliebt; in der Küche taucht Alant noch gelegentlich in Likör‑/Elixieransätzen auf.

Volksglaube, Brauchtum & alte Namen

Alant war früher als „ Helenenkraut “ oder „Enula campana“ bekannt und galt als wärmende, stärkende Wurzel. Kandierte Wurzelstückchen waren eine Spezialität.

Alte Namen: Helenenkraut, Enula, Pferdekraut, Heilwurz.

Mehr Tradition & Geschichten: Vergessene Heilpflanzen · Zeitreise

Nebenwirkungen & rechtlicher Hinweis

Gelegentlich Magen‑Darm‑Unverträglichkeiten oder Hautreaktionen (Kontaktallergien) möglich. Empfindliche Personen auf Korbblütler können reagieren. Konzentrierte Zubereitungen sparsam und kurweise nutzen.

Bitte nicht anwenden bzw. nur nach Rücksprache bei:
  • Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae)
  • Schwangerschaft & Stillzeit (Sicherheitsdaten begrenzt)
  • Kleinkindern – nur milde Zubereitungen und angepasste Dosierungen
  • Chronischen Magen‑/Darm‑Beschwerden (Bitterstoffe ggf. reizen)

Bei Dauermedikation oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Rechtlicher Hinweis: Informationen aus überlieferten Anwendungen und öffentlich zugänglichen Quellen; keine medizinische Beratung.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist Echter Alant?

Eine mehrjährige, stattliche Staude ( Inula helenium ) aus der Familie der Korbblütler. Typisch sind große Goldblüten und eine aromatische Wurzel.

Welche Teile werden genutzt?

Vor allem die Wurzel (Radix), seltener Blätter/Blüten als Aromazusatz.

Wie bereite ich Tee/Dekokt zu?

1–2 g Wurzel mit 250–300 ml Wasser 10–15 Minuten sanft köcheln, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.

Wofür wird Alant traditionell verwendet?

Bei verschleimten Atemwegen (auswurffördernd) und als bitter‑aromatischer Begleiter für Magen & Appetit.

Worauf muss ich achten?

Mögliche Allergien (Korbblütler) beachten; in Schwangerschaft/Stillzeit zurückhaltend und nur nach Rücksprache.

Mehr stöbern: Hausapotheke zum Nachbauen · Wildkräuter · Kräuter & Nährstoffmangel

Quellenangabe & weiterführende Seiten

Inula helenium(Echter Alant). In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. (Abruf: 29. Juli 2025)

Weiterführend auf Kräuterleben: Start · Pflanzen‑Übersicht · Pflanzenkunde · Gesundheit & Hausapotheke · Vorrat & DIY

Autor: Kräuterleben Redaktion · Qualitätsprüfung: intern · Zuletzt aktualisiert: 22.08.2025

Weitere Kräuter entdecken

📚 Wissenschaft & Studien: Alant ( Inula helenium )

Fazit vorab: Die Evidenz ist traditionell gut belegt für die Unterstützung bei Atemwegsbeschwerden(Bronchitis, Husten, Verschleimung) sowie leichte Verdauungsstörungen. Präklinische Daten deuten auf antimikrobielle und entzündungshemmende Effekte hin; offizielle Monografien (HMPC, ESCOP, Kommission E) bestätigen die traditionelle Anwendung.

Studienlage (Kurzüberblick)

  • Respiratorisch: Wurzelextrakte zeigen sekretolytische, auswurffördernde Effekte. Tier- und In-vitro-Studien belegen eine Hustenlinderung und Schleimlösung durch Sesquiterpenlactone.
  • Verdauungstrakt: Bitterstoffe regen Appetit und Magensaftsekretion an. Beobachtungen zeigen krampflösende Wirkung bei leichten Magen-Darm-Beschwerden.
  • In-vitro/Präklinik: Isoalantolacton wirkt antibakteriell (gegen Staphylococcus aureus ) und fungistatisch (gegen Candida ), antioxidative Eigenschaften sind dokumentiert. Erste Daten weisen auf zytotoxische Effekte gegenüber Tumorzellen hin.
  • Bewertung: Evidenzniveau insgesamt moderat. Traditionelle Anwendungen sind plausibel, klinische Studien am Menschen jedoch begrenzt.

Qualität & Dosierung (Richtwerte aus Monografien)

  • Tagesdosis: ca. 1–4 g geschnittene Alantwurzel (getrocknet).
  • Zubereitung (Dekokt): 1–2 g Wurzel mit 150 ml Wasser kurz aufkochen, 10 Min. ziehen lassen; 2–3× tägl.
  • Extrakte/Tinkturen: Dosierung gemäß Präparat, meist 0,5–2 ml (1:5, 45% Ethanol).

Kontraindikationen & Vorsicht

  • Allergien: Möglich bei Korbblütler-Allergie.
  • Schwangerschaft/Stillzeit: Keine sichere Datenlage, nicht empfohlen.
  • Kinder: Anwendung nicht gesichert, traditionell nicht unter 12 Jahren.
  • Überdosierung: Hohe Mengen können Übelkeit, Magenreizungen oder Leberschäden verursachen.

Wechselwirkungen (mögliche)

  • CYP-Enzyme: Hemmungen durch Sesquiterpenlactone in vitro nachgewiesen; klinische Relevanz unklar.
  • Kombinationen: Traditionell oft in Hustensirupen und Bittermitteln kombiniert; additive Effekte wahrscheinlich, keine negativen Interaktionen dokumentiert.

Hinweis: Diese Zusammenfassung dient der Einordnung gemäß E-E-A-T. Sie ersetzt keine medizinische Beratung. Individuelle Risiken (z. B. Vorerkrankungen, Dauermedikation) ärztlich abklären.